Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 18 (1877)
- Issue
- Heft 51 (19.12.1877)
- Date
- 1877-12-19
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
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XYIII. Jahrgang. Zweite Beilage;u tlr. 51 des Israelit. Zeitungsnachrichten und Correfpondenze«. D e n t s ch l a n d. Mainz, 18. December. Es gereicht uns zur wahrhaften Herzensfreude, von der großen, nicht genug anzuerkennenden Wohlthätigkeit und Opferfreudigkeit unsrer geehrten Leser berichten zu können. Kaum ist das in voriger Nummer mitgetheilte, aus Jerusalem uns zugekommene Telegramm bekannt geworden, so strömen unS auch von allen Seiten die Gaben zu, so daß wir bereits heute in den Stand gesetzt sind, 1000 Gulden h. c. (ca. 1700 Mark) an das Comitö in Amsterdam zu überschicken. Möge der allgütige Gott den edlen Spendern Seinen reichsten Segen verleihen. Unterdeß lauten die Nachrichten aus Jerusalem immer noch sehr trübe. Die daselbst erscheinende Zeitung „Jehudah Wejeruscholajim" veröffentlicht einen längeren Artikel unter dem Motto: Djn ’^dd :nn vn c>'2M. „Wohler ist denen, die durch das Schwert fallen, als denen, die den Hungertod erleiden müssen." Die Schilderung, die in diesem Artikel von der schrecklichen Hungersnot gegeben wird, ist wahrhaft erschütternd. Schon sind mehrere Kinder in Folge der mangelhaften und durchaus unzureichenden Nahrung gestorben; auch einzelne Erwachsene sind vorHunger umgekommrn. Der Artikel schließt mit den folgenden Worten: ,,Jm Namen der Liebe und des Erbarmens, die da eingepflanzt sind in die Herzen unsres Volkes, rufen wir Euch zu Hilfe, Ihr Brüder außerhalb des heiligen Landes! Und wenn Ihr, Gott behüte, nicht schleunigst zu unsrer Rettung schreitet, dann ist der Ueberrest Israels im heiligen Lande dem Verderben preisgegeben." Trotz des günstigen Regens sind die Kornpreise nicht heruntergegangen. Es sind die traurigen Folgen des-Krieges, die sich auch hier geltend machen. Da der Krieg hoffentlich bald sein Ende erreicht haben wird, so ist vorauszusehen, daß sich die Zustände im heiligen Lande unter göttlichem Beistände bald bessern und heben werden. Möge es uns gelingen, unsere armen, nothleidenden Brüder in den Stand ^zu setzen, die kommenden, besseren Zeiten zu erleben, damit sie nicht vorher dem Hunger erliegen. Berki». Die Gemeinde - Commission des i Abgeordnetenhauses beschäftigt sich mit einer Pei tition aus der Stadt Merzig. Dort ist die israe-! litische Privatschule aufgehoben worden, und auf j Anordnung der Regierung werden die Schüler j derselben in die öffentliche Elementar - Schule l eingetheilt werden. Die Petenten beschweren sich nun, daß ihnen im Einverständniß mit der Stadtj verordneten - Versammlung Merzigs nicht ein Lokal in einem Communalgebaude eingeräumt wird, wo der i rael. Religionsunterricht ertheilt werden kann. Auf die Beschwerde der Stadtverordnetenversammlung hat der Minister des Innern erkannt, daß nach dem Gesetze die Israeliten für ihren Religionsunterricht selbst zu sorgen haben. Mit 6 gegen 5 Stimmen trat die Gemeindecommission der Auffassung des Ministers bei und ging über die Petition zur Tagesordnung über. Oesterreichisch-Ungarische Monarchie. Wie». Die Zöglinge des iSrael. Blinden- Jnstitutes auf der Hohen Warte bei Wien feierten in Anwesenheit zahlreicher Gäste am 2. Dec. — am fünften Jahrestage der Einweihung des Jnstitus — ihr Chanuka- oder daS Fest der Makkabäer. War es ihnen auch nicht vergönnt, die Lichter zu sehen, welche ihre Hand entzündete, den blinden Kindern gestaltete sich dieses Fest doch zu einem Lichtfeft in deS Wortes höherer Bedeutung. Nach einer reichlichen Betheilung der Kinder schloß ein heitere«, vom Curatorium beigestelltes Mahl die ebenso schöne als erhebende Feier. Schweden. Echrlftadt. Herr L. Klein dahier ließ auf eigne Kosten ein prachtvolles Tnpcr dahier erbauen. Die Baukosten beliefen sich auf 3000 ReichSthaler. (Libanon.) Amerika. Rew-Vvrik. Nach den „Jew. Tim." ist Herr Peixotto zum Generalconful in Petersburg , und nicht wie wir gemeldet, zum Generalconful in Marocco ernannt worden.