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Der Israelit · 1878-04-17 · Heft 16-17 (17.4.1878) · page 22

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Journal
Der Israelit
Volume
19 (1878)
Issue
Heft 16-17 (17.4.1878)
Date
1878-04-17
Page
– (sequence 22)
Language
German
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412 Landes Biknr Cholim - Verein in Bndapest. □’bin npa Budapest, im Monate Adar H. 5638. Geehrte Glaubensgenossen! Vor mehreren Jahren haben wir behufs Verpflegung und Unterstützung jener Kranken, welche in den hiesigen Landesspitälern Heilung suchten und auf -tvv-Kost reflectiren, einen Verein Bikur> Cholim gegründet. In Anbetracht, daß dieser gottgefällige humane Verein seine Wirksamkeit nur auf die von der Provinz einlangenden Kranken erstreckt, und es nur Fremde*) sind, welche die Wohlthaten des Vereines zumeist genießen, haben sich auch wohlthätige Gemeinden und Private veranlaßt gefunden, durch jährliche Spenden und Subventionen uns zu ermöglichen, der uns gestellten Aufgabe gerecht zu werden. Jedoch apelliren wir in letzterer Zeit vergebens an den Wohlthätigkeitssinn unserer geehrten Glaubensgenossen, so daß wir der Alternative gegenüber stehen, die Thätigkeit unseres Vereines einstellen zu müssen, so uns nicht sofort Unterstützung von auswärts zukommt. Geehrte Glaubensgenossen! Wir übernehmen keinesfalls die Verantwortung, einen Verein, der vom ganzen Lande als Nothwendigkeit anerkannt wurde, in Auflösung begriffen zu sehen! Mögen jene Gemeinden, welche uns auch nur die kleinste jährliche Unterstützung versagten, sich selbst die Schuld beimessen, daß so mancher ihrer würdigsten Armen am Krankenlager hungern muß, und — was Gott verhüten möge! — ganz zu Grunde gehe. D’Jcm m wnx Erbarmt Euch jener Kranken, die arm und verlassen , ferne von den Ihrigen hier schmachten und jeder Hilfe und Unterstützung entbehren müssen! Versäumt nicht zur Rettung dieser Verlassenen — wenn auch mit noch sowenig — beizutragen, und der Lohn des Himmels wird nicht ausbleiben. Mit Achtung Nathan Löw, Philipp Kransz, Directoren. Adolf Roth, Controllor. Anton Mautner, Präses. Ignatz Löwh, Cassier. Briefe und Geldsendungen erbitten wir unter Adresse: Herrn Ignatz Löwy, Cassier des Bikur Cholim-Vereines Budapest, Königsgasse 2. Auch die Redaction des „Israelit" ist gern bereit, Sperr« den entgegenzunehmen und weiter zu befördern. *) Auszug aus dcu Vereins-Slarnten: 8- 2. Nachdem die in dcu Pesthcr Krankenhäusern sich besiudenden israelitischen Kranken größtentheils Fremde sind, betrachiet der Verein als seine Aufgabe: a) Vre in den Pcfther Krankenhäusern sich befindenden Kranken allwöchentlich zu besuchen, selbe zu trösten und im Sterbe- Falle ihnen die religiöse Unterstützung zu bieten. b) Die Verbind.ung mit den wo immer wohnenden Verwandten der Kranken durch Briefivechsel zu bewerkstelligen, und ihnen die durch den Arzt erlaubte Labung und materielle Unterstützung zu bieten. c) Das; dem Kranken deni Ritus gemäß bereitete Speisen verabreicht werden. d) Besonders armen Kranken, die als Reconvalescente aus den: Spitale kommen, Unterstützung zu bieten. Zur Erreichung dieses Zweckes besucht allwöchentlich ein Ausschuß-Mitglied in Begleitung eines Vereins-Mitgliedes die Kranken, daß sie denselben die durch den Arzt erlaubte Labung geben, und im Nothsalle einer Unterstützung theilhaftig machen, daß sie die Wünsche derselben in Erfahrung bringen, und die Erfüllung derselben nach Möglichkeit bewirken mögen. Der Verein wird Sorge tragen, daß den Kranken und Sterbenden die religiöse Unterstützung geboten werde und erachtet es als seine Pflicht, daß die Endwünsche oder Anordnungen des Sterbenden erfüllt werden. [1183

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