Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 17 (1876)
- Issue
- Heft 44 (1.11.1876)
- Date
- 1876-11-01
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
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1022 die Ausübung des egyptischen und jüdischen CultuS untersagte und ein Decret erließ, nach welchem 3000 egyptische und jüdische Freigelassene zur Unterdrückung der Seeräubereien nach Sardinien geschickt werden sollten; wenn sie durch das schlechte Clima zu Grunde gehen würden, so wäre dieses ein geringer Schaden; die anderen Juden sollten Italien verlassen, wenn sie nicht bis zu einem bestimmten Termin ihren Cultus aufgeben würden." Sabbatai Donolo wurde also in Sardinien geboren. Ueber seine Vorfahren weiß man nur Weniges. Nur seinen Vater, Namens Abraham, erwähnt er, während er nirgends von seiner Mutter spricht. Das Wenige, was wir über sein Leben wissen, entnehmen wir einer Vorrede zu seinem Commentar des Sefer Jezirah, einem noch ungedruckten Werke, welches sich als Manuskript in der königlichen Bibliothek zu Parma befindet. Der gelehrte Orientalist I. B. de Rosst sagt in seinem historischen Wörterbuch der jüdischen Schriftsteller: „Sabbatai Donolo, Sohn Abrahams, ein „Arzt und unbekannter Schriftsteller wurde in Uras „geboren, wo er im Alter von 12 Jahren den „Türken als Sclave verkauft, später aber, im Jahre „925 von seinen Verwandten ausgelöst worden. Er „widmete sich hierauf dem Studium der Medicin „und der Astronomie, welches er mit solch großem „Eifer betrieb, daß er zu seiner Belehrung nicht „nur viele Reisen unternahm, sondern auch alle „Werke las, welche griechische, türkische, chaldäische, „indische und christliche Schriftsteller über diese „Gegenstände geschrieben hatten und dieselben fleißig „mit denen der jüdischen Gelehrten verglich, besonders mit der Braissa von Samuel, welche die „gesammte Astronomie enthielt." Die hier erwähnte Braissa verfaßte der berühmte Arzt und Astronom Samuel, der im zweiten und dritten Jahrhundert d. g. Z. lebte, in welcher er besonders ausführlich über die Astronomie abhandelt. Als unwiderlegbaren Beweis, daß Samuel Arzt und Astronom war, wollen wir hier zwei Stellen aus dem babylonischen Talmud ansühren. In Baba Mezia Fol. 85 b. wird erzählt: „Samuel Jerichnaa (er wurde so genannt, „weil er genau verstand, die Mondveränderungen „zu bestimmen) war Hausarzt von Rabbi (Rabbi Jehuda hanassi). Dieser litt einst an einer Augenkrankheit und der Arzt Samuel empfahl ihm daher zwei Heilmittel. „Ich kann nicht", antwortete Rabbi, und wollte damit sagen, daß er vielleicht einen noch heftigeren Schmerz werde erdulden müssen. Endlich fand Samuel ein drittes Mittel, durch welches die Krankheit geheilt wurde. Aus Dankbarkeit wollte Rabbi ihm die Semicha ertheilen, konnte aber zu seinem Bedauern seinen Entschluß wegen ungünstiger Zeitverhältniffe nicht zur Ausführung bringen. Da sagte Samuel zu ihm: „Möge der Herr sich wegen meiner nicht bekümmern; denn ich habe schon in dem Buche Adams gelesen, daß Samuel Jerichnaa ein Weiser aber nicht ein Rabbi genannt werden wird. Im Traktat Rosch Haschanah Fol. 20 b. sagt Samuel: „Ich kann den Neumond auf eine Weise festsetzen, daß es die Billigung von allen Juden erlangen wird, ohne dabei Zeugen, welche den Neumond gesehen haben, zu vernehmen." Nachdem Sabbatai Donolo die astronomischen Werke der Gelehrten vieler Nationen gelesen hatte, verfaßte er das „Sefer Hamasaloth',, welches zwar jetzt nicht mehr exiftirt, jedoch von Rabbi Joseph Kara, einem älteren Zeitgenossen des Verfassers und von Rabbi Salomon ben Isaak von Troyes (Raschi) (gest. 26. Juli 1105)| erwähnt wird. R. Josef Kara gibt uns in seinem vortrefflichen hebr. Commentar zu Hiob einige Auszüge aus dem erwähnten Werke Donolo's. A N ZEIG E N. Für den folgenden Theil ist die Rednction nicht verantwortlich. Gesucht. Für -uw (koschere) Fleischwaaren für's Ausland werden leistungsfähige Lieferanten gesucht. Prima-Referenzen stehen zu Diensten. Gefäll. Offerten und Preisangabe an die Exped. d. Bl. sub Nr. 2669.