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Der Israelit · 1879-03-19 · Heft 12 (19.3.1879) · page 17

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Journal
Der Israelit
Volume
20 (1879)
Issue
Heft 12 (19.3.1879)
Date
1879-03-19
Page
– (sequence 17)
Language
German
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XX. Jahrgang. Zweite Beilage zu Nr. 18 -es Israelit. Leitender Artikel. Literarischer Bericht. Arbeit und Handwerk im Talmud von Dr. S. Meyer, Herausgeber der „Jüdischen Presse." Berlin, Julius Benzian. 1878. „Bei dem ungeheueren Material, welches sich im Talmud der Sichtung und Bearbeitung bietet, kann die intensive Kenntniß des Inhalts nur durch Herausgreifen einzelner Stoffe und ihre systematische Behandlung wesentlich gefördert werden." — Eine solche Förderung bedeutet die uns vorliegende Schrift, deren Gegenstand hier zwar nicht zum ersten Mal erörtert wird, die demselben jedoch eine erschöpfende Behandlung zu Theil werden läßt, wie er sie in den bislang erschienenen einschlägigen Abhandlungen nicht gefunden. Sie zerfällt in zwei Abschnitte und zeigt im ersten die Hochschätzung, dre der Talmud sowohl in der Theorie als in der Praxis Handwerk und Handwerkern entgegen brachte Im zweiten Abschnitte wird unsere Aufmerksamkeit auf das Allgemeine der einzelnen Handwerke, ihre Stellung, Gliederung und Organisation in überaus anziehender und belehrender Weise gelenkt, während die Art der Ausübung und die Produktionen der einzelnen Gewerke nebst einer Darstellung des Arbeiter- und Handwerkerrechts für eine spätere Darstellung in Aussicht genommen sind. Die ganze Arbeit zeugt von einer gründlichen Beherrschung des Stoffes und einer sehr großen Belesenheit und Vertrautheit mit dem weitschichtigen Material, das mit vielem Geschick verwerthet und in übersichtlicher Form systematisch gegliedert ist. Wir vermissen nur ganz wenige einschlägige Talmudstellen, deren Fehlen zwar dem Werth der vorliegenden Arbeit keinerlei Abbruch thut, die wir daher nur derVollständigkeit wegen gewünscht hätten. S. z. B die Stelle Baba Meziah 30 b. ma ni nnb nymm (ia DJisrnP nuDiN ddp mo1?!? 'd) orpn Daß hier ba& Handwerk geradezu der Weg genannt wird, der zur Kenntniß der Thora führt, dürfte die Hochachtung des Talmud vor dem Handwerk wie wenig andere Aussprüche constatiren. Die Abhandlung ist auch außerdem reich an vielen schwierigen Wort- und Sacherklärungen, die mit ihrem eigentlichen Gegenstände nur in mittelbarer Verbindung stehen. Wenn S 22 nrnp my dupd »a*i idw übersetzt wird: Es sprach Rabbi wegen der heiligen Gemeinschaft, statt Namens der heiligen Genossenschaft , so ist dies nur ein lapsus oslami, der ohne die sonstige Gründlichkeit bei Uebertragung der Citate nicht auffallen würde. In der Schlußnote, in welcher der Berf. aus bloßen Wahrscheinlichkeitsgründen gegen Delitzsch'S Ansicht den Gebrauch der Taschentücher in der talmudischen Zeit annimmt, glauben wir der Delitz'schen Ansicht beipflichten zu sollen. ES ließe sich das aus verschiedenen Redewendungen und vielleicht auch aus gesetzlichen Bestimmungen erweisen. — Wie tatsächlich unbekannt der Gebrauch der Taschentücher selbst in nachtalmudischer Zeit im 15. Jahrhundert war, beweist eine Notiz im nsD y'nno (Warschau '-6"n) S. 61: *pa mn rrn wm nwan rvaa nmnn pnöa p>o -ua ft mm nin« la^ffna Tna y« «vi iDöin rvrva ia laipoa nsn« njmi iba^o *paa ,injoa r^na. —n— Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. Mainz, 17. März. Das entsetzliche Unglück, welches die große, volkreiche und wohlhabende Stadt Szegedin in Ungarn betroffen, erfüllt die Herzen aller Menschenfreunde mit unsäglicher Trauer. Wir wollen hier nur bemerken, daß in Szegedin viele Hunderte jüdischer Familien wohnen oder vielmehr gewohnt haben, die zweien Gemeinden, einer orthodoxen und einer Reform-Gemeinde, angehören. — Direkte Nachrichten, die wir erhalten haben, bestätigen, daß das Gerücht, nach welchem die Synagoge eingestürzt sei und die in dieselbe Geflüchteten verschüttet habe, unwahr ist. — Ueberhaupt sind G. s. D. nicht so viele Menschenleben hinweggerafft worden, wie Anfangs berichtet wurde. Aber das Elend und die Noth sind über alle Beschreibung groß, und das Peßachfest ist vor der

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