Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 19 (1878)
- Issue
- Heft 2 (9.1.1878)
- Date
- 1878-01-09
- Page
- – (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
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XIX. Jahrgang. Zweite Extra-Beilage;u Ar. 2 des Äsraelit. > Indem ich meine Mazzothfabrik auch dieses Jahr in empfehlende Erinnerung bringe, erlaube ich mir die Vorzüge der von mir verfertigten Mazzoth durch einige kurze Hinweise hervorzuheben. Die Gleichgültigkeit, ja geradezu Gewissenlosigkeit, mit welcher die" Bereitung der Mazzoth vielfach da betrieben wird, wo jede zuverlässige religionsgesetzliche Controlle fehlt, ist zwar dem Kundigen bekannt, nichtsdestoweniger speculiren viele Verkäufer von Mazzoth auf die Leichtgläubigkeit und Unkenntniß des Publikums, und nicht ohne Erfolg. Ein großer Procentsatz der Mazzoth- Consumenten hält nämlich alles das, was unter dem Namen Mazzoth verkauft wird, auch dafür, wenn nur die gewöhnliche äußere Form beibehalten ist. Wer aber auch nur oberflächlich die rigorosen Bestimmungen kennt, welche das jüdische Gesetz für die Bereitung der Mazzoth vorschreibt, wird finden, daß ein großer Theil der Waare, die unter dem Namen Mazzoth verkauft wird, es thatfächlich nicht ist, sondern sich in vielen Fällen geradezu als Chomez erweist. Viele Leute, die es sich nicht verzeihen würden, an Peßach Chomez zu essen, genießen so dasselbe in dem Augenblick, wo sie glauben, die Mizwah des Mazzothgeuusses zu üben. — Viele Mazzothbäcker kennen die einschlägigen gesetzlichen Vorschriften gar nicht, andere scheuen die allerdings beträchtlichen Geldopfer, welche eine Einrichtung nach den Anforderungen des Gesetzes erheischen.! Daß derartige Bedenken auf die von mir de*! retteten Mazzoth keinerlei Anwendung haben, wolle j man aus dem unten beigegebenen Zeuguiß Skr. j Ehrwürden unseres Herrn Rabbiner'- Dr. j Lehmann ersehen. | Andere Mazzothbäckereiea, deren religiöse Zu* > verlässigkeit zwar zweifellos feststeht, lassen sich! ihr Kaschruth auf vielfache Weise bezahlen.*) Sie i benutzen möglichst geringe Mehlsorten, und stellen! dabei so Hobe Preise, daß die Benachtheiliguug des Publikums auf der Hand liegt. — Für die von mir verfertigten Maaren verwende ich dafeinste Waizenmehl, wie ich es sonst für die werthvollsten Backwaaren nicht .benutze, ohne deshalb den Preis zu erhöhen. — Für die Qualität meiner Maare nach dieser Richtung hin führe ich nur den einen Umstand an, daß ich im vergangenen Jahre noch viele Wochen «ach dem Peßachfeste Mazzoth backen mußte, um nur den Anforderungen meiner christliche« Kunden zu genügen. Durch Erwerbung ganz neu construirter Maschinen, besitzen die von mir verfertigten Mazzoth, j noch den weiteren nicht zu unterschätzenden Borzug, j daß sie bei gewöhnlicher Größe, von solcher Dünne! und Leichtigkeit sind, daß 10 Stück erst 1 Pfund i ausmachen. Daß außer der erhöhten Schmack* *) Es soll selbstverständlich nicht in Abrede gestellt werden, daß es noch Mazzothbäckereien gibt, deren Waare sowohl Hinsicht, lich der religionsgesetzlichen Anforderungen, als auch der sonstigen Qualität nichts zu wünschen übrig lassen; diesen beabsichtigt auch die Mainzer Mazzothfabrik keinerlei Concurrenz zu machen.