Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 18 (1877)
- Issue
- Heft 41 (10.10.1877)
- Date
- 1877-10-10
- Page
- – (sequence 22)
- Language
- German
- Belongs to
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994 Gegenerklärung. Jederzeit, wenn der Unterzeichnete im Namen seines Comile's zu Gunsten der russischen Glaubensgenossen in irgend einer Nothlage die Beihilfe -er übrigen Glaubensgenossen ausgerusen, hat er in einer oder der andern Form den Widerspruch deS Central - Comitä's der ..Alliance Jsr. Univ " zu erfahren gehabt. Auch dieses Mal. bei Gelegenheit der Sammlung für die Abgebrannten der Stadt Wilkormr. macht sich derselbe Widerspruch in einer „Rectification" am Schluss? des Sept.- MonatS - Berichts geltend. Wenn behauptet wird, daß unser Aufruf dem Zwecke der „Alliance" abso'.ut widerspricht, so beruht das auf einer thatsächlichen und beklagenswerthen Verkennung der Verhältnisse. Wenn eine deutsch' oder französische Stadt von einem ähnlichen Unglücke betroffen würde und 6000 Menschen ihres Obdaches, ihrer sämmtlichen Habe vollkommen ersatzlos verlustig gingen, so würde sich die ganze Nation. 40 Millonen Menschen. zu ihrer Unterstützung bereit finden lass-n.. Weßhalv haben diese Unglücklichen zu leiden? „In ihrer Eigenschaft als Israeliten." Das Central - Comitö hält sein Augenmerk stets nach dem Süden gerichtet, wir naturgemäß nach dem Norden, wo die Hälfte aller Glaubensgenossen der ganzen Welt in dem ärmlichsten und hilflosesten Zustand wohnen und in ihrer Eigenschaft als Israeliten übergenug Leiden und Chikanen zu ertragen haben. „Wer das Elend schauen will mit der Geisel seines GrimmS," der wende hierher seinen Blick. Was weiß der Südländer vom Elend bei seiner Bedürfnißlosigkeit, bei seiner milden, überreichen Natur; hier aber im Norden, auf armseligsten, un rgiebigsten Boden und in einem rauhen, die Bedürftigkeit des Menschen in's Ungemessene steigernde Clima ist jedes Leiden hundertfach empfindlicher. Auch bezüglich der intellektuellen Bildung und Sittigmn — nicht des „moralischen Fortschritts", denn wir deutschen und französischen Juden könnten uns glücklich preisen, wenn wir den russischen Glaubensgenossen in moralischer Beziehung uns vergleichen dürften, — wäre hier das weiteste und ergiebigste Feld für die Wirksamkeit der „Alliance". Doch sei dem wie ihm wolle, das Central - Comilö hatte zu der in Rede stehenden „Rectification" nicht die geringste Berechtigung, weil wir in Voraussicht einer solchen unfreundlichen Kundgebung uns als..Memeler Hilfs-Comite" für die Abgebrannten der Stadt Wllkomir constituirt und als solches unfern Aufruf erlassen haben. Wir find freilich auch das Comits der „Alliance" und werden uns bestreben, auch nach dem Willen und der Aufforderung des Central-Comitö's thätig zu sein; beklagen aber müssen wir auf das tiefste, daß das Central-Comitö den Hetzereien von gewisser Seite auch jetzt wieder Gehör geschenkt und unsere Unterstützungsthätigkeit in nicht unerheblicher Weife beeinträchtigt hat. Für da- Local- und Grenz-Comitö der „Alliance Jsr. Univ." in Memel: 2613] Dr. Rülf. Bitte. Da in gegenwärtiger Zeit, in Folge des Krieges und der Theuerung, der Preis der Häuser in der heiligen Stadt Jerusalem ein sehr geringer ist, so kann man schon um den Preis von 1800 Mk. ein Haus käuflich erwerben, das für eine nicht große Familie hinreicht. Der Unterzeichnete, ein Nachkomme des großen Fürther Rabbinen Rabbi Joseph Steinhardt v"2"r, Verfassers des p-oi ein kranker Mann injoi« imm würde dem Wohlthäler, welcher für ihn ein Häuschen in der heiligen Stadt zur Nutznießung ankaufen würde, nicht allein ewig dankbar sein, sondern auch stets für ihn und die Seinigen „lernen" und an den ihm aufgegebenen Jahrzeittagen an den heiligen Stätten die üblichen Gebete verrichten. Möge die heiße Bitte eines durchaus mittellosen Familienvaters Gewährung finden. Wie beglückend muß doch das Bewußtsein sein, Grundeigenthum im Lande der Väter zu besitzen! Die geehrte Redaction des „Israelit" wird gerne die weiteren Schritte vermitteln. Solomon Steinhardt 2580] aus Jerusalem 3"3"i"p. ie hiesige Lehrer-, Cantor- und Schächterstelle ist vacant und soll sofort besetzt werden. Gehalt aus der Cultuskasse 345 Mk., aus der Chebra 10) Mk., nebst freier Wohnung und den Schlachtgebühren. Nur im deutschen Reiche Beheimathete können bei der Prüfung der Meldungen berücksichtigt werden. Kallstadt (Rheinpfalz), den 7. Oktober 1877. A. LSb, 2606] Cultus - Vorstand. in junges Mädchen, welches eine Handelsschule besucht hat, sucht Stelle als Buchhalterin oder Ladnerin, wo Samstags geschloffen. Franco-Offerten unter Chiffre L. L. 2609 besorgt die Exped. d. Blattes. CVn meiner nito Bäckerei suche zum sofortigen -v3 Antritt einen kräftigen Lehrburschen. Leopold Levi, 2610] Altona, Gademannstr. 16.