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Der Israelit · 1877-07-04 · Heft 27 (4.7.1877) · page 17

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Journal
Der Israelit
Volume
18 (1877)
Issue
Heft 27 (4.7.1877)
Date
1877-07-04
Page
– (sequence 17)
Language
German
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XVIII. Jahrgang. Zweite Leitatze )it Nr. 27 des Israelit. AeilungSnachrichlen Sf Korrespondenzen. Deutschland. Berlin Das Konsistorium der Provinz Brandenburg veröffentlicht soeben das Resultat der kirchlich - statistischen Ermittelungen für das Jahr 1876, aus denen wir die Berlin betreffenden Notizen hier mittheilen, .^ur evangelischen Kirche übergetreten sind 88 Personen, davon aus dem Judenthum 19. Von Austritten aus der evangelischen Kirche sind bekannt geworden 81, von denen 8 zum Judenthum übertraten. Oesterreichisch - Ungarische Monarchie. Wien, 25. Junt. Die isr. Cultusgemeinde in Hietzing bei Wien, wo stets viele Wiener ihren Sommeraufenthalt nehmen, beschloß in der gest- | rigen Sitzung die Errichtung eines Bethauses, da in den Sommermonaten die Anzahl der Israeliten eine große und in der Nähe kein Bethaus ist. Baron Königswarter stellte seine Villa Nr. 25 in der Lainzerstraße einstweilen unentgeltlich zur Verfügung , und wird der erste Gottesdienst am 80. Juni abgehalten werden. Holland. Amsterdam. Die verstorbene Königin der Niederlande war den Israeliten eine Freundin und Wohlthäterin gewesen. Bekanntlich war sie eine hochgebildete Frau und ebenso wohlwollend, wobei sie zwischen den Angehörigen der verschiedenen Confessionen gar keinen Unterschied kannte. Hiervon hatten die Juden im Haag viele thatsächlichen Beweise, besonders aber verdanken ihr die jüdischen Armen in Amsterdam sehr viel Gutes. Sie war Patronin mehrerer bedeutender jüdischen Anstalten und gab reichliche Beiträge zu deren Fonds. Sie zeigte besonders Interesse für die Darlehnskasse und den WohUhätigkeitsverein der Diamantschleifer; wo immer ein Bazar oder eine Lotterie zum Besten eines isr. Vereins veranstaltet worden, waren stets einige der höchsten Preise, meist kostbare Kunstwerke, Gaben der verstorbenen Königin. Bei dem jährlichen Staatsbesuche des Königspaares in Amsterdam besuchte die Königin nicht blos viele jüdische Anstalten und Schulen, sondern auch Häuser armer Juden. (Jew. Chr.) Frankreich. Paris. Es hat sich dahier ein s.rößeres Comitä gebildet, dem sämmtliche Rabbiner hiesiger Stadt und viele hervorragende Mitglieder der Gemeinde als Delegirten der Wohlthätigkeitsanftalten angehören, um zum Andenken an den verstorbenen Albert Cohn eine dessen Namen tragende Stiftung ins Leben zu rufen, welche verdienten Personen zu Hilfe kommen soll und zwar dadurch, daß sie denselben die Mittel zumUnterricht oder zurArbeit gibt. Albert Cohn hatte aber nicht blos sein reiches und wohlthätiges Wirken auf das Weichbild der Stadt Paris beschränkt, sondern war auch für das Wohl der Juden im Allgemeinen bemüht gewesen; wir brauchen nur an seine Reisen nach dem hl. Lande zu erinnern und an die vielen segensreichen Wohlthätigkeitsanstalten in Jerusalem, die durch seine Vermittlung daselbst errichtet wurden. Es beabsichtigt daher das obenbezeichnete Comits die nöthigen Gelder zu der projecttrten Stiftung nicht blos in Paris und im übrigen Frankreich zu sammeln, sondern auch die Israeliten des Auslandes zur Zeichnung von Beiträgen aufzufordern. In Bezug hierauf erhielten wir vom Comilv nachstehendes Schreiben, welches wir um so lieber veröffentlichen, als wir uns der Hoffnung hingeben, daß viele unserer geschätzten Leser sich durch Gaben an dem Werke betheiligen und zur Realisirung desselben beikragen werden.*) Das Schreiben lautet: Herr Director! Sie wollen die Güte haben, die Unterstützung Ihrer Zeitung einem Werke der Dankbarkeit zu leihen, das wir zu Ehren des seligen Albert Cohn, welcher durch seine allgemeine Wohlthätigkeitsgesinnungen und seine Ergebenheit für das Judenthum der ganzen Welt allen, Ihnen sowohl als auch uns, angehörte, errichten wollen. Unser Werk hat keinen ausschließenden Charakter, es soll allen nützlich sein, von welcher Seite man es in Anspruch nehmen will und welcher Nationalität die betreffenden Personen auch angehören. Cohn war der Beschützer der Israeliten ohne Unterschied desHeimathlandes; das zu seiner Ehre gegründete Werk soll dieselben Gesinnungen bethätigen. Helfen Sie uns durch Ihre Zeitung zur Realisirung unseres frommen Gedankens. Genehmigen Sie u. s. w. *) Beiträge können an Herrn ^berrabbiner I idvr, 14, Place des Vosges, Paris, eingesendet werden.

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