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Der Israelit · 1878-01-30 · Heft 5 (30.1.1878) · page 24

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Journal
Der Israelit
Volume
19 (1878)
Issue
Heft 5 (30.1.1878)
Date
1878-01-30
Page
– (sequence 24)
Language
German
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122 Zur Abwehr infamer Verdächtigung? In Nr. 4 des „Israelit" tritt ein Anonymus mit der Unterschrift: „Ein Mann aus einer Nachbargemeinde" gegen mich auf, in Folge meines in Nr. 1 des „Israelit" erschienen Aufrufs um Un» terftützung für die hiesigen nothleidenden Armen, mich zu verdächtigen, als ob meine Darstellung nicht der Wahrheit entspräche und die Wohlthätigkeit auswärtiger Glaubensgenossen hierdurch mißbraucht würde. — Wenn ich auch hinsichtlich meines Charakters und meiner Wahrheitsliebe keiner Rechtfertigung bedürfte, vor Allen die mich kennen und mit mir in Berührung kommen, so bin ich es doch dem geschätzten Leserkreis des „Israelit." und besonders Denen, die meinen Aufruf berücksichtigten, schuldig, mich von beregter Verdächtigung zu reinigen und darzuthun, daß nur die Noth mich zu angeführtem Aufruf, auf den hiermit wiederholt Hinweisen möchte, zwang. Der Anonymus, der mit geschlossenem Visir verleumdet, und gleich der! Eule das Tageslicht scheut, mag seinen Namen nennen und bin ich bereit in seinem Beisein nicht nur vor allen mm, sondern auch vor allen weltlichen Behörden meine Handlungsweise zu rechtfertigen; allein es scheint mir. daß derselbe zu der Klasse von np-ii.* ’jru gehört, die t"lj , "h noa mit "j/an onn« un* 1 frOi irr bezeichnet sind. — In unserer Gemeinde sind 3 Familien und mehrere einzelne Arme, welche an Seelen beinahe 2 o\tjo betragen, die mit.größter Noth und th"ils mit körperlichen Leiden und Krankheit zu kämpfen haben; außer diesen sind noch mehrere Familien, die nur notydürftig ohne fremde Hilfe ihr Leben fristen. Von den wohlhabenderen sind mehrere j recht wohlthätig, aber ein ziemlicher Theil, der j notorisch gar nichts leistet; übrigens könnte der! Anonymus hier ein gutes Geschäft machen, — j denn es würde ihm, wenn er den Besitz übernehj men wollte, solcher um einen großen Theil billiger,! als er ihn angesetzt, überlassen werden. Der Naj mcnlose sagt: „wenn in meiner Gemeinde der! Wohlthätigkeitssinn fehlt, soll ich ihn wecken;" — | mit demselben Rechte könnte er den Herren Rab-; binern zurufen, sie sollten ihre Bezirke fromm j machen. — Diese lassen es wohl nicht an Bemü- 1 Hungen fehlen und auch ich habe in dieser Hinsicht z meine Schuldigkeit gethan. Im vorigen Jahre j und auch jetzt wieder habe mein-.' Gemeinde be-! rufen und aufgesordert der Noth zu steuern, bevor! | ich einen öffentlichen Aufruf ergehen lieh, <&«: J ohne den gewünschten Erfolg. Und soll ich die | mich umdrängenden Armen, die um Hilfe rufen,! darben lassen, weil Andere herzlos sind? Das gebe ich jedem Edeldenkenden zu beurtheilen. — Als den Einsender der Verdächtigung glaube ich einen solchen zu erkennen, der schon oft auf den „Israelit" schimpfte, und auch bei Ausübung oder Unterlassung religiöser Vorschriften nicht sehr scrupulös ist. — I Israel Herz, Cultus-Vorstand j 355] in Mittelsinn (Bayern.) An alle Freunde der Nothleidenden!! Ergebenst bezugnehmend auf den in Nr. 10 des vorigen Jahrgangs d. gesch. Zeitung erlassenen Aufruf für die bedrängte Familie des Mannus Löwenstein zu Niederurff möchte ich es nochmals wagen, mich an alle edlen Menschenfreunde mit der ergebensten Bitte, um Hilfe für dieselbe zu wenden. Es sieht gar traurig in dieser Familie aus. Am 12. September v. I. ist nämlich der rc. Löweustein seinen Leiden erlegen, und nun ist die arme kranke Frau noch ganz allein übrig geblieben, ohne auch nur einen nahestehenden Verwandten, ohne auch nur einen Menschen, der in ihren alten Tagen ihr liebevolle Pflege könnte angedeihen lassen. Wennn ich Ihnen nun noch sage, daß die! Arme nun schon seit einem Vierteljahrhundert so! leidend ist, daß sie selbst zum Ankleiden fremder! Hilfe bedarf, so werden Sie überzeugt sein, wie! sehr sie der Hilfe bedürftig ist, da sie doch nur darauf angewiesen ist. — Lassen Sie mich darum keine Fehlbitte gethan haben und bedenken Sie diese „Aermste unter den Armen" mit Ihrer gütigen Hilfe. — Zu Referenzen, sowie auch zur Entgegennahme gütiger Spenden, haben sich außer dem Unterzeichneten Sr. Ehrwürden Herr Pfarrer Mogge, sowie Herr Michel Rothschild, beide zu Niederurff bereit erklärt. Zwesten, Neg.-Vez. Cassel, am 16. Jan. 1878. 353] Atrnrarn, Lehrer. Für Mädcheninstitute und höhere Töchterschulen. Ein geprüfter Lehrer der neueren Sprachen sucht Stellung an einer obigen Anstalt. Gef. Offerten sud Nr. 341 besorgt die Exp. d. Bl. Verantwortliche Redaction.- vr. Lehmann. — Verlag der Le Roux'schen Hofbuchhandlung. I. GottSleben'S Buchdruckerei (Mainzer Anzeiger).

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