Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 19 (1878)
- Issue
- Heft 38 (18.9.1878)
- Date
- 1878-09-18
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
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XIX. Jahrgang. Zweite Beilage 311 Ar. 38 des Israelit. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Türkei. Smyrna, 24. August. „Die Engländer machen nun wirklich Ernst mit dem Bau der von ihnen projectirten Euphralbahn. Englische Ingenieure und Agenten bereisen nämlich schon Mesopotamien, wo Erstere nun die für den Bau dieser Bahn nöthigen Terrainstudien machen, Letztere wieder die nöthigen Landstriche ankaufen.. Die Bahn wird nun, wie jetzt verlautet, bei Racca, unweit Aleppo, den Euphrat übersetzen , um Zaun von hier aus längst des linken Ufers dieses Stromes bis Anbar zu laufen, von wo sie dann nach dem am Tigris gelegenen Bagdad geführt werden wird. Das Städtchen Hille am Euphrat, in dessen unmittelbarer Nähe die Ruinen von Babylon, oder wie es in der heiligen Schrift heißt, Babel, liegen, wird wegen seines großen Gewerbefleißes und Handels eine Hauptstation dieser Bahn werden,' zumal man erwartet, daß diese Ruinen bald auch viele Vergnügungsreisende aus allen Theilen der Welt hierher ziehen werden. Die Residenz des Königs Nebucadnezar wird also bald die Lokomotive an sich vorbeifliegen sehen, und an den Strömen Babyloniens, wo einst die Nachkommen der Patriarchen trauernd saßen und um Zion klagten, werden dieselben als Aktionäre dieser Bahn oder Vergnügungsreifende erscheinen und mit Staunen die großartigen Ruinen des Palastes betrachten, in dem vor ungefähr dritthalbtausend Jahren die babylonischen Feldherren den Plan zur Eroberung Jerusalems entworfen haben. Aber außer diesen Ruinen gibt es noch andere dort, die nicht minder das Interesse und die Neugierde aller Reifenden erregen werden. Da ist z. B. der noch vollständig erhaltene Unterbau des ehemaligen babylonischen Thurmes zu sehen. der 2210 Fuß im Umfange mißt, in dem aber heute Löwen und Schakale Hausen, dann sind da die Ueberreste der hängenden Gärten, welche die Königin Semiramis angelegt hat, die Ruinen des Belustempels und von zahllosen anderen Tempeln, des Bal, der Astarte u. s. w. Eine Vergnügungsreise von Wien nach Babylon wird ungefähr acht bis neun Tage in Anspruch nehmen und zwar zwei Tage Bahnfahrt nach Salonich, fünf Tage die Seereise von Salo- «ich nach Alexandrette und zwei Tage die Bahnfahrt von da nach Babylon. Algerien. Algier, im August. Dem Bulletin de 1& Societe de geographie commerciale de Bordeaux entnehmen wir nachstehende Notizen: Nach Aufzeichnungen und Beobachtungen des Dr. Bertherand, der von dem Jahre 1864 an bis zum 1. Juli 1877 in der Provinz Algerien und der Stadt Algier fämmtliche Todesfälle von Personen, die das achtzigste Jahr überschritten hatten, aufzeichnete, beträgt die Totalsumme der in diesem Zeiträume in einem Alter von 80 bis zu 118 Jahren Verstorbenen 1390 Personen, bei einer BevölkerungSzahl von 2,868,977 Seelen. Die Stadt Algier participirt an der Summe allein mit 1330 Fällen. Durchschnittlich gibt dies in den 13*/a Jahren für jedes Jahr im Mittel 102,96 Todesfälle. Dem Alter nach vertheilt sich die Summe folgendermaßen : 845 Fälle in dem Alter von 80—90. 383 im Alter von 90 -100, 162 im Alter von 1O0 Jahren und darüber. Die Hundertjährigen find in der Zahl 162 folgenderweise enthalten: 88 von 100 Jahren; 46 von 101—105 Jahren; 23 im Alter von 105— 110; 11 von 110—115; Einer von 117 und Einer von 118 Jahren. Nach dem Gefchlechte vertheilen sich die Todesfälle auf 531 Männer und 859 Frauen. Es bestätigt dieses letzte Resultat wieder die schon oft gemachte Erfahrung: daß im Allgemeinen die Lebensdauer der Frauen eine größere ist als die der Männer. Namentlich bei den lOOjahrigen tritt dieses sehr zu Tage: auf 50 Männer kommen 112 Frauen. Nationalitäten repräsentirt die Zahl 139O folgende: Eingeborene Muselmänner 841; Israeliten 268; Spanier 155; Franzosen 104; Italiener 30; Engländer (von Malta) 11; Deutsche 1. S