Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 22 (1881)
- Issue
- Heft 25 (22.6.1881)
- Date
- 1881-06-22
- Page
- – (sequence 28)
- Language
- German
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632 Aufruf! Es ist leider als ein trauriges Zeichen anzusehen, daß so viele unsrer heutigen Glaubensgenossen vollständig außer der Bahn eines religiösen Lebens wandeln. Fragt man nach dem Motiv, so wird einem die einfache Antwort, daß säst lediglich Bequemlichkeit, die selbstredend keine Ueberzeugung kennt, der Führer ist. Fassen wir jedoch das Nebel bei der Wurzel an, so müssen wir uns offen bekennen, daß in erster Linie viele Lehrer und in zweiter Reihe viele Eltern den Grundstein zu diesem großen Mißstande legen. Vor allen Dingen ist es nothwendig, daß den Kindern in der Schule die Kenntniß der Thora und das Bewußtsein von der Wichtigkeit und Tragweite derselben eingeprägt wird. Es darf allerdings an einer guten häuslichen Erziehung im Vorhinein nicht fehlen. Die betreffenden Lehrer — ich meine es gut und offen mit ihnen — möchten cs sich daher zur ernsten Aufgabe stellen, von nun an ihrem Berufe, nein, ich gehe weiter und sage, ihrer Pflicht und Gewissenhaftigkeit mehr zu genügen, inso ent sie den Kindern eine größere und vollständige Wissenschaft der Thora angedcihen zu lassen und sie in ihnen zu fesseln, sich bestreben sollen. Denn ich glaube mit Recht behaupten zu können, daß in jedes Menschen Herz der Keim zum Guten gelegt ist, der edenso wie jeder fruchtbare Boden nur einer guten Saat zum Aufgang bedarf. Genießt daher das Kind von Seiten der Eltern eine entsprechend gute Erziehung und lernt dasselbe durch den eingehenden Unterricht der Lehrer den Inhalt der Thora genau kennen, so muß dasselbe unbedingt eine derartig feste lleberzeugunstreue gewinnen, daß es vollständig von dein Bewußtsein und dem Pflichtgefühl, die Laufbahn eines religiösen, frommen, und aufrichtigen Lebenswandels zu begehen, geleitet durchdrungen sein wird. Jeder, der die Thora kennt, weiß, daß die geistig gründliche Aufnahme derselben nicht nur zu dem Pfad des religiösen, sondern unmittelbar verbunden damit auf den Weg der geraden, rechtlichen, sittlichen und wahrheitsgetreuen Lebensanschauung führt, welche auch im Stande ist, brave und wackere Männer und Frauen, sowie fleißige, tüchtige und ehrliche Geschäftsleute zu erziehen. Ich weiß es aus eigner Erfahrung und von Leuten, die früher ganz oder zum Theil religionslos waren, weil sie in der Schule theilweise wenig, oder nicht viel, sowie auch gar keine Thora erlernt haben, daß sie später durch Umgang mit Gott- und gesetzestreuen Männern zu dem Studium und der Ueberzeugung der Thora derartig beeinflußt wurden, daß sie als die besten, frommen Menschen hervorgehen. Ich wünschte von Herzen) daß alle diejenigen Erwachsenen, die durch Nicht¬ oder oberflächliche KeuntM der Thora, wie eine Heerde ohne Hirt, ohne Führer herumirren,/durch fleißiges Lesen und durch eifrige Einprägung des Inhalts deckelben in Folge dieses Aufrufes den vorgeschriebenen Weg zum Guhn betreten mochten. Möge auch Jeder sein Scherflein dazu beitragen, seinen Mitmenschen zu diesem beseligenden Schritt zu veranlassen. Und Ihr, liebe Eltern und Lehrer, schreibt Euch diesen Aufrus in Eure Herzen mit aller Willenskraft ein und handelt danach, denn er ist nur gut und aufrichtig gemeint, und kommt aus voller Seele von einem der Geschäftswelt angehörigen Manne. (2151 Für eine hübsche junge Dame, aus vorzüglicher Familie, wird ein gut situirter junger Manu in einer Stadt gesucht. Mitgisl 15.060 Mk. und schöne 'Ausstattung. Nestectauteu, gleichviel welches Geschäft, belieben sich an die Expedition d. Bl. unter 21. D. 2145 zu wenden. Heiraths-Gesuch. 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Jungs Damen, nicht über 2G Jahre alt, von angenehmem Acutzern, tadellosem .-stufe und Charakter, aus achtbarer, streng religiöser Familie, welche ein Vermögen von Mark 60,000 besitzen, wollen sreundlichst unter Beifügung ihrer Photographie ihre Osseete sud Nr. 2178 bei der Expedition dieser Zeitung einreichen. Verschwiegenheit aus Wort zugesichert. Annonce. Eire gebildete junge Dame aus anständiger Familie sucht unter bescheidenen Ansvrüchen Stelle als Gesellschafts-Dame oder dergleichen in einem guten Hause. Gest. Fraiico-Osferien unter B. J. 2158 an die Expedition d. Bl. erbeten. sDline perfecte Köchin sucht per 1. Juli '2' oder später Frau Rbsa CphN, Breitewrg 49, Halberstadt. (2i54 Stelle-Gesuch. Für einen 16jährigen jungen Mann ausachtbarer Familie wird bei einem tüchtigen Viehhändler, welcher Samstags nicht arbeitet^ baldigst Stelle gesucht. Offerten unter LI. Nr. 2144 an die Expedition d. Bl. Verantwortliche Nedaction: Dr. Lehmann in Mainz. — Verlag und Expedition des „Israelit" große Bleiche 45. I. Gottsleben's Buchdruckerei (Mainzer Anzeiger).