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Der Israelit · 1879-09-13 · Heft 40-41 (13.9.1879) · page 25

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Journal
Der Israelit
Volume
20 (1879)
Issue
Heft 40-41 (13.9.1879)
Date
1879-09-13
Page
– (sequence 25)
Language
German
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XX. Jahrgang. Dritte Leilage M tlr. 40 & 41 des Israelit. Zeitungsnachrichten 8f tkvrrespondenze«. Oesterr. * Ungarische Monarchie. Pesth. Unser Cultusministerium hat in munifizenter Weise unserm Glaubensgenossen, dem vorzüglichen Jdiotenlehrer Frimm, der bisher seine Anstalt in der unmittelbaren Nähe der Hauptstadt auf eigene Kosten führte, in Anerkennung seiner Leistungen und Verdienste um die junge Anstalt, daS ehemalige Paulinerkloster auf dem „Zobor" in Neutra nebst reichlicher Dotation für alle Zeiten über.affen. (Ung. Jsr.) Szolyva (Ungarn). Unser Ort, speziell aber die iSr.el. Gemeinde in demselben, ist in tiefe Trauer gehüllt; Weinen und Klagen ertönt von einem Ende de. Ortes zum anderen. Es ist jetzt ein Jahr, als ich während meiner Anwesenheit in Budapest zufällig Zeuge eines großen Unglücks war. welches sich im Tempel der israel. Cultusgemeinde durch den Zusammenbruch einer Treppe ereignete; etwas Aehnliches ist auch hier geschehen, nur daß die Folgen entsetzlicher gewesen. Die iSrael. Gemeinde besitzt hier ein Bethaus, welches sich in einem geradezu polizeiwidrigen Zustande befindet; das Haus ist alt und baufällig, und was daS Eigenthümlichste ist, es befindet sich unter demselben ein allgemeines Bad, welches die Gemeinde vor einigen Jahren hat graben lassen und wogegen schon damals von vielen Seiten alle erdenklichen Vorstellungen erhoben wurden. Es war heute, am Neujahrstage. DaS erwähnte BethauS war im wahren Sinne des Wortes überfüllt, namentlich in der Frauenabtheilung war kein Plätzchen frei. Da hört man plötzlich während des Gottesdienstes ein unterirdisches Knarren und Knistern; Alles im Tempel horcht auf. an das Gebet denkr Niemand mehr. Kurze Momente weiß Niemand, waS vorgeht; da werden aus den Reihen der Frauen grelle Schreie laut, in der Frauenhalle senkt sich plötzlich der Boden und man sieht mit Entsetzen, wie ^anze Reihen der Frauen versinken. Fürchterliches ist geschehen. Der Fußboden des Bethauses ist zusammengebrochen; die an der Stelle des i Einbruchs s i ch befindenden Frauen sind in das unter dem Bethause sich befindende Bad hinabge stürzt. Die Verwirrung, welche in dem Bethause herrschte, ist gar nicht zu beschreiben; es war ein Zetergeschrei, wie mir in meinem Leben AehnlicheS noch nicht vorgekommen ist. Alles schrie und jammerte durcheinander, Hilfe aber wurde erst gebracht, als auf das Jammergeschrei von der Gasse die Leute in den Tempel stürzten. Das Unglück zeigte sich als ein entsetzliches. Von den in das unter dem Tempel befindliche Badebassin kopfüber hinabgestürzten Frauen fanden achtzehn und ein mit ihnen h i n a b g e f a l l e n e r Knabe den Tod; acht Frauen sind schwer verwundet. ES war nur zu natürlich, daß hier ob dieses Unglücks eine nahezu an Verweifl ng grenzende Stimmung herrscht, außerdem aber ist alle Welt auch entrüstet darüber, daß die Vorstehung der Gemeinde auf die warnenden Stimmen keine'Rücksicht nehmen wollte, welche sich bezüglich der Baufälligreit des Tempels vernehmen ließen. Auch gegen die polizeiliche Behörde, welche hier im Ort ihren Sitz hat, wendet sich die allgemeine Entrüstung; sie kannte den baufälligen Zustand des BethauseS und hätte schon längst anordnen müssen, daß dasselbe abgetragen werde. Es kümmerte sich aber Niemand um das Haus und jetzt haben in Folge dieser Sorglosigkeit und Nachlässigkeit so viele Familien die traurigsten Verluste zu beklagen. Natürlich werden an die Beregher ComitatSbehörde ellenlange Berichte über das Unglück erstattet, damit kann man aber die Todten nicht lebend machen und die Trauernden nicht über ihre Verluste trösten. Neben der nur zu natürlichen Trauer und Entrüstung , welche hier allgemein herrscht, ist man denn doch auch begierig, ob die direct und indirekt an dem Unglück schuldtragenden Personen zur Verantwortung werden gezogen werden. Rumänien. Bukarest, 23. Sept. Mojorescu erklärte in der Kammer, die Confervativen nehmen den Entwurf der Majorität an und würden denselben als wahren Ausdruck des Willens des Landes unterstützen. Derselbe bat die Regierung, sich der Mei-

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