Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 20 (1879)
- Issue
- Heft 50 (10.12.1879)
- Date
- 1879-12-10
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2446951-2447797-2447846--16992-2472997- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
XX. Jahrgang. Zweite Geilage ju Ar. 50 des Israelit. S*S! Zeitungsnachrichten und (-orrespondenzen. Oester reichifch-Ungarische Monarchie. Eisenstadt, im December. Bekanntlich hat der unermüdlich strebsame Herr HofwechcUr Ignatz Deutsch in Wien vor einigen Jahren Lurch persönliche Verwendung bei Sr. kaiserl. Majestät es erwirkt, Laß d-m all iin gerichteten Ersuchen der Errichtung eines k. k Corsulals in Tripolis und der Ernennung eines dortigen jüdischen Eingeborenen für dieses Amt, gnädige Fol>.e gegeben wurde. Es war dies wieder ein so edler Gr adenakt des wahrhaften r/'i' idh b!^ noba und eine segensreiche Folge des üi 'iON2 wirkun srnckkn Einflusses des rühmlichst bekannten ^'^i wie die jüdische Geschichte der l-tzten Jahrzehnte in Oesterreich-Ungarn so viele dankbarst zu verzeichnen hat. Diese Thatsache dürste allgemein bekannt sein. Als weniger bekannt aber darf ich voraussetzen, daß nur dem Lirecten Einschreiten Sr. kaiserl. Majestät durch persönlich erlheilten, allerhöchsten Auftrag, dqF k. k. Consulat in Tripolis erricgtet wurde. Bei Gelegenheit der silbernen Hochzeitsfeier hat sowohl der ernannte jüdische k. k. Couful in Tripolis, wie auch Herr L. H. Hazan, brand-Uabbin de la Comunite JVraeiite de Tripolis et de la Berberie im Namen sämmtlicher Gemeinden und Rabbinen ihre ergebensten Wünsche, wie auch entsprechende Geschenke durch Herrn Ignatz Deutsch übergeben lassen, die auch huldvoll angenommen wurden. Wie rch Gelegenheit hatte, aus zuverlässigster Quelle zn hören, haben Se. Majestät deren allerhöchsten Dank durch den k. k. Generalconsul in Malta den genannten Herren huldvollst auszudrücken befohlen. Herr L. B. Hazan, der früher Gin in p"ny c^tcni' war, meldet aber zugleich sehr Tröstendes und Dringendes, das geeignet ist, die vollste Beachtung in den weitesten jüdischen Kreisen zu flnden. Seit der Jnaugurirung des k. k. ConsulateS durch einen eingeborenen Juden in Tripolis ist das Ansehen der dortigen Jehudim sehr gehoben, ja diese Thatsache der Vertretung einer europäischen Großmacht erwies sich so ehrenvoll und respecteinflößend, daß eitdem kein einziger Akt der Willkür und des Angriffes stattgefunden. Leben, Eigenihum und Ehre der dortigen Juden sind re schützt 'n ’iDrp durch die Flagge des österr. ungar. Reiches, und ist dies von unermeßlicher Trageweite. Viele Chachamim und Vorsteher der Gemeinden in Nordasrika, China, In ien, Asien, die eben mit genanntem Chacham in Tripolis in stetem Verkehr stehen, haben ihn nun zum Dolmetsch ihrer ergebensten Bitte gemacht, dahin zu streben, daß auch in den genannten Ländern Consuiate errichtet werden. Sie bezeichnen dies sehr rührend als den einzigen zuverlässigen Weg, der zu ihrer Rettung vor Willkür und Wahn führe. Bei Gelegenheit meiner jüngsten Anwesenheit in Wien dH'2 -o-o war es mir gegönnt, mich über diese so hochwichtige weittragende Angelegenheit theilweise zu unterrichten. Ich mußte zu der Ueberzeugung gelagcn, daß es dringend notwendig sei. daß alle Jehudim in den Ländern Deutschland, Frankreich und England, die von Einfluß sind, bei ihren resp. Negierungen die hochheilige Pflicht haben, dusen dahin geltend zu machen, daß von diesen europäischen Großmächten ebenfalls eingeborene Israeliten zu Konsuln ernannt werden, und so europäische Gesittung und Humanität, gestützt durch ihre Macht unseren armen Glaubensgenossen in diesen Ländern der Verwilderung und der Gesetzlosigkeit zu Gute kommen. Es eröffnet sich dem Jehudi, der mit warmer Liebe seinen Glaubensgenoss n zugethan ist, eine weite hoffnungsreiche Aussicht. ein Feld der Thätigkeit, würdig der Bestrebungen der Edelsten. Und doch ist das Mittel sehr einfach und noch mehr die Erfahrung der außerordentlichen Nützlichkeit bereits gewonnen. Indem tch mir erlaube diesen Ruf '2b nn'po an die Öffentlichkeit ergehen zu lassen, glaube ich eine rmo 121 erfüllt zu haben. Es ist nunmehr an rie Vertreter der jüdischen Presse sich dieser Sache anzunehmen und sie M '12,12 zur Ausführung zu bringen. Salomon Kutna^ Rabbiner.