Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 13 (1872)
- Issue
- Heft 44 (30.10.1872)
- Date
- 1872-10-30
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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925 \ Am ersten Tage mtsn awn, Donnerstag den 3 October, ist das anderthalb Meilen von unserer Stadt belegene Dorf Sonnenborn von einem schweren Brandunglück betroffen worden: bei dem heftigen Sturmwinde wurden in kürzester Frist 23 Wohngebäude ein Raub der Flammen, 27 Familien sind obdachlos. Unter den am schwersten Heimgesuchten befindet sich unser Glaubensgenosse, der Handelsmann Julius Leßheim; während er mit seiner Familie in unserer Synagoge das Fest beging, ist seine ganze Habe bis auf den Grund vernichtet worden: er hat nichts behalten, als die wenigen zur Stadt mitgenommenen Bettstücke und die Kleider auf dem Leibe. Sein Wohnhaus, ein mit Stroh gedecktes Holzgebäude, war nur mit einem geringen Betrage versichert, feine Mobilien und Vorräthe gar nicht, weil wegen jener Beschaffenheit des Gebäudes eine Versicherung darauf nicht zu erlangen gewesen war. Unsere wenig bemittelte Gemeinde hat zwar nach Kräften der ersten Noch zu steuern versucht, sie ist indeh selbstverständlich außer Stande, auch nur einigermaßen nachhaltige Hilfe zu schaffen. An unsere lieben Glaubensgenossen, in Nah und Fern, richten wir deshalb die dringende Bitte, uns in dem Bemühen, den hart geprüften, zudem seit Jahren von Krankheit heimgesuchten und nur deshalb in beschränktem Maße erwerbsfähigen Leßheim wieder aufzuhelfen und zu unterstützen, mit offener Hand zur Hilfe zu kommen und ihre milden Gaben dem Unterzeichneten Vorstande einzusenden! Wer schnell gibt, gibt doppelt! Mohrungen (Ostpr.), den 5. Oct. 1872. Der Vorstand der Synagogen-Gemeinde: Adolph Aviedländer. G. j&itffmatttt» B. Teppich. I. A. Hanirneritein. Vergangenen nom r"’ äscherte eine große Feuersbrunft in dem Flecken Mieten bei Nastätten 60 Gebäude ein, worunter auch mehrere Häuser jüdischer Familien waren. Auch das nonn nu wurde ein Raub der Flammen: die min nsD konnten nur mit Lebensgefahr gerettet werden. In dem Flecken sind gottlob Alle noch streng religiös, aber leider unbemittelt: die Nothwendigkeit eines neuen ist eine dringende, da wegen großer Wohnungsnoth die Abhaltung des Gottesdienstes gestört ist. Vertrauend auf die Mildthätigkeit unserer Glaubensbrüder bitten wir um Hilfe in dieser großen Noch und wir hoffen, daß es uns bald gegönnt sein wird, für das Wohl der edlen Menschenfteunde zum Allmächtigen in dem neuen n"n andächtig beten zu können. Die Spenden wolle man gutigft an den lsr. Cultusvorstand David Strauß in Mieten bei Nastätten gelangen lasten. Tacanz. Am 1. Januar k. I. wird hier die Cantor- und Schächterstelle vacant. Einkommen ca. 600 fl. Außerdem vielfache Gelegenheit zu Nebenverdiensten. Erwünscht ist, daß Bewerber die Leitung des Synagogenchors übernehmen kann. Es wird auf unverheirathete Bewerber reflectirt. Reisekosten werden nur dem Erwählten erstattet. Meisenheim (Rheinprovinz), 22. October 1872. Der Vorstand der Synagogen-Gemeinde. Strzalkowo bei Wreschen. Ein jüdischer Lehrer, unverheirathet, der sowohl im Hebräischen als auch im Deutschen unterrichten kann, findet bei mir ein Unterkommen. Honorar 200 Thlr. jährlich nebst freier Station. S. Sommerfeld. 7)wei Familien suchen einen Lehrer, der 8—10 Kindem Unterricht zu ertheilen hat. Fixer Gehalt fl. 200. bei freier Kost und Logis. Eintritt kann sogleich erfolgen. Bewerber um diese Stelle belieben sich baldigst an mich zu wenden Samuel Jsenberg, Buchenau bei Biedenkopf. % Man sucht für ein sehr gebildetes israel. Mädchen aus guter Familie und mit etwas Vermögen, das außerdem viel Geschäftskenntniß besitzt, einen tüchtigen Geschäftsmann als Ehegatten. Offerten unter Q. R. 872 befördert die Annoncen-Erpedition von Haasenstein & Vogler in Frankfurt a. M. CVti Der Familie eines Hamburger Arztes finden Kin- -y) der, die in Hamburg erzogen und unterrichtet werden sollen, liebevolle Aufnahme. Der Aufenthalt ist besonders für noch sehr junge Kinder zu empfehlen und für solche, die aus Gesundheitsrücksichten noch besonderer Pflege und Aufsicht bedürfen. Beste Referenzen vorhanden. Reflectirende belieben ihre Adresse oud K Z. Nr. 118 in der Annoncen - Expedition von Hassenstein & Vogler in Hamburg einzureichen.