Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 20 (1879)
- Issue
- Heft 34 (20.8.1879)
- Date
- 1879-08-20
- Page
- – (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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XX. Jahrgang. Dritte Geitage;u Ar. 34 des Israelit. Aeit«VgSua<hri«Hleu Eorrefponbenzen» | Nothleidenden im heiligen Lande re. an das Cen-; tralcomite zu Amsterdam zu senden. — Die Summe Deutschland. § der in diesem Jahre für die obengenannten Zwecke Mainz, 19. Aug. Wir waren so glücklich,! von uns gesammelten und übersandten Spenden heute wiederum 3724 M. zum Besten der Armen,! betragt nunmehr 29,310 M. 30 Pfennige. A N ZJiJ^G E N. Für den folgenden Theil ist die Redaction nicht verantwortlich Oessentliche Erklärung. Die Unterzeichneten finden sich zu der nachfolgenden Erklärung veranlaßt: Seit acht Jahren besteht an unserem Orte ein Asyl, worin kranke Glaubensgenossen, welche aus den west-russischen Grenzbezirken arm und hilfesuchend so zahlreich zu uns herüber kommen, Aufnahme und Pflege finden. Viele Hunderte sind entweder geheilt entlassen worden, oder haben zum wenigsten daselbst ein stilles und sicheres Plätzchen gefunden, um ihren von Krankheit und Elend aller Art zerrütteten Körper zum Sterben niederzulegen. DaS Haus, an welches zwei Gartengrundstücke sich anschließen, ist gekauft und eingerichtet worden von Dn milden Gaben vorzugsweise deutscher Glauvensbrüder, welche uns so reich bedacht hatten, daß selbst nach der vollständigen Einrichtung noch ein kleines Kapital von etwa 12,000 Mark übrig blieb, dessen Zinsen als Verpflegungszuschuß dienten. Die Hauplpflege und Unterhaltung aber empfing das Krankenhaus theilweise durch regelmäßige Beiträge hiesiger Gemeindemitglieder, größtentheils jedoch dadurch, daß die.russischen Kaufleute, welche mit unserer Stadt in Gkschäftsbeziehung stehen, sich dazu verstanden haben1 ^2resp. y* pro Mille (Wassertransporte , Eallhtransporte pro Mille) von dem Belaufe Ws abgeschlossenen Geschäfts (Bickur-Cholim) aHuführen. Das war Anfangs eine sehr beträchtliche Einnahme. Allein es ist bekannt, daß unsere See^ und Handelsstadt seit mehreren Jahren durch eine in Wahrheit und Wirklichkeit vernichtende Krisis heimgesucht worden ist. Die Beiträge der einen und der anderen Art sind nach und nach fast ganz und gar verstecht und>die Unterzeichneten sahen sich vor die Alternative gAellt, entweder das Krankenhaus ganz zu schließen^dder zu seiner Unterhaltung den obengenannten, trn einem hiesigen Bankhaus niedergelegten Fonds änzugreifen. Der erste Fall wäre ein zu schmerzliches, folgenschweres Mißgeschick gewesen, so entschlossen wir uns denn zu dem andern Falle mit der zuversichtlichen Hoffnung zu Gott, und unseren mildherzigen GlaubenSbrüdern, daß diese uus unterstützen werden in der Erhaltung und Unterhaltung unseres Krankenhauses und daß wir bei einem früher oder später durch die Noth veranlaßten Aufrufe milde und offene Herzen und Hände finden werden. Schließlich soll noch, auch als öffentliche Anerkennung für den edeln Mann, mitgetheilt werden, daß das Krankenhaus von einem hiesigen jüdischen Arzte. Dr. Fürst, mit einer geradezu unvergleichlichen Sorgfalt und Aufopferung unentgeltlich gewartet und behandelt wird. So viel zur Aufklärung der gütigen Spender, welche zur Errichtung und Unterhaltung des Gott, Glauben und edler Menschlichkeit angemessenen Instituts beigetragen haben und beitragen werden. Memel, 21. Menachem (10. Aug.) 5639 (1879). Der Vorstand des „Israelitischen Krankenhauses:" Rabbiner I-r. Rülf, Inspektor ^Rabbiner S. A. Wohlgeinnth, Inspektor; N. Margttttes, Cassirer. Das Curatorium: Elias Vehr; S. Bloch; Leiser Lew«); Rubin Schletz; I. Taubmann. [2512