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Der Israelit · 1876-04-26 · Heft 17 (26.4.1876) · page 24

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Journal
Der Israelit
Volume
17 (1876)
Issue
Heft 17 (26.4.1876)
Date
1876-04-26
Page
– (sequence 24)
Language
German
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388 Nachruf! Antenhansen, im März 1876. In große Trauer und Bestürzung wurde unsere ganze Gemeinde versetzt. Emanuel Strauß, ein Mann von noch kaum 33 Jahren ist Mittwoch den 15. d. M. in ein besseres Jenseits abberufen worden. Derselbe hinterließ eine Frau und noch 5 ganz kleine Kinder. In ihm hat seine Gattin einen braven, frommen und liebevollen Gatten, seine Kinder einen gütigen Erzieher und Versorger verloren. Aber nicht nur seine nächsten Verwandten erlitten durch diesen Todesfall einen herben Verlust , sondern auch die ganze Gemeinde. Treu und pflichtgemäß nämlich verwaltete er die letzten 6 Jahre sein Amt als Cultusvorstand in hiesiger Gemeinde. Cr gehörte noch zu den wenigen Jehudim, Lie fest und mit der größten Liebe an nmpn hingen. Dies bewies er besonders noch in seinen letzten Tagen. Während seines achttägigen Krankenlagers kam nie ein Wort des Murrens über seine Lippen, sondern er vertraute bis -um letzten Augenblicke auf den Allgütigen und flehte ihn an, ihm um feiner lieben Frau und Kinder willen das Leben noch einmal zu schenken. Trotz feiner sehr großen Schwäche (er hatte nämlich den Blutsturz irn höchsten Grade) in den letzten Tagen legte er dennoch jeden Tag und nachdem er sein Auskommen nicht mehr erhoffte, verlangte er, man solle ihn in der Synagoge benschen, was dann auch geschah, wobei er den Namen erhielt. Hierauf wurde ihm die nnn einmal voresagt, die er mehrmals unaufgefordert wiederolte. Rührend und alle Umstehenden zum Weinen erregend war es, als er seine Gattin und Kinderchen zu sich rief, und sich bei ihnen verabschiedete und letztere segnete. Hierauf forderte er die Gemeindeglieder, die um ihn standen, auf, sie möchten ihm, falls er ihnen je etwas zu Leide gethan, verzeihen. Sodann sagte er zum Erstaunen Aller mit lauter Stimme die 'm unaufgefordert noch einmal, und verschied gleich darauf. Betrauert und beweint von seinen Angehörigen, der jüdischen und der ganzen christlichen Gemeinde wurde sein Leichnam p't? my der Erde übergeben. Möge sie ihm leicht sein! 1022] //n"2"y/'j,,n ür eine kleine Restauration am Rhein wird zu Johanni oder früher eine tüchtige jüdische Köchin gesucht. Offerten unter F. 1068 bitte an die Exped. d. Bl. gelangen zu lassen. urch den Tod des Provinzial-Rabbinen GerSfeld dahier ist die Stelle eines Rabbinen für die Kreise Marburg, Kirchhaitt, Frankenberg, Ziegenhain und Biedenkopf erledigt worden und soll nunmehr anderweit besetzt werden. Es werden daher geeignete Bewerber, welche die im § 8 der Kurhessischen Verordnung vom 30. Dezember 1823 vorgeschriebene Facultäts - Prüfung an der hiesigen oder einer anderen deutschen Universität, sowie rücksichtlich der jüdischen Religionslehre die Prüfung bei dem Land - Rabbinate zu Kassel oder einer ähnlichen jüdischen Neligionsbehörde bestanden haben bezw. bei erstcrem nachzuholen bereit sind, aufgesordert, ihre Meldungsges che mit den erforderlichen Zeugnissen versehen, innerhalb 4 Wochen bei der unterfertigten Behörde einzureichen. — Bemerkt wird, daß das fixe Einkommen der Stelle (ohne Accidenzien) besteht in a) Gehalt aus der israel. Provinzial- Kaffe zu Marburg 1500 Mk. b) „ „ „ Synagogengemeinde- Kasse 'daselbst . . 300 „ c) „ von den Gemeinden des Kreises Biedenkopf, . 156 zusammen 1956 Mk. Marburg, den 5. April 1876. 981] Israelitisches Vorsteberamt: D. Meyenfeld. H. Strauß. S. Haas. Hauptlehrerstelle. An der isr. Volksschule Randegg ist die Hauptlehrerstelle mit dem Einkommen 2. Classe (jährlich 810 Mk. Schulgeld 180 Mk.) zu besetzen. Bewerber, die einen Chor zu leiten im Stande sind, ferner zum Cantor- und Schächterdienste — welch' letztere vorerst in Aussicht stehen s. Z. das Einkommen angemessen erhöhen — qualificirt sind, erhalten auf Uebereinkommen eine jährliche Zulage von 4u0 Mk. Irn Ganzen also bei geräumiger, schöner Dienstwohnung jetzt schon p. a. über 1400 Mk Ueberdies ist zur Ertheilung von Privatstunden Gelegenheit geboten. Meldungen unter Beischluß der betr. Zeugnisse sind sofort zu richten an den 1019] Synagogenrath Nandegg (in Baden). in tüchtiger Buchhalter und Correspondent sucht pr. sofort anderweitig Stellung. Gest. Offerten R. M. Nr. 1063 an die Expedition d. Bl. Berantwortlicbe Redactton: Dr. Lehmann. — B erlag der Le Roux'schen Hofduchhandlung. Z. Gotrsleben's Buürdrurkerei in Mainz (Mainzer Anzeiger).

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