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Der Israelit · 1876-01-26 · Heft 4 (26.1.1876) · page 15

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Journal
Der Israelit
Volume
17 (1876)
Issue
Heft 4 (26.1.1876)
Date
1876-01-26
Page
– (sequence 15)
Language
German
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83 Nachruf! Tief erschüttert, mit beklommenem Herzen, habe ich einen Trauerfall zu rcgistriren, der uns Allen einen herben, unersetzlichen Verlust gebracht. Der unerbittliche Tod entriß unserer Mitte Frau Esther Aufsesser in ihrem 65). Lebensjahre Nachts gegen 1 1 Uhr ro:: 't D''2. Sanft, wie ihr Leben, schied sie in frommer Ergebung in den heiligen Willen Gottes. Streng den Satzungen unserer heiligen Lehre ergeben, war ihr Leben eine ununterbrochene Kette der Wohlthätigkeit, eingedenk der talmudischen Sentenz: „npis poc rro," „Wohlthätigkeit ist das Salz der Glücksgüter". Stets friedliebend konnten sie unangenehme Berührungen nie in Extase bringen, und bewies sie sich allenthalben als fromme Dulderin. Um unserer heiligen Religion die Achtung Andersgläubiger zu erringen, gewährte sie allenthalben Unterstützung, und predigte durch ihr Beispiel . Duldung, Schonung und tbatkräftige Nächstenliebe. Reichen Herzens, unerschütterlich in wahrer Frömmigkeit, nnwandelbar in Gottvertraucn, bewies sie eine Fülle des Geistes. die nach allen Seiten Rath und That spendete. Einfach und unverblümt in ihrer Sprache trug ihr Aeußeres wie ihr Hauswesen trotz ihres Wohlstandes das Gepräge der höchsten Einfachheit, doch überall das Walten einer sorgsamen Mutter, einer treuen Hausfrau verkündend. In ihrem vollendeten Ideal bewahrheitet sich der talmudische Ausspruch: "jrun D’ppN N-o ktn p'nu mit: runo naiü ntc\x,f „Ein gutes Weib ist eine glückliche Gabe, die Gott in den Schooß eines gottesfürchtigen Mannes gibt." Merkwürdig sind ihre letzten Ermahnungen an ihre hinterlassenen 4 verheiratheten Kinder in einem Briefe, die ihnen Gottesfurcht, Friedens - und Nächstenliebe zur strengsten Pflicht machen, und sollen sie ihr Andenken durch amp sagen sichern. An ihr verliert ihr Gatte die liebevollste Gattin, die Kinder die sorgsamste Mutter, die Gemeinde ein Muster wahrer Frömmigkeit und das Judenthum eine felsenfeste Verehrerin. So wird sie denn in jenen verklärten Räumen die reiche Ernte für ihre reiche Saat genießen! Bamberg. [ 164.1 M. A«fvuf und Bitte an alle edle Glaubensbrüder! ■''r. inow njn Dva , Pi pn P'32'Q nizw. Ein trauriges Mißgeschick traf am 12. d. M. unfern armen, schon betagten Mitbürger und Glaubensbruder Jacob Mayer aus Dillendorf. Er verlor seine Brieftasche, worin 1100 Mark waren; dieselben waren nicht sein Eigenthum, sondern zum Abholen von schon verkauften Ochsen bestimmt. Da nun derselbe trotz seiner Armuth sich stets als ehrlich erwiesen, und er sich bei seinem unermüdlichen Fleiße etwas Credit erworben, so trifft ihn dieser Schlag umsomehr, besonders da er schon ziemlich bejahrt und Familienvater von 9 Kindern, von denen der älteste Knabe 15 Jahre alt, ist. Wer nun unsere hiesigen Hunsrücker Verhältnisse kennt, wird es den Unterzeichneten nicht verdenken, wenn dieselben ihre Stimme erheben, und um Hilfe und Beisteuer flehen für den Armen. Wir sind nicht im Stande, diesem jetzt sehr bedürftigen braven Jehudi aufzuhelfen, und richten an alle edle Herzen die Bitte um Hilfe und Steuer; mögen Alle, denen der Herr Glücksgüter geschenkt hat, ihr Scherflein beitragen, daß dem Armen geholfen werde. Der Segen Gottes allen Denen; die da Pi Pn am Tage des Leidens rettet sie ':üv -pan’ c»n. Möge unser Ruf nicht vergebens erschallen, ivrr. Gelder nimmt in Empfang die verehrl. Redaction dieses Blattes sowie die Unterzeichneten. Kirchberg Reg.-Bez., im Januar 1876, M. Eppstein, Gerson Josef, 1 7j Lehrer. Vorstand. (Aine gebildete kinderlose Wittwe sucht zu sofortigem Eintritt Stelle in einer Haushaltung oder als Gesellschafterin; auch würde sich dieselbe der Erziehung größerer Kinder widmen. Franco-Öfferten sud Nr. 168 besorgt die Expedition d. Bl. in isr. Mädchen, welches bürgerlich kochen kann, wird zum sofortigen Eintritt gegen guten Lohn gesucht bei M. Stern, 171] Offenbach a. M. C^ür einen mit den nöthigen Vorkenntniffen ver- O sehenen jungen Mann ist in meinem Manufacturwaaren-Geschäft eineLehrlingsstelle zu besetzen. Wiesbaden. [H. 6135 163] Hermann Hertz. Berichtigung. In den beiden Artikeln aus Darmstadt in Nr. 2 muß es statt „Bessinger" Bessunger und statt „Rosenstein" Rosenheim heißen. Briefkasten der Ztedaction. Herrn N- '1c. in N. N.: Wahrscheinlich inner ocr Be;cichnung „Ungenannt" aufgeführt. Herrn 6. ,v. 1c.: bo.

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