Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 17 (1876)
- Issue
- Heft 10 (8.3.1876)
- Date
- 1876-03-08
- Page
- – (sequence 22)
- Language
- German
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230 Theme Glaubensbrüder! Es wird Ihnen nicht unbekannt geblieben sein, wie grenzenloses Unglück unsere Stadt am 22. und 23. Februar durch unerwartet nnd plötzlich hereinbrechendes Hochwasser erlitten. Die Stadt mit den nach Hunderten zählenden, zertrümmerten und dem Einsturz nahen Gebäuden bietet einen herzerschütternden Anblick. Noth und Elend begegnen uns fast überall, da beinahe 3000 Menschen obdachlos sind und Hab und Gut eingebüßt haben. Auch wir sind hart getroffen, da neben eignen gehabten Verlusten unser Gemeindeeigenthum verloren gegangen ist. Unserer Synagoge, die von den Wafferfluthen zum Theil zertrümmert, droht der Einsturz und muß, sobald es thunlich, abgebrochen werden. Alle sonstigen inneren Einrichtungen, so wie Gebetbücher u. dgl. sind zertrümmert und vom Wasser fortgeführt. Rathlos sieht der Vorstand, wie die ganze Gemeinde in die Zukunft, da uns bei der geringen Steuerkraft unserer Gemeinde, und bei den selbst gehabten Verlusten, ohne fremde Hilfe ein Wiederaufbau unmöglich ist. Wir wenden uns daher vertrauensvoll an unsere Glaubensgenossen von Nah und Fern und hoffen, daß es der Gesammtheit gelingen wird, was der Einzelne nicht vermag. Wir bitten Sie Namens unserer Gemeinde, uns nach Kräften mit Geldmitteln zu unterstützen und hoffen durch Ihre Beihilfe bald wieder im Besitz eines Gotteshauses zu sein; auch die kleinste Gabe werden wir mit Dank annehmen. Zu allen Zeiten hat Schönebeck unglücklichen Glaubensbrüdern hilfreich die Hand geboten, und darum vertrauen wir, daß es auch uns nicht an Hilfe in der Noth fehlen wird. Indem wir Ihnen im Voraus unseren Dank aussprechen, sehen wir Ihrer geneigten Antwort entgegen und zeichnen [641 mit vorzüglicher Hochachtung Der Vorstand der isr. Gemeinde zu Schönebeck. I Gerson M. A Heinemann. Emil Bendix. CVtt ein Fabrikgeschäft Badens wird ein junger Mann zum Eintritt pr 1. April oder bald nachher als Magazinier gesucht, wobei weniger auf kaufmännische oder Fachkenntuisse, als ehrlicher und fleißiger Charakter reflectirt wird. Franko - Offerten sub Nr. 662 besorgt die Expedition d. Bl. IMÄiZches Knaben - PenMnat A. Cahn zu Sobernheim Knaben, welche das hiesige vollberechtigte Gymnasium oder meine Schule besuchen wollen, finden Aufnahme und die nöthige Nachhilfe. Referenzen: Herr Rabbiner vr. Lehmann in Mainz, Herr Or. M. C. Wahl in Erfurt, Herr Advocat - ^nwalt vr. Eich und Herr Rabbiner Dr. Philippson in Bonn. Das Nähere im Prospect. [664 Erledigte Stelle. Die hiesige israel. Religionslehrer-, Vorsänger- und Schächterstelle wird am 1. Juni 1876 vacant und soll von da ab wieder besetzt werden. Diese Stelle trägt bei freier Wohnung und 9 Ster Holz 515 R.-Mark Fixum. Die übrigen Nebenverdienste betragen 350 R. - Mark, für welche die Gemeinde haftet und die durch Privat-Unterricht noch vergrößert werden können. Reflectirende wollen sich unter Einsendung ihrer Zeugnisse baldigst an den Unterzeichneten wenden. Pappenheim (Bayern), 6. März 1876. David Feuchtwanger, 668] Cultus-Vorstand. in junger Cantor ,7-101 ümct' rc. rc. (Süddeutscher), bis dato in einer größeren Stadtgemeinde angestellt, wünscht seine Stelle aus religiösen Bedenken zu vertauschen. Derselbe kann sich als tüchtig im Berufe, namentlich al p-101 ünnp, wofür schon seine jetzige Stellung spricht, auSweifen. Hauptbedingung: religiöse Gemeinde (Stadt) unter orthodoxem rnjm. Offerte unter P. P. sub Nr. 664 nimmt die Exped. d. Bl. entgegen. ine erfahrene, geprüfte Erzieherin, streng religiös , welche in den Wissenschaften, der englischen und französischen Sprache, sowiin der Musik gründlich unterrichtet, wird zum April für ein vierzehnjähriges Mädchen gesucht. Nur solche Bewerberinnen, die gute Zeugnisse einer mehrjährigen Thätigkeit aufzuweisen haben, wollen sich melden. Franco-Offerten sub Nr. 655 besorgt die Expedition d. Bl. ntcrzeichneter empfiehlt sich mit sehr gutem schwarzen Koscherwein -nc:i -ucoro zu billigsten Preisen. Referenzen ertheilt , Dj/oyn pp" 1 mn :pdij?d”ii pp'to p«on mm. K H. Fischer 412] in Dombovär bei Szegzard.