Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 19 (1878)
- Issue
- Heft 14 (3.4.1878)
- Date
- 1878-04-03
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
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/j/ XIX. Jahrgang. Zweite Beilage ja Nr. 14 -es Israelit AeiinugSnachrichte« und Correfpondenzen. Deutschland. Mainz, 28. März. Wir haben heute an das Central-Comite zu Amsterdam für die Nothletdenden rc. im heiligen Lande 2263 M. 69 Pf. gesandt. Die Summe der von uns in diesem Jahre für obige Zwecke gesammelten und übersandten Gelder beträgt nunmehr 10581 M. 87 Pf. — Die Roth ist noch immer unbeschreiblich und müssen wir die Unterstützung jener Nothleidenden auf das Wärmste den edlen Glaubensgenossen ans Herz legen. Setlitt, 30. März. Auf der Tagesordnung der heutigen Sitzung des Abgeordnetenhauses stehen Petitionen. , Eine längere DiScussion verursacht die Petition des Or. Wiesenthal in Berlin, der als Besitzer des in Pommern delegenen Rittergutes petitionirt, den § 104 des Reglements der Pommerischen Landschaft auf gesetzlichem Wege abzuändern. Dieser § 104 bestimmt, daß nicht der christlichen Kirche angehörende Personen nicht zu den Kreis- und Generalversammlungen der Landschaft zugezogen werden dürften. Die Commission beantragt diese Petition der Staatsregierung mit der Aufforderung zu überweisen , dahin wirken zu wollen, daß die Statuten der Provinziallandschaft für Pommern mit der Verfassung und den allgemeinen gesetzlichen Bestimmungen in Einklang gebracht werden. v. Ludwig hält das Verfahren der pommerischen Landschaft für völlig gerechtfertigt und erklärt, das Haus könne doch nicht in die Maßnahmen einer Selbstverwallungsbehörde eingreifen, er bittet deßhalb über die Petition zur Tagesordnung überzugehen. Graf Bethusy bedauert sehr, daß sich ein Mitglied im Hause gefunden, das sich gegen den Antrag der Commission erkläre. Das vom Abg. Ludwig vertheidigte Verfahren gründe sich auf ein Institut, welches gänzlich veraltet sei» es hätten deshalb andere Provinzen längst diese veralterten Bestimmungen beseitigt; nur Pommern habe dieselben noch aufrecht erhalten, übrigens sei auch im Anträge der Commission nicht ein Zwang gegen die pommersche Landschaft verlangt, sondern rin Einwirken der Staatsregierung dahin, daß solche inhumanen Bestimmungen in ihrem Institute beseitigt werden. Hänel erklärt sich mit dem, was der Graf Bethusy im Namen der conservativen Seite des HaufeS Ludwig erwidert, mit Freuden einverstanden. v. Ludwig will nur conftatiren, daß sowohl ein Mitglied der konservativen, als auch der liberalen Partei sich dafür ausgesprochen habe, daß ein Druck seitens der Staatsregierung auf ein Organ der Selbstverwaltung ausgeübt werden solle. Nach Meyer (Arnswalde) läge die Frage, die hier zur Entscheidung stände, so: ob die pommerische Landschaft machen könne, was sie wolle, oder ob das Haus darein zu reden habe. Er sei der ersteren Ansicht und beantrage deshalb zur Tagesordnung überzugehen. Das Haus beschließt dem Commissionsantrag gemäß. Oesterr.-Ungar. Monarchie. Preflbnrg, 28. März. Der Verfasser des Literarischen Berichtes zu Nr. 13 des „Israelit" hebt als etwas WiffenSwerthes, nicht allgemein Bekanntes, die Quellen-Angabe des vielcitirten Satze- 'ui ' s»« Vivv »n hervor, indem er diesbezüglich Sohar Barafchath nbu annimmt. Wir erlauben uns den gelehrten Verfasser auf Sohar Bereschith n's zu verweisen, wo bereitdieser Satz zu finden ist. Rabbi Juda Assod in seinem Werke verzeichnet noch zwei andere So- Har-Stellen in den ouipn, wo dieser Satz vorkömmt. ES gibt noch viele derartige allgemein angenommene d'ibkb, deren Quelle zweifelhaft» und in den «nno 'n?n ihre richtige Angabe finden. Wir verweisen den gelehrten Leser auf die hochintereffante Lectüre dieser Response. S. H. Deutsch, Rabb.-Caud. England. London, 26. März. Im Unterhause antwortete Schatzkanzler Northcote auf eine Anfrage von SimonS, die Regierung werde ihren Einfluß aufbieten, daß alle Confessioneu in Rumänien und Serbien Gleichberechtigung erhalten.