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Der Israelit · 1878-05-01 · Heft 18 (1.5.1878) · page 17

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Journal
Der Israelit
Volume
19 (1878)
Issue
Heft 18 (1.5.1878)
Date
1878-05-01
Page
– (sequence 17)
Language
German
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XIX. Jhargang. Zweite Lrilage ui Ar. 18 des Israelit. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Oesterr.-Ungar. Monarchie. Wien. Dem Jahres-Bericht der Wiener öffentlichen isr. Vereins-Volks-Schule „Talmud- Thora" (erste isr. Armenschule) für das Schuljahr 1877 entnehmen wir: In unseren Einnahmen zeigt sich ein nicht unwesentlicher Ausfall. Wenn wir auch der Munisicenz unseres Collegen, Herrn I. Friedländer, und dem Erfolge einer diesfalls eingeleiteten Sammlung es zu danken haben, daß das Gleichgewicht zwischen den Einnahmen und Ausgaben hergestellt werden konnte, so wollen wir doch im Interesse einer ruhigen und ersprießlichen Leitung der von uns erhaltenen Armenschule hoffen, daß die jederzeit sich kundgebende Opferwilligkelt unserer Glaubensbrüder von dem peinlichen Bewußtsein uns befreien wird, den Bestand unserer Anstalt vom Zufall abhängig machen zu müssen. Productiver kann wohl kaum ein Act der Wohlthätigkeit sich erweisen, als derjenige, welcher dem Jugendunterricht zu Gute kommt. An außerordentlichen Einnahmen haben wir zu verzeichnen: fl. 1000. — als Subvention der hiesigen Cultus- Gemeinde; „ 300. — als Subvention des löblichen Gemeinderathes; „ 1000. — aus dem Nachlasse des seligen Herrn Ludwig Ladenburg. Außerdem hat Herr Joachim H. Kobler fl. 300 in Renten-Obligationen mit der Bestimmung uns zugehen lassen, daß an dem Sterbetage seiner Gattin Theresia, geb. Hirsch, derselben als Wohlthäterin unserer Anstalt in dankbarer Erinnerung gedacht werde. Pesth. Bekanntlich wurde vor zehn Jahren die Gleichstellung der Juden in Ungarn ausgesprochen. nicht aber die Gleichstellung der jüdischen Religion mit den übrigen Confessionen im Lande. Dieser Tage gab im Reichstage ein Abschnitt des neuen Strafgesetzbuches, welcher über dis Vergehen und Verbrechen gegen die Religion und deren freien Ausübung handelt, zu einem lebhaften Streit zwischen dem Abgeordneten- und Oberhause Veranlassung. Das Oberhaus wünschte nämlich, daß im Gesetze blos von einem Vergehen gegen eine vom Staate „anerkannte" Religion die Rede sei. Das Abgeordnetenhaus glaubte jedoch, daß es gegen die Gewissensfreiheit verstößt, wenn man nur jene Religion vor. Vergehungen schützt, die vom Staate ausdrücklich anerkannt wurde und wollte daher die betreffenden Worte im Gesetze in „die gesetzlich nicht verbotene Religion" umändern, und als das Oberhaus nicht darauf einging, „die im Staate bestehende Religion" dafür setzen. Das Oberhaus hielt an seinem Standpunkt fest. Nachdem der Staatssecretär im Justizministerium sich wie nachstehend über die Angelegenheit ausgesprochen , nahm auch das Abgeordnetenhaus den betreffenden Paragraph nach der Fassung des Oberhauses an. Der Staatssekretär gab folgende Erklärug ab: Sprechen wir es doch offen aus, daß der ganze Streit zwischen beiden Häusern bloS um die jüdische Religion sich dreht. Das Abgeordnetenhaus fürchtet, daß durch Annahme des vom Oberhause vorgeschlagenen Ausdruckes „anerkannte Religion" die jüdische Religion vom staatlichen Schutze^ ausgeschlossen bliebe. Diese Befürchtung ist jedoch eine unbegründete, da die jüdische Religion als eine vom Staate anerkannte betrachtet werden muß. Steht doch der Staat mit den Judengemeinden und mit den Landesoertretungen der Juden in amtlichem Verkehre, haben doch die Rabbiner und jüdischen Lehrer das Stimmrecht bei allen politischen Wahlen, und die von den Rabbinen geführten Matriken besitzen den Charakter und die Glaubwürdigkeit von öffentlichen Actenstücken. Man kann daher überzeugt sein, daß der Ausdruck „vom Staate anerkannte Religion" auch der jüdischen Religion den vollen Schutz gewährt. Griechenland. CvrfUi Seit einem Monate erscheint dahier unter dem Titel „Mose" eine neue jüdische Monatsschrift, vom hiesigen Oberrabbiner N. E. Lewy redigirt. Dem ersten Hefte derselben entnehmen wir die Nachricht, daß die jüd. Soldaten in Griechenland von ihren christl. Kameraden auf's Herzlichste begrüßt werden. Ein griechisches Journal! drückt sich in Bezug auf die jüdischen Soldaten I folgendermaßen aus: „Diesen trefflichen und edlen I Söhnen entbieten wir unfern brüderlichen Gruß

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