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Der Israelit · 1879-07-16 · Heft 29 (16.7.1879) · page 25

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Journal
Der Israelit
Volume
20 (1879)
Issue
Heft 29 (16.7.1879)
Date
1879-07-16
Page
– (sequence 25)
Language
German
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XX. Jahrgang. Dritte Lrilagc M Ar. LS des Israelit. Zeitungsnachrichten 4t Gorrespoudenze«. Deutschland. Frankfurt a. M., 9. Juli. In der zweiten Beilage zu Nr. 27 des „Israelit" ist ein Artikel über daS Sara Georgine von Rothschild'sche Hospital enthalten, welcher von einer zwar wohlwollenden aber mit den Verhältnissen wenig vertrauten Hand herzurühren scheint und daher einige Jrrthümer enthält, überhaupt kein ganz zutreffendes Bild der sehr wohlthätig wirkenden Anstalt gibt, eS dürfte daher eine Berichtigung und Darstellung an der Hand des Jahresberichts der Verwaltungscommission wohl am Platze sein. Vor Allem ist zu bemerken, daß daS Hospitalgebäude nicht erst seit drei Wochen eröffnet ist, sondern am 1. Oktober vorigen Jahres seiner Bestimmung übergeben wurde. Die Stiftung selbst ursprünglich mit einem Capitale von fl. 50.000 ausgestattet, datirt vom Februar 70, erhielt am 2. Dec. 70 die königliche Bestätigung. das Hospital wurde aber schon im März 70 vorerst in den beschränkten Räumlichkeiten eines zu diesem Zwecke angekauften von den Stiftern dem Barone und der Baronin Wilhelm von Rothschild geeignet eingerichteten Hauses am Unterweg eröffnet. In diesem Hause wurden bis zur Uebersiedlung in das neue von den Stiftern auf eigene Kosten erbaute Hospitalgebäude 377 Patienten mit 15928 Verpflegungstage frei verpflegt und dafür der Betrag von ca. M. 90,000 ausgewendet. Diese an und für sich schon sehr bedeutende und segensreiche Wirksamkeit wird durch die im neuen Hospitalgebäude sich ergebende weit übertroffen, indem dort stets zwölf Patienten freie Aufnahme, sorgfältige Verpflegung und vorzügliche ärztliche Hilfe finden, außerdem können noch sieben zahlende Patienten ausgenommen werden. Um die Kosten, für welche die Erträgnisse des Stiftungscapitals lange nicht ausreichend sind, zu decken, haben die Stifter eine jährliche Subvention von M. 26,400 bewilligt. Das neue sehr stattliche Hospitalgebäude, des- Flächeninhalt 450 Hj.Meter beträgt, ist nach tcn neuesten Resultaten der Heilwissenschaft erbaut und mit allen erdenklichen Hilfsmitteln derselben ausgestaltet. So sind z. B. die Dampfheilbäder, eine ganz neue Erfindung, die auf der Pariser Ausstellung so viele Anerkennung fand, sonst nirgends in Frankfurt zu bekommen, wahrscheinlich auch nicht in größerer Entfernung. Der Garten ist mit zum Theil 10- und 15jährigen Bäumen neu angelegt, bedarf naturgemäß der Zeit zu seiner vollen Entwicklung. Was aber am meisten hervorgehoben werden muß, wie daS auch in dem angeführten Artikel geschehen, ist die innigste Verbindung der religiösen mit den humanen Erfordernissen. Die Statuten, Geschäfts- Hausordnung und Instructionen zeigen von einer fast rührenden Sorgfalt und Hingebung der edlen Stifter für die Sache der Religion und dürften gleich dem Hospitalgebäude selbst ähnlichen Anstalten zum Muster dienen. Um für alle Zukunft den Charakter der Stiftung zu erhalten, ist dieselbe der hiesigen isr. Religionsgesellschaft unterstellt, deren Vorstand im Verein mit ihrem Rabbiner den Hospitalvorstand bildet, welcher seineseitS die Verwaltungscommission wählt und eines seiner Mitglieder in dieselbe deputirt. Erfreulich ist es zu bemerken, daß die Stifter unausgesetzt das wärmste Interesse für ihre Stiftung bekunden und solche in jeder Weise fördern. Die Stiftung selbst aber wird stets als ehtp D»n unserer heiligen Religion, die solche Blüthen zu zeitigen vermag, zur Ehre gereichen. Rumänien. Die Rumänen treiben ein gefährliches Spiel, indem sie die Durchführung des Artikel 44 des Berliner Vertrags zu umgehen suchen. Dieser Artikel benimmt bekanntlich, daß die Ausübung der politischen und bürgerlichen Rechte nicht mehr von einem Glaubensbekenntnisse abhängig gemacht werden dürfe: mit andern Worten, der Berliner Congreß ver.angte als Preis für die Anerkennung der Unabhängigkeit Rumäniens die vollständtgeK?nmncipation der Juden. Die Negierung k^S^ürsten Carl zeigte sich dieser Forderung geneigt uch) als die Neuwahlen eine bedeutende Mehrheit. das- Ministerium Bratiano ergaben, glaubte ^nan^vielfach, daß nun alle Schwierigkeiten überwüyde-r seien. Mit Unrecht, wie aus den unsinnigen Bestimmungen zu ersehen ist, durch welche die Der-

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