Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 22 (1881)
- Issue
- Heft 47 (23.11.1881)
- Date
- 1881-11-23
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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XXII. Jahrgang. Zweite Leilage;u Nr. 47 des Israelit. Leitende Artikel. Literarischer Bericht. naoD b»n nniDi rna-em nfiitv ty oma« NtPHp fiOD WH "11330 fiD^na ni"P3DD D’l? fptnDtyBtw p"pn n"avr n“n^sj a»» onia« ■v'-inio mya itm« ypn mipi ny!?i mN'-ntya.vp p"pa a"nxi ttnipn i'y iy iwfcn ybn Eigenthum und Verlag des Bernhard Zwebner in Jerusalem. Die Herausgabe eines Werkes von einer der ersten Koryphäen der Jetztzeit aus dem Gebiete der rabbinischen Literatur sollte von Jedem, dem das Interesse hierfür nicht ganz fehlt, mit Freude und Dank begrüßt werden. Je seltener derartige Erscheinungen werden, jemehr sie der Gegenwart entrückt, jene Männer, die mit hoher Geisteskraft von frühester Jugend an sich mit ihrem ganzen Wesen in einer Weise dieser Arbeit Hingaben, die kaum in anderen Kreisen ihresgleichen findet; Männer, denen fast jede Minute ihres Lebens eine verlorene war, in welcher sie nicht mit dem vollsten Aufwande ihres geistigen Könnens hierin sortschreiten — um so theurer muß uns deren geistige Hinterlassenschaft sein. Daß der Verstlsser obigen Werkes, der in Jerusalem verschiedene Rabbi Abraham Schog (Zwebner) i>P"nn, zu den ersten in den so sehr gelichteten Reihen der \x-ma unsrer Zeit zählt, ist in der talmudischen Gelehrtenwelt weithin bekannt. Weniger durch Berufsgeschäfte gestört, — er hatte erst den Näbbinats- Sitz in Schattmannsdorf, dann in Kobersdorf inne — konnte er sich um so voller seiner Lebensaufgabe, der Erforschung der mm, widmen. Wer ihn gekannt, diesen großen Denker, wie er vom ersten Morgengrauen an im Sommer z. B. jedesmal mit frischer, erneueter Liebe und Eifer an seine Arbeit ging, lute er da immer wieder an jedem Satz mit jugendlicher Frische hing, ihn mit der größten Geistesanstrengung sichtend und zergliedernd, als gälte es einem neuen Fund in dem Schachte des Wissens! Wie er in seinem an-ion rva sitzend, die Sätze mit vernehmbarer Stimme nach allen Seiten hin besprach, als gälte es einer wißbegierigen Zuhörerschaar den Satz verständlich zu machen, und wie er seine Schüler, die von ferner Gegend her sich um ihn geschaart, in sein Denkgebiet hineinzuziehen bemüht war, dabei aber jede irgendwie beachtenswerthe Ansicht derselben in seine Forschungen ausgenommen — der wird die Seltenheit einer solchen Erscheinung wohl zu würdigen wissen und es einsehen, daß von der Geistesarbeit eines solchen Mannes nur Originelles und Großes zu erwarten ist! In Wahrheit mißt man schon lange in Ungarn diesem bevorzugten Schüler des berümten ■mm onn eine elastische Bearbeitung des talmudischen Lehrstoffes zu. — Da wurden die Ansichten der o'jnpsn in so gründlicher Weise mit strengster Wahrheitsliebe analysirt, jede scharfsinnige Deduktion auf Kosten der Wahrheit fast ängstlich vermeidend. Dieses Streben nach Wahrheit drückt sich schon in den ersten Worten der mi>-Einleitung aus. Ueber den Vers Spr. Sal. i’idN r y nan 'idd ni’D&Dj an; »men ist die Auffassung gegeben: daß wie die silberne Einfassung den goldenen Schmuck hebt, so sind die rrm-Erklärungen zu betrachten. Es finden die Wahrheiten in ihren einfachen, nackten Darstellungen weniger Eingang, während die künstliche Dm-Anwendung jener leichter Eingang verschaffen, ohne daß sie dem eigentlichen Sinn des Satzes zu entsprechen brauchen. Wie der Titel besagt, enthält das Werk kasuistische Gutachten — ma^ro no«ter — und Abhandlungen über mim in den duv. Diese Abhandlungen sind Aufzeichnungen aus verschiedenen I Perioden derLearbeitung der wichtigsten Themata > IM Talmud. D’jom dvd im: ,-ipya oyua | ym« D»np toi3 nmn ,nn»s pia ,Tnn«<)! Diese Mannigfaltigkeit erhöht sicher nur das Interesse j dafür. Wir sprechen in dem Sinne des sel. Vers, j wem: wir den Wunsch ausdrücken, das; durch! die Verbreitung dieses Werkes rechtViele zum gründ-! lichen Forschen und zum Eindringen in die Tiefen! des Talmuds .und der Halacha angeregt werden! mögen.! Es knüpft sich auch an die Edition dieses Werkes : ein anderes Interesse. Die Kürze der Darstellung; würde das Verständniß des Werkes sehr erschweren. Der Herausgeber, Rabbi Baer Zwebner in Jerusa- ' lern, Sohn des Verfassers, hat dasselbe mit Erläu- - terungen und ergänzenden Anmerkungen versehen. Diese nun sprechen als Zeugniß von der bedeutenden Belesenheit und Tüchtigkeit desselben, die er sich offenbar durch seinen Fleiß während seines dortigen Aufenthalts erworben. Ein Beweis wieder, wie Roth und Entbehrungen der armen D*oan morn in □’Wim nicht in der Hingabe zur min stören.