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Der Israelit · 1879-06-04 · Heft 23 (4.6.1879) · page 23

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Journal
Der Israelit
Volume
20 (1879)
Issue
Heft 23 (4.6.1879)
Date
1879-06-04
Page
– (sequence 23)
Language
German
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603 Dringende Bitte. Ein haarsträubendes Unglück hat leider eine brave, jüdische Familie hier betroffen. Nach vorangegangener mehrjähriger Krankheit war der Mann 'n"jn so weit hergestellt, daß er seine zahlreiche. arme Familie wieder ernähren konnte. In der Nacht vom 19. d. M. entstand im Hause dieser Familie Feuer und griff mit solcher Schnelligkeit um sich, daß fast Alle mit Brandwunden bedeckt nur das nackte Leben retten konnten. — Ein Kind von 10 Jahren ist leider! in den Flammen elendig umgekommen. Der Mann, der seine Familie aus den Flammen geholt, war mit Brandwunden so bedeckt, daß er schon Tages darauf seine Wunden erlegen ist. Die Frau mit 4 kleinen Kindern, von denen das älteste 7 Jahre alt ist. steht nun, ihres Ernährers beraubt, arm und hilflos da. Wir wenden uns daher an alle edel denkende Menschen die Noth, das Elend und den Jammer dieser Unglücklichen durch milde Gaben zu lindern, 'n injn dio bt* bwn nstw Die Gaben bitten wir, entweder an die verehrliche Expedition dieses Blattes oder an den Unterzeichneten Vorstand gütigst senden zu wollen, und wird darüber öffentlich dankend quittirt werden. Scharmbcck b. Bremen im Mai 1879. Der Vorstand: 1647] E. Ries. I. Gotthelf. ine höchst traurige Catastrophe versetzt unsere tiefbetrübte Gemeinde in die schmerzliche Lage, die Hilfe anderer Gemeinden anzurufen. Montag den 12. d. Mts. hat ein gegen 10 Uhr ausgebrochenes Feuer Hab' und Gut unserer Gemeinde vernichtet. Synagoge, Schule, Gemeindehaus und Frauenbad liegen in Schutt und Asche. DaS Maß des Unglücks aber ist um so großer, wenn man bedenkt,' daß 16 jüdische Familien von einer nur aus 25 Mitgliedern bestehenden Gemeinde total abgebrannt sind, während die übrigen mehr oder minder starke Verluste zu ertragen hatten. Kurz, unsere Gemeinde ist so schwer betroffen, daß wir verzagten, wenn nicht die Hoffnung auf fremde Hilfe, wie wir sie so oft bethätigt, uns aufrichten würde. Trotz der großen persönlichen materiellen Verluste, die wir erlitten, schmerzt es uns am tiefsten, daß uns gänzlich ein geeignetes Local fehlt, wo wir uns zum Gebete vereinigen, wie es in hiesiger Gemeinde stets in würdiger Weise üblich war. Der Mangel an Privatwohnungen sogar ist in Folge der riesigen Dimension der Brandstätte so groß, daß viele unserer Glaubensgenossen in den benachbarten Dörfern, wo keine Israeliten wohnen, ihr Unterkommen suchen mußten. Unter diesen Verhältnissen halten wir es deßhalb für eine der ersten und heiligsten Aufgaben, noch im Laufe des Sommers mit dem Bau der Synagoge und Schule zu beginnen. Unsere Gemeinde gehörte nach Verhaltniß ihrer Größe zu den opferfähigsten. Niemand ging mit leeren Händen von uns, der unsere Wohlthätigkeit beanspruchte. Hilfs - Aufrufe in den Zeitungen, Noth in den Nachbargemeinden fanden bei uns stets bereitwilliges Entgegenkommen. Wir hoffen daher zu Gott, daß auch wir mitleidige Herzen finden werden und richten die innigste Bitte an den verehrlichen Cultusvorstand, uns Ihre Hilfe zum Aufbau der Synagoge und Schule nicht zu versagen. Geldspenden beliebe man gütigst an einen der Unterzeichneten zu senden. Tann a. d. Rhön, den 18. Mai 1879. Wormser, Districtsrabbiner in Gersfeld. B. Freudenthal I., Cultusvorsteher (in Firma (Stern & Freudenthal). L. Hecht, Lehrer. B. Frendenthal II., Cassier. [1643 S. Heilbeonn (in Firma Gebr. Heilbronn). Ich betone hier nachdrücklichst, daß das durch diesen Aufruf angeregte Unterftützungswerk nicht den Privaten, sondern dem Aufbau d^r Synagoge wie überhaupt nur den religiösen Institutionen zugedacht ist. Wormser, Districtsrabbiner. Zur Empfangnahme hat sich auf Wunsch Herr Buchhändler I. Kanffmann in Frankfurt a. M. bereit erklärt. in religiöses Mädchen, zuverlässig und tüchtig in der bürgerlichen Küche, ordnungsliebend, accurat und umsichtig im Hauswesen, bevorzugt, wenn solche Schneidern kann, findet unter Versicherung familiärer Behandlung als Stütze der Hausfrau alsbaldigen Antritt. Bewerberinnen mit bescheidenen Ansprüchen wollen ihre Offerten sub D. P. 583 im „Invalidendank" Dresden einreichen. [1641 Cgür unser Kurzwaaren - Engros - Geschäft — das o ns» geschlossen — suchen wir zum baldigen Eintritt einen mit guter Schulbildung ausgerüsteten Lehrling. Bedingungen günstig. [1639 Cöln. Gebr. Kauffmann.

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