Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 18 (1877)
- Issue
- Heft 32 (8.8.1877)
- Date
- 1877-08-08
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
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765 Bo« der Tauber. Obgleich ein vieljähriger Abonnent Ihres geschätzten Blattes sind mir doch Berichte aus unserer Gegend noch wenige zu Gesicht gekommen. Um so mehr beeile ich mich, Ihnen einen Todesfall in einer der angesehensten Familien hiesiger Religionsgemeinde mitzutheilen, welcher, wenn auch auf naturgemäßem Wege erfolgt, nicht nur die davon betroffene Familie und die sämmtliche Gemeinde, sondern alle Bekenner der nnirr juidn von nahe und ferne, so wie alle Menschenfreunde jeglicher Confejsion schwer berührt. — Am Donnerstag oruo 3"d starb dahier Frau Jette Löwenthal, Gattin des Herrn Lämlein S. Löwenthal, eine na\x im ausgedehntesten Sinne des Wortes, nach fast einjähriger, sehr schmerzhafter Krankheit. Was die Verewigte an ihren 73jährigen, seit vier Jahren an einer Rückmarklähmung leidenden Gatten gethan, mit welcher unverdrossenen, rücksichtsvollen Liebe sie den als pnw -13 und langjährigen n^sn by2 an den wo' O’kiu geschätzten Greis gepflegt und gewartet, trotz eigenen, schweren Leidens, verdient schon allein rnwen ^33 bekannt zu werden. In ihrem Hause fanden n3i3j), min stets eine offene Heimstätte. Die Verewigte gab mit vollen Händen; daher war auch ihr Haus stets von den vielen auswärtigen Armen förmlich belagert; unbefriedigt ging Niemand aus ihrer Thüre. Jeder min p hatte bei ihr musi nd3 ,]nbw höd. Der Lebensweg dieses Biederweibes, durchweg mit Wohlthun bezeichnet, schien dennoch von der Vorsehung ausersehen, nur Heimsuchungen zu ertragen. Von 13 Kindern, welche sie ihrem Gatten geschenkt, sind noch 7 am Leben. Vor 5 Jahren starb ein Sohn von 27 Jahren und der Gatte siecht nun auch bald vier Jahre krank darnieder. Von Juden und Nichtjuden allgemein bedauert, weil sie Jedem ohne Unterschied der Religion, in heitern und in trüben Tagen, theilnehmend, beratend oder helfend zur Seite stand, war auch die Begleitung ihrer irdischen Hülle zu ihrer letzten Ruhestätte eine höchst ehrenvolle. Freunde und Bekannte von nah und fern, von allen Confessionen folgten ihrem Sare auf den Vfa Stunde entfernten Friedhof. Möge sie im Jenseits den Lohn für ihre Tugend finden. .Y's'Wn Archshofen, omo i"3. [3031 Sommer. ir suchen für unser Mehl-, LandeSprodukten- und Oel-Gefchäft einen jungen Mann mit tüchtigen Vorkenntnissen in die Lehre, Kost und Logis im Hause. 3069] I Löberrstei« I. L5 Sohn, Hanau. ie hiesige isr. Gemeinde sucht für gleich einen Cantor, der auch befähigt ist, Religionsunterricht zu ertheilen. Gefällige Offerten an S. Haas, 3066] in Heinsberg, Reg.-Bez. Aachen. ie Stelle des hiesigen Schächter, der gleichzeitig Lehrer und Vorbeter sein muß, ist vacant und vom 1. September c. zu besetzen. Festes Gehalt, außer Neben-Einkünften, 900 Mark jährlich. Qualificirte Bewerber mit guten Zeugnissen wollen sich melden. Persönliche Vorstellung erforderlich. Reisekosten werden jedoch nicht vergütigt. Soldau (Ostpreußen), den 5. August 1877. Der Corporations-Vorstand: 3071) M. Bttetow. Gesucht ein im Lehrfach erfahrener junger Mann, im Alter zwischen 23 und 30 Jahren (Israel. Coniession), der eine Universität besucht hat und akademisch gebildet ist, zur Erziehung zweier Knaben und zu deren Vorbereitung zu den höheren Klassen des Gymnasiums. Reflectanten, mit guten Referenzen und Zeugnissen versehen, wollen solche unter Chiffre 0. 3883 der Annoncen-Expedition von Rwdoif JHosse in Frankfurt a. Ü8T. übermitteln. [3009 J. Keyl’s Hotel, ganz in der Nähe des Meeres, und -ibo Restauration Scheveningen (Holland), hält sich den geehrten israel. Kurfremden bestens empfohlen. Sehr schöne Zimmer, gute Bedienung, reelle Preise, reingehaltene ito Weine. Referenzen ertheilt bereitwilligst Se. Ehrw. der Oberrabbiner Bernßtei« im Haag. Achtungsvoll 3058) I. Kehl, Badeweg 169. Zur Beglaubigung Bernstein, Oberrabbiner. in anständig isr. Mädchen aus achtbarer Familie, welches in der Küche, Haus-, Handarbeit und im Frisiren sehr bewandert ist, sucht Stelle bis zum 1. Oktober als Stütze der Hausfrau oder als Haushälterin in einem kleinen Haushalte. Zu erfragen bei der Expedition unter Nr. 3064.