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Der Israelit · 1876-11-29 · Heft 48 (29.11.1876) · page 21

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Journal
Der Israelit
Volume
17 (1876)
Issue
Heft 48 (29.11.1876)
Date
1876-11-29
Page
– (sequence 21)
Language
German
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1113 „Gebt uns eine gute Nummer!" Jeiteles gab drauf ein Achtel: „Gott soll geben alles Gute Und Gesundheit Euch und Nathan!" Als wohl vierzehn Tage später, Freitags, vor der Dämmerstunde, Nathan sich zur „Schul" bereit macht, Stürzt der Jeiteles itrS Zimmer: „Maseltof!" so ruft er freudig, Nathan blickt ihn. hocherröthend, Staunend an, dann wünscht er. grüßend, Seinem Freunde ein „Gut Schabbes!" „Nun, was gibt's?!" „Ihr habt gewonnen!" „Gott soll hüten!? Sprecht Ihr Wahrheit? „Ja, so wahr ich hier gesund bin, Runde preußische tausend Thaler!" Nathan blickt die Friedrichsd'ore An mit zitternder Begierde, Doch die Vorsicht schnell gebot ihm, Ernst mit Jeiteles zu reden: „Hier, mein Freund, für Eure Mühe! Ader nun wahrt das Geheimniß, Daß man mich nicht hoch besteure!" Er versprach es, — ging — und hielt es. „Komm', Rebecca, komm', mein Leben, Sieh' die baaren tausend Thaler!" „Was — gewonnen mit dem Loose?" „Ja, so wahr es einen Gott gibt!" Dankbar schlug das gute Frauchen Ihre Augen hoch gen Osten. „Nathan!" sprach sie drauf... Geliebter!.. Weißt Du, was der... Talmud vorschreibt?" „Allerdings, ich weiß es," sprach er, „Daß ein Zehntel vom Gewinne Man den Armen und Verschämten Freudig soll und eilig spenden!" Weißt Du, Riwka? . . . nebbich! Loebel Hat jetzt grade solchen. . . Zustand, Möcht' ihm gern das Zehntel geben, Aber... doch... soll er's nicht wissen!" „Schick' es ihm doch ohne Namen, Aber schnell, bald ist es Schabbes! Soll ich leben! . . . Ein Gedanke: Durch die Post... ich bring' Dir Quittung!" Einen Schein von hundert Thalern Legt er in den Brief und siegelt, Seine Frau bringt ihn hinüber, — Rathan zündet an die Lichte, Spricht den Segensspruch, den frommen, Auf das schwarzgelockte Söhnchen, „Benscht" die Lichte, betend singt er: „Lecho daudi, likras kalloh!" Als am nächsten Tag es dunkelt, Klopft's bei Nathan und herein tritt, „A gut' Woch', gut' Jahr" auch wünschend. In der Hand ein Briefchen — Loebel. „Denk' Dir, Nathan, was passirt ist: Hundert baare, preuß'sche Thaler Bringt die Post und — ohne Namen, Als Geschenk, — soll ich gesund sein!" „Freu' Dich, Loebel, Du kannst's brauchen!" „Ja," spricht der, „doch . . lieber Nathan, Schreibt der Talmud nicht uns Juden Vor, ... den Zehnten abzugeben?" Solches sprechend, nimmt der Loebel Zehn gar blanke, schöne Thaler, Langsam seinen Rock erhebend, Aus der tiefen Ledertasche. „Hier, Reb Nathan, wir sind Freunde, Nehmt's und macht damit Euch Schabbes!" — Nathan nahm es, tieferröthend. Und bedankt sich. — Riwka weinte!" „Dies, mein Herr, ist die Historie, Halt! — Ihr reist nach Spree-Athen hin? Dort erzählt sie allen Juden, Hie und da auch . . . einem Christen!" Dtairrz, 28. Nov. Von zuverlässiger Quelle wird die Mittheilung der „Franks. Ztg.", wonach die Uebereinkunft der Vertrauensmänner der isr. Gemeinde und der isr. Religionsgesellschaft zu Frankfurt a. M. perfect geworden sei (s. Hauptblatt) dementirt. ANZEIGEN. Für den folgenden Theil ist die Redaction nicht verantwortlich. Mine tüchtige Haushälterin, die in Küche und Ostern. Franco-Offerten oub Nr. 2919 besorgt Hausarbeit erfahren ist, sucht eine Stelle auf die Expedition d. Bl.

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