Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 18 (1877)
- Issue
- Heft 2 (10.1.1877)
- Date
- 1877-01-10
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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XVIII. Jahrgang. / Zweite Leilage z« Ar. 8 -es Äsraeiit. I^eitun^snackrichten und Correfpondenze«. Deutschland. Creselv. Der Veranlasser des Artikels von Crefeld in Nr. 51 dieses Blattes hätte seine ganzen Auseinandersetzungen über die angeführten winzigen rituellen Aenderungen unterl ssen können, da er ja selbst zugibt, daß es nur kleine Anfänge sind und hätte abwarten können, ob weitere größere Neuerungen folgten,*) wenn es ihm nicht augenscheinlich darum zu thun war. seinem Haß gegen unseren verehrten Herrn Rabbiner Dr. Horowitz Luft zu machen, Es spricht sich über denselben und über den Vorstand der Gemeinde im Namen einer Partei aus, die factisch kaum ein Dreißigstel**) der Gemeinde bildet und detzhalb keine allzugroße Berücksichtigung von den übrigen Gliedern derselben verdient, die sich mit gleichem Rechte Jehudim nennen und denen in Wirklichkeit ein Gottesdienst, wie ihn das kleine Häufl.'in zu befürchten vorgibt, auch nicht ensprechen würde. Deßhalb verlohnt es sich auch nicht, auf die Kritik der zur Thatsache gewordenen Aenderungen einzugehen. Nur zur Kennzeichnung des Geistes derselben wollen wir auf die Entstellung aufmerksam machen, es sei an- *) Anm. der Red.: Das ist nicht richtig. Principiis obsta! **) Anm. der Red.: Die Zahl macht's nicht aus; als Abraham die Götzen zerschlug, war er einer gegen Millionen. geordnet, am rat? nicht im Synagogenhof zu rauchen. ***) Wir wollen nur gegen die Schmähungen, die gegen die Person des Herrn Rabbiners geäußert worden sind, unser Wort erheben, indem wir es aussprechen, .daß er in weit größerem Maße als der Einsender des Artikels von dem echt jüdischreligiösen Geiste beseelt ist, und daß es dem Ankläger nicht ziemt, über eine Persönlichkeit so unumwunden den Stab zu brechen, deren Name und deren Wir en in viel weiterenKreisen nur Achtung und Anerkennung sich erworben hat. Einem Rabbiner, der das Vertrauen selbst der Orthodoxen****) in der Gemeinde genießt, Mißachtung der jüdischen Gesetze öffentlich vorzuwerfen, ist eine Handlungsweise, die jeden friedliebenden, wahrhaft religiösen Menschen kränken und auf das Höchste empören muß. Wir geben hiermit nur der Entrüstung Ausdrnck, die sich der Gemeinde in Folge des Artikels bemächtigt hat, und damit ist die Sache für uns auch für alles Kommende in dieser Angelegenheit erledigt. ***) Anm. der Red.: Warum wird der Worttlaut des betreffenden Paragraphen nichl mitgetheilt? •***) Anm. der Red.: Der Orthodoxe»? Uns .hat man von verschiedenen und durchaus glaubwürdigen «Leiten anders berichtet. A N Z E Für den folgenden Theil ist die Oeffentlicher Dank. In der Reconvalescenz nach einer sehr gefährlichen, mit Gottes Hilfe aber glücklich überstandenen Operation betrachte ich es als erste meiner Pflichten, die mich behandelnden Herren Aerzte u. z. dem Herrn Med. und Chirurg. IZr. Markus Hirsch und Herrn Med. und Chirurg.!Or. Heinrich SchlNiedt für die mit so wunderbarer Geschicklichkeit vollzogene und von dem gkücklichsten Erfolge gekrönte Operation meinen heißesten Dank öffentlich auszusprechen. Ich war dem Tode nahe und verdanke die Rettung meines Lebens, die Wiedererlangung meiner Gesundheit nächst dem Allmächtigen nur einzig und allein der ärztlichen Hilfe dieser beiden obbenannten Herren Doctoren, ihrer unermüdlichen Sorgfalt und der von ihrer Seite bis ins kleinste Detail überwachten Pflege durch die ganze Dauer meiner Krankheit gelang es, mich — nach solch einer schweren und lebensgefährlichen Operation! — in der überraschend kurzen Zeit von achtundzwanzig Tagen herzustellen. 1 6 E N. Redaction nicht verantwortlich. Meinen herzinnigsten Dank ferner in erster. Linie Jhro Hochgeboren der Frau Baronin Zillh von Rothschild, da ich in dem von der Munifizenz der Hochgeborenen Frau Baronin gestiftetem Hospitale, Unterweg 20, diesem lebenden und unvergänglichen Denkmale einer seltenen und wahrhaft fürstlichen Philantropie Genesung, Heilung, Leben und Gesundheit wiedergefunden und dort durch die ganze vierwöchentliche Dauer meiner Krankheit die musterhafteste und vorzüglichste Pflege genoß. Möge der Allmächtige meine heißen Gebete erhören und mein wiedergewonnenes Leben diesen meinen Rettern und Wohlthätern anrechnen. Frankfurt a. M., den 3 Januar 1876. Johanna Aurnann, 87]_aus Köppern bei Homburg a. d. Höhe. Berichtigung. In der „Erklärung" der Gemeinveältesten von Cassel in Nr. 81 bittet man statt „Lotthilft" Gotthelft zu lesen. NrtefLasten der Aedactt-n. Herrn Lehrer L. Cohn in Rees: jAuf Ihren Wunsch bezeugen wir Ihnen gern, daß Sie weder der Verfasser noch der Einsender des Artikels in Rr 81 v. I., datirt Crefeld, sind.