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Der Israelit · 1875-01-20 · Heft 3 (20.1.1875) · page 17

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Journal
Der Israelit
Volume
16 (1875)
Issue
Heft 3 (20.1.1875)
Date
1875-01-20
Page
– (sequence 17)
Language
German
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XTI. Jahrgang. Zweite Leilage;» Nr. 3 des Israelit. A*'Ltung-nachrichten und Correspondenzen. Deutschland. Aus der bayrischen Rheinpfalz. Wenn vorzugsweise in unserer Zeit das Beispiel wahrhaft frommer, vom väterlichen Glauben begeisterter Männer ein so wichtiger, ja fast unentbehrlicher Hebel zur Erhaltung und Kräftigung des jüdischreligiösen Lebens in der Gemeinde ist: so ist unverkennbar der Verlust solcher Männer um so beklagenswerther und schmerzlicher, da das Judenthum -unsrer Zeit, leider! an solchen Männern keinen Ueberfluß hat. Auch die israelitische Gemeinde Rülzheim hat einen solchen Verlust durch das Hinscheiden eines thcuern uud treuen Mitgliedes erlitten, und fühle ich mich gedrungen, dem Manne, den unS der unerbittliche Tod nach des Allmächtigen unerforschlichem Nathschlusse so plötzlich entrissen, in diesen von dem Verblichenen n"y so hochgeschätzten Blättern ein Denkmal der Liebe und Verehrung zu setzen. Lazarus Cahn I., Theilhaber der Firma Ulrich Cahn hier, entschlummerte am 9. d, Morgends 1/2 2 Uhr in einem Alter von erst 52 Jahren. Im Tractat Sabbat 145b heißt es: w» «nes wunin Nno vb2, „In der Geburtsstadt, d. h. im irdischen Dasein, da erhält der Mensch seinen Werth durch die Stimme der Zeitgenossen; scheidet er aber von hinnen und tritt sein Name in die Erinnerung der Nachwelt ein, so wird der Stempel seines Rufes bedingt von dem Gewände, in welchem sein Wirken der Nachwelt überliefert wird.- Auf den Heimgegangenen dürfen wir nach beiden Richtungen hin das alte Wort, p'iL ntr»1» own ntpiy, daß der Abzug eines frommen Mannes eine bemerkbare Lücke in seinem Wohnorte bereite, Platz greifen lassen. Wer seinen bescheidenen, echt frommen Wandel beobachtet, wie er nie stolz oder dünkelhaft sich erhoben; wer seine Gewissenhaftigkeit in der Beobachtung religiöser Vorschriften, in der mit seltener Genauigkeit gepaarten Uebung der kleinsten Mizwaus bemerkt; wer seine Liebe zum Wohlthun, seine Hingabe für rtteni min, seine Freude und seinen Eifer für Edles und Erhabenegekannt hat: der vermag sich den Eindruck vorzustellen, den die am frühen Morgen, trat 's p*ff, verbreitete Schreckenskunde von seinem Hintritte auf die hiesige Einwohnerschaft nns p uw pi nns p nw p hervorbrachte. Montags vorher fastete er noch den zweiten Fasttag der r,"n v, sowie zu p"2' am Mittwoch vorher. Daß eine tiefe Trauer auf allen Gesichtern sich abspiegelte, die ors in großer Zahl dem Leichenzuge folgten, läßt sich wohl denken. — Sein unvergeßlicher Name uud die Erinnerung an sein mustergiltiges Leben als Gatte, Vater, Bruder und Fcunilienglied, als Jude, Bürger und Mensch im edelsten Sinne des Worte-, wird seiner mit irdischen Gütern gesegneten, aber schwer geprüften Familie — welche mit dem talmudischen Trauerredner klagen darf: prpnvo n1?! poea — als der größte Schatz ihre- SrbtheilS dauerhaft bleiben. Möge auch da das alte Wort sich bewährt haben: hnos pn» n-ojp ly o^yn jo ZvvZ pna pa N Salomon, I. Lehrer. Feuilleton. Kkschmbung eine» Umzüge» de» »engewShlt(u Papstes Martin V. durch die Straße» der Stadt Constay im Jahre 1414. Aus Ulrich von Richcnthal'S Chronik des ConcilS zu Constanz — Manuskript Fol. 109.*) do er kam für das bus zu dem schlegel by ssnt laurenzen, und giengen im die Juden engegen — mit vil grossen brinnenden kerzen — und beiten all iren babit an, alssy an irem langen tag band — u. trugen ire zehen gebott — under ainem guldin tuch — mit vier Stangen an ainem sfceken — in ainem küssin — das was rot sammati — und hett vier zipfel — u. an yeglichem zipfel zwo schellen, und wenn sy den steken in ainem küssi rürten, so lütten die schellen, und sangen rast hebräisch — n. do sy zn dem bapst kamen, do

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