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Der Israelit · 1878-07-17 · Heft 29 (17.7.1878) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
19 (1878)
Issue
Heft 29 (17.7.1878)
Date
1878-07-17
Page
– (sequence 1)
Language
German
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ilX. Jahrgang. Der Israelit Ein Central-Organ für das orthodoxe Iudenthnm. HerauSgegeben von Dr. Lehmann in Mainz. Mittwoch, den 17. Juli 5638 (1878). Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Mittwochs,, in mindestens 2 Bogen. Preis des Jahrgangs 10 Reichs - Mcwk. Man abonnirt ganzjährig, halbjährig oder vierteljährig. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. — Inserate 25 Pfennige die Petitzeile oder deren Raum. — Oesterreichische Banknoten laut CourS. — Directe Franwzufendung unter Streifband oro Jahrgang 12 Reichs-Mark oder 7 fl. östcrr. an die Expedition franco einzusenden. Inhalt. Leitende Artikel: Lessing's Nathan, der Weise. — Die Segnungen des Friedens. — Zeitungsnachrichten und Correfpondenzen: Deutschland: Berlin. Bernn. Breslau. — Austraulien: Melbourne. — Feuilleton: Simon Reding. Anhalt der ersten Neilage: Leitender Artikel: Friede. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Deutschland: Aus Bayern. Berlin. Frankfurt a. M. Posen. Anstatt der zweiten.Aeitage: Leitender Artikel: Literarischer Bericht. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Deutschland: Berlin. Berlin. Frankfurt a. M. Elberfeld. Mellrichstadl. — Rumänien : Bukarest. Bukarest. Bukarest. — Deutschland: Berlin. — Anstatt der Krtra-Nettage. Spenden-Verzeschnisse. Leitende Artikel. Lesstng's Kathan, der Weist. I. Mainz, 11. Juli. Am 15. November d. I. wird ein Jahrhundert verflossen sein, seitdem Lesstng das in der Ueberschrift genannte, epochemachende Drama zu schreiben begonnen hat. Wir glauben nicht zu viel zu sagen, wenn wir die Emancipativn der Juden von diesem Tage dattren. Um daS zu erklären, müssen wir zunächst auf die allgemeine Zeitverhaltnisse und die Lage unsrer Glaubensgenossen im Besondern zurückblicken. Wie der Zustand unsrer Glaubensgenossen i« Mittelalter war, ist allgemein bekannt. Wie wir eS dieser Tage in Kalifch erlebt haben, so genügte im Mittelalter der Ruf „die Juden haben dies oder das gethan!" um Mord, Todtschlag, Verbrennung und Vertreibung zur Folge zu haben. Die gräßlichen Folterqualen erpreßten nachher die Geständnisse. Die Reformation, von der man die neue Zeit zu datiren pflegt, änderte an dieser Sachlage nichts. Der entsetzliche Judenhaß Luthers und der andern Reformatoren verschlimmerte nur noch die Lage der Juden. Die meisten protestantischen Fürsten: Brandenburg, Sachsen, Hannover, Brannschweig, Mecklenburg, Schweden» Dänemark rc., ebenso die protestantischen Städte: Nürnberg, Augsburg. Erlangen, Bremen, Lübeck rc. verwiesen die Juden aus ihren Gebieten oder verwehrten ihnen den Eintritt. Die bornirten Glaubensanschauungen Luthers wie Calvin'- waren wenig geeignet, die Humanität zu befördern und in dem Menschen den Menschen anzuerkennen und zu würdigen. Erst Gotthold Ephraim Lefs i n g wuroe der Reformator der deutschen Nationalliteratur und des gesammten geistigen Lebens in Deutschland. Man nimmt gewöhnlich an, daß die französische Revolution von 1789 und die ihr folgenden Napoleonischen Kriege gleich elementaren

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