Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 17 (1876)
- Issue
- Heft 43 (25.10.1876)
- Date
- 1876-10-25
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2446951-2447645-2447685--13041-2468891- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
XVII Jahrgang. Zweite Leilage M Nr. 43 -es Israelit. IeitrrngSnachricklen Sf Correfpondenzerr. Amerika. San Feartzisko. Eine hiesige Zeitung bemerkte vor Kurzem, daß die Zerstörung des dcut-! schon Hospitals durch Feuer wieder gezeigt, daß! Wohllhätigkeit noch nicht aufgebört hat eine Haupt-! tugend bei unfern jüd. Einwohnern zu sein. Von > 18 Firmen, wovon jede 509 Dollar zum Wiederaufbau desselben beigetragen, sind die Hälfte Juj den, und von 9 Männern, die je 250 Dollar zu j demselben Zwecke gegeben, 6 Israeliten. A N Z_E_1_G E N. Für den folgenden Theil ist die Reduction nicht verantwortlich Burgpreppach. Unsere Gemeinde und mit ihr ganz Israel har einen großen Verlust erlitten durch den Tod einer edlen Frau, deren seltene Vorzüge zur Anregung für alle jüdischen Frauen und Mütter hier erwähnt werden wögen Sarah Adler, die Gattin des durch Gelehrsamkeit , edles Streben und Wirken sich auszeichnenden Herrn Jmanuel Adler, Kaufmann dahier, hat am 4. Tischri in der Blüthe des Lebens, in einem Alter von nur 35 Jahren, das Zeitliche gesegnet. Wer dieselbekannte, wie sie nx in der würdigsten und edelsten Weise gegen ihren alten Vater bethätigte, wer beobachtete, wie sie ihren Mann, an dem sie mit der größten Innigkeit und zärtlichsten Hingabe hing, in der Ausführung aller würdigen Unternehmungen auf das Kräftigste unterstützte, wie sie ihn mit der größten Wärme zu allem Guten aneiferte, wer bemerkte, wie sie ihren fünf unmündigen Kindern eine wahre, jüdische Mutter war, wie sie mit aller Sorgfalt bedacht war, daß sie den echt religiösen! Sinn mit der Muttermilch einsogen, wer sich überj zeugte, wie sie entsprechend dem nns ")ntc\x j in'i to-id ein Bild der Einfachheit und der! Zurückgezogenheit war, wie sie überall mit vollen Händen erquickte und labte, der wird wohl bemessen können, wie bitter diese schmerzliche Lücke empfunden wird. Schon längere Zeit kränkelnd, suchte sie ihr Leiden zu verheimlichen. Obwohl die Aerzte in der letzten Zeit ihr eine baldige Genesung versicherten, so ließ sie sich, die Schwere ihrer Krankheit fühlend, von diesen Hoffnungen nicht täuschen, . sie traf vielmehr alle Anordnungen für die Bestellung ihres Hauses mit einer Sorgfalt, Ruhe und Zuversicht, die in einem solchen Alter nur selten zu finden ist. Ueber ihre Kinder, die sie in so zartem Alter verlassen müsse, äußerte sie sich auf ihrem Schmerzenslager, sie freue sich, daß sie mit dem Bewußtsein von ihnen scheiden könne, daß sie durch die hiesige n"7i-Schule eine echt jüdische Erziehung erhalten werden, so daß sie ernst als echte Jchudim, als edle Menschen sich bewähren. Unser Rabbiner Hirsch, indem er die vielen Tugenden, die echte Religiösität, die großen Eigen-- schäften der Verblichenen rühmte, bediente sich zu seiner Schilderung des Verses: 1:2^0 may den er in beredten Worten sowohl die Familie, die Gemeinde als die Darw hdd in einer solch' ergreifenden Weise sprechen ließ, daß alle Anwesenden, selbst viele Nichtisraeliten, in lautes Weinen ausbrachen. Er fügte noch hinzu: p’n o 2PP' 'pvxb ldcfo Nin, die Fügungen Gottes sind für Israel so dunkel, unverständlich wie ein pm, allein sie werden von ihm, wenn sie auch noch so unangenehm berühren, noch so tiefe Wunden schlagen , mit aufrichtiger Liebe, mit vollkommener Hingabe empfangen, gerade wie die D’pin ausgeführt werden; so möge bewirkt werden, e-'8 ndiq ijnn, daß Alles, was jetzt noch verhüllt und versiegelt ist, im Laufe des Jahres sich um erfülle, -isip tc—.rD iypn, denn der Mahnruf des -^'47, den der Allgütige mit solchen Schicksalen beabsichtigt, er ist iu unser Ohr gedrungen, er hat unser Inneres erschüttert, wir sind gebessert zu unserem Gotte zurückgekehrt. Möge das Andenken der Verblichenen zum Segen sein! £2337