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Der Israelit · 1875-06-02 · Heft 22 (2.6.1875) · page 17

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Journal
Der Israelit
Volume
16 (1875)
Issue
Heft 22 (2.6.1875)
Date
1875-06-02
Page
– (sequence 17)
Language
German
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XTI. Jahrgang. Zweite Beilage;n Ar. 22 des Israelit. Jeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. Aus Westphalen. nty o wbj nDjy!nn«. ei^na me. Schon wieder hat der unerbittliche Tod, der in diesem Jahre unter den gelehrten und frommen Männern in Israel so reiche Lese gehalten, sein Opfer gefordert, und zwar dieses Mal in unserer ohnehin kleinen Gemeinde. Vor Kurzem starb zu Letmathe nach längeren, mit großer Geduld und seltener Ergebung in den heiligen Willen Gottes ertragenen Leiden der in weiten Kreisen rühmlichst bekannte oma« V'nffna pny’"i nann *?ys2«p in einem Alter von nahezu 69 Jahren. Der Verstorbene, aus einer frommen und geachteten Familie in Limburg a. d. Lenne stammend — Limburg war damals noch d’iöid «de v«ne"a d«i "vy onsDi —, hatte von seinen Eltern eine streng religiöse Erziehung genossen und unter der Leitung von tüchtigen Lehrern sich einen Schatz von Kenntnissen nampn i:mina erworben, den er, so oft seine Geschäfte es erlaubten, besonders aber a»ö’i rnnaea D’3ie durch fleißiges Studiren in unfern heiligen Religionsschriften bis an's Ende seiner Tage zu vermehren suchte. Ueberhaupt waren die drei Grundpfeiler unserer heiligen Religion nnay min □non nwai, verbunden mU großer Rechtschaffenheit und Redlichkeit im Handel und Wandel, das Princip und Ziel seines Lebens. So oft sich Gelegenheit zur Betätigung von no«i iDn ni^oa darbot, war er na« prrnniL'y'? 'i«a niaai n^Ia '? Dwap, so oft öffentlicher Gottesdienst stattfand, sprach er mit David 'n nrpa 'b ene«a »nno®\ Nicht nur, daß er von seiner frühesten Jugend an, in gesunden Tagen keinen Gottesdienst versäumte, ondern er war seit länger als 15 Jahren in hiesiger Gemeinde die Hauptstütze desselben, indem er bei derselben während des angegebenen Zeitraumes owun O’D’3 als Haupt-nb'sn pya fungirte und auch sonst hat er den Schreiber dieses, so oft derselbe durch Krankheit oder Abwesenheit verhindert war, den Gottesdienst zu leiten, mit der größten Bereitwilligkeit vertreten. Durch einen correcten Vortrag, verbunden mit einer lieblichen Stimme, wußte er die Zuhörer zur größten Andacht zu stimmen, es waren Worte, die von Herzen kanen und deßhalb auch wieder zu Herzen gingen. In unserer so materialistisch gesinnten Zeit, in der, ganz besonders in Westphalen, leider so wenig nun gelernt wird, in der keine miay, keine DHDn ni^’cj in echt wahrhaftem jüdischen Geiste mehr geübt wird, in der kein frommes Geschlecht wieder kommt, wenn ein frommes Geschlecht wegziehet, in einer solchen verwaisten Zeit, sage ich, ist der Verlust von min ’ja und frommen Männern, wie der Verklärte einer war, doppelt beklagenswerth, besonders für kleine Gemeinden, wo so wenig Ersatz vorhanden ist, und klage ich daher mit dem Sänger: Hilf Du uns, o Gott, der Fromme ist dahin, die Zahl der Redlichen nimmt ab unter den Menschenkindern! Um den Verstorbenen trauert eine zahlreiche Familie, die in ihm einen liebevollen Vater, sowie die hiesige Gemeinde, die in ihm eines ihrer achtbarsten Mitglieder verloren hat. Ein imposanter Leichenzug, an dem sich auch viele Israeliten aus der Umgegend, so wie viele Christen aus Letmathe und Limburg betheiligten, setzte sich vom Sterbehause in Letmathe nach dem D'epiy ma in Limburg in Bewegung. — Der Entseelte hatte bei Lebzeiten oft den Wunsch geäußert, daselbst bei seinen Eltern beerdigt zu werden, — und gab somit Zeugniß von der allgemeinen Liebe und Achtung, der sich derselbe bei Jedermann zu erfreuen hatte. Diesen Gefühlen gab auch der Unterzeichnete in seiner auf dem Friedhofe zu Limburg gehaltenen Trauerrede den entsprechenden Ausdruck. Dem Verstorbenen rufe ich schließlich noch die Worte des Propheten nach T£jo«' "t -naa -pa1? i^ni! Bezugnehmend auf den in Nr. 15 und 16 dieser geschätzten Blätter enthaltenen, die von dem israel. Prediger in Wetzlar beim Hause der Abgeordneten eingereichte Petition um Befreiung der isr. Geistlichen und Lehrer von der Communalsteuer betreffenden Artikel erlauben wir uns, hierdurch die Mittheilung zu machen, daß diejenigen jikd. Lehrer in Westphalen, welche definitiv angestellt sind und deren Schule deßhalb den Charakter einer öffentlichen Unterrichtsanstalt trägt, auch in dieser Beziehung ihren christl. Collegen gleichgestellt, d. h. von der Entrichtung der Communalsteuer befreit sind und zwar nicht erst seit kurzer Zeit, sondern schon seit vielen Jahren. Was diejenigen jüd. Lehrer betrifft, deren Schule von der Regierung nur als Privat-Anstalt sanctionirt ist, so find diese zur Entrichtung gedachter Steuer zwar gesetzlich verpflichtet; jedoch finden auch hier sehr oft Ausnahmen statt. Wir kennen

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