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Der Israelit · 1878-03-13 · Heft 11 (13.3.1878) · page 22

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Journal
Der Israelit
Volume
19 (1878)
Issue
Heft 11 (13.3.1878)
Date
1878-03-13
Page
– (sequence 22)
Language
German
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276 Hilferuf an die wohlthätigen Israeliten in Deutschland und Holland. Theure Glaubensgenossen und Stamrnes- Brü-er! Im Vertrauen auf Eure schon unzählige Male in den schönsten Handlungen echter aufopfernder Bruderliebe bethätigte, treue Anhänglichkeit an das heilige Land unsrer Vorfahren und an unsre Glau* benSbrüder, die daselbst dem Gesttzesstudium und frommen Hebungen ihr ganzes Leben weihen und die an den heiligen Stätten und Gräbern der Väter für das Glück und Gedeihen unsrer theuren Glaubensgenossen im Auslände andächtige Gebete verrichten, erlauben wir uns die gegenwärtige Nothlage der hiesigen Israeliten zu eröffnen und an Euren allbekannten Wohlthätigkeitssinn zu appelliren. Wohl hat in diesem Jahre ausgiebiger Regen den Boden befruchtet, und wir können gottlob einer gesegneten Ernte entgegensehen; ungeachtet dessen ist es jedoch traurige Thatsache, daß das Getreide und die unentbehrlichen Lebensmittel täglich im Preise steigen, indem die Händler und Speculanten auf die geraume Zeit Hinweisen, die wir noch bis zur Ernte zu warten haben. Ferner war in diesem Monate der Wohnzins-Termin, an welchem nach Usus der Türken, welche hierorts fast ausschließlich die Hauseigenthümer und Vermiether sind, der Hauszins für ein ganzes Jahr antioixanäo gezahlt werden muß. Manche unsrer Glaubensgenossen hatten das besondere Glück, daß die Haus- Eigenthümer einwilligten, auf den Wohnzins noch einige Monate zu warten; Andere jedoch mußten den nothwendigften Hausrath veräußern, um sich nur ein stützendes Obdach zu verschaffen. Schließlich ist nunmehr auch das Peßach - Fest vor der Thür, an welchem die Armen mit Peßach - Mehl betheiligt werden müssen; darum, theure Brüder und edle Menschenfreunde, säumet nicht, schaffet Rettung, ehe es zu spät wird; seid stark und ermurhigt einander zu diesem gottgefälligen Werk, damit die jüdische« Gemeinden im heiligen Lande forlbeftehen können. Wir vertrauen auf Euer Gerechtigkeit- und Humanitätsgefühl und geben uns der Hoffnung bin, daß der Allgütige Euch dazu erwählt hat, Tausenden von Wittwen und Waisen der aschkenasischen und sephardischen Gemeinden in Jerusalem von dem sichern Hungertode zu erretten, um Euch dafür des ewigen Heiles theilhaftig werden zu taffen, wie es vom ganzen Herzen wünschen die für Euer Wohlsein an den heiligen Stätten betenden und im Namen sämmtlicher jüdischen Bewohner Jerusalems Euch innigst dankenden ergebenst Gefertigten. Die Vorsteher und Rabbinen sämmtlicher sephardischen und aschkenasischen jüdischen Gemeinden in Jerusalem. Jerusalem, am 8. Adar 5638 (11. Febr. 1878). (L. S.) Abraham A§kena§i, Cdacham Baicdi Rafael Uleir Pantsel. M. Wnisti. Cliaim JVissim Rarucli. 8». §alaut> Ahrain Aisenstein. «I. II. Jflarcus. Den vereinigten israelitischen Gemeinden hierselbst wird cnrf ihren Antrag hiermit gerne bescheinigt , daß als unausbleibliche Folge des russischtürkischen Krieges eine große Theuerung und dadurch ein allgemeiner Nothstand im Lande eingetreten ist. Jerusalem, den 19. Februar 1878. Kaiserlich Deutsches Consulat im heil. Lande. (L. 8.) Frhr. v. Münchhausen. [849 Hilferuf! Der Mangel unter den Brandverunglückten der Stadt Wilkomir, für welche wir jüngst Geldsammlungen veranstalteten, ist noch unbeschreiblich groß. Mehrere Tausend Menschen sind nackt und bloß und ohne Schutz gegen den strengen nordischen Winter. Besonders fehles an Frauenkleidern und Wäsche. Der Unterzeichnete hat von dem betreffenden russischen Ressortminister die Vergünstigung erlangt, Kleidungsstücke für die Unglücklichen abgabenfrei — der Zoll hierauf ist ein sehr hoher — über die Grenze führen zu dürfen und bittet nun seine Mitbrüder und Mitbürger, ihm recht viele solcher Gaben übermitteln zu wollen. Memel, im Februar 1878. Für das Unterstützungs-Comitö: 834] Rabbiner Dr. Rülf. vr. Airy’s Naturheilmethode, illustrlrte Ausgabe, kann ^llen Kranken mit Recht als ein vortreffliches populär* mediciniscbes Werk empfohlen werden. — Preis 1 Hark — 65 kr., su beziehen durch alle Buchhandlungen. VmU n

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