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Der Israelit · 1881-03-30 · Heft 13 (30.3.1881) · page 17

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Journal
Der Israelit
Volume
22 (1881)
Issue
Heft 13 (30.3.1881)
Date
1881-03-30
Page
– (sequence 17)
Language
German
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XXII. J a hrgang. Zweite Leilage zu Nr. 13 des Israelit. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. D e n t s ch l a n d. Mainz, 29. März. Aus Fürth erhalten wir die betrübende Kunde, daß Herr M e n k i Z i m m c r y "j vom Schauplatze seiner irdischen Thätigkeit ist abberusen worden. Alle, die den Verewigten kannten, wissen, welch' ein großer Verlust das Hinscheiden dieses Edlen für das gesammteJndenthum ist. Wir werden in nächster Nummer Ausführlicheres zu berichten Gelegenheit haben. n'WV'n Lendershansen, im Ador Scheni. Selten vergeht gegenwärtig ein Tag, welcher nicht einen Unkenruf oder ein Zetergeschrei der Herren Henrici, Förster und Consorten betreffs der jüdischen Nation hören läßt. Von der Metropole des deutschen Reiches ans, werden die Giftpfeile von besagten Herren nach allen Richtungen hin versendet und haben bereits auch ihre Wirkung ausgcübt. An vielen Orten haben sich geheime Gesellschaften gebildet, um den Bekennern der jüd. Religion den Fehdehandschuh hinzuwerfen. Auch im benachbarten Hofheim, das bisher den Stempel der Humanität, der Toleranz, des wahren Fortschrittes zur Schau zu tragen glaubte, hat sich eine judenfeindliche Liga gebildet. Bekanntlich gab es zu allen Zeiten, in welchen das Lebensschifflein des jüdischen Volkes zu scheitern drohte, Bekenner anderer Confessionen, welche sich energisch und warm ihrer israelitischen Mitbürger annehmen und solche aus ihrer Roth befreiten. Päbste und andere katholische Geistliche, waren oft nächst Gott die einzigen Retter des jüdischen Volkes. Darum „Ehre, dem Ehre gebührt." Darum nicht den Feind mit dem Freund zurückstoßen, der es gut mit uns meint. Herr Pfarrer Dr. Wieland in Hof he im hat, als er von dem Treiben der judenfeindlichen Liga in seinem Wirkungskreise vernommen, in verflossener Woche die Schuljugend Hofheims ernstlich ermahnt, gegen die isr. Kinder und gegen erwachsene Israeliten in keiner Weise sich gehässig zu zeigen, widrigenfalls er sie disciplinarisch bestrafen und mit aller Strenge gegen sie Vorgehen müßte, beziehungsweise gegen ihre Eltern. Auch von der Kanzel herab ermahnte am verflossenen Sonntag der edle Seelenhirte seine Zuhörer, den konfessionellen Frieden doch nicht zu stören und sich ein Beispiel an der Mäßigkeit, Nüchternheit, Sparsamkeit ihrer isr. Mitbürger zu nehmen, denn dadurch wurde jede feindselige Strömung von selbst aufhören. Der Stadt Hofheim ist zum Besitze eines solch edlen und charaktervollen^ Mannes nur Glück zu wünschen. Wenn alle Geistliche, sowohl der protestantischen als katholischen Religion, dem Vorgänge des genannten Kirchenhirten folgen würden, so würde gar bald dem antisemitischen Treiben ein Damm gesetzt werden. Doch zagen wir nicht, was die Zukunft auch bringen mag. rwi DU’ üb o „Es schläft nicht und schlummert nicht der Hüter Israels!" Dessau. Der „Anhaltische Staatsanzeiger" enthält die folgende Nachricht: „Der königlich preußische und ^herzoglich anhaltische Hof-Bankier, Verwalter der Schatulle Sr. Majestät des Kaisers und Königs, Geheimer Ober-Finanzrath Baron Moriz v. Cohn in Dessau ist von Sr. Hoheit dem Herzog Ernst von Sachsen-Coburg und Gotha zum wirklichen Geheimen Nathe mit dem Prädikate „Excellence" ernannt worden." Oesterreichisch-Ilngarische Monarchie. Pesth. Zu dem Ball, der Samstag im Comitatshause, und zwar zu Gunsten der Waisen von Comitatsbeamten abgehalten wurde, ist auch ein Israelit, welcher Virilist des Comitates ist, eingeladcn worden. Da derselbe erfuhr, daß außer ihm kein Israelit, auch keiner der israelitischen Comitatsbeamten geladen wurde, so retournirte er seine Einladungskarte, schloß aber mit Rücksicht auf den humanen Zweck 100 fl. bei, was dankend angenommen worden ist. Pesth. DieZeitungen hatten vor einigerZeit gemeldet, daß ein in Amerika verstorbener Erzbischof jüdischer Abstammung seine in Polen lebenden jüdischen Verwandten zu Erben eingesetzt hat. Wie wir nun in „Marmaros" lesen, hat sich auch der Schwiegersohn des Rabbiners von Nagybanya, als Neffe des Erblassers , mit seinen Ansprüchen gemeldet und ist derselbe bereits zum amerikanischen Consul nach Wien wegen Behebung der Erbschaft berufen worden.

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