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Der Israelit · 1872-09-25 · Heft 39 (25.9.1872) · page 17

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Journal
Der Israelit
Volume
13 (1872)
Issue
Heft 39 (25.9.1872)
Date
1872-09-25
Page
– (sequence 17)
Language
German
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XIH. Jahrgang. Zweite Beilage zu Rr. 39 des Israelit. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. München, 18. Sept. Bezüglich der Zurückstellung und eventuellen Befreiung der katholischen und protestantischen Theologen, dann der Rabbiner von Ableistung der Militärdienstpflicht ist aus der neuen Militärersatzinstruction zu entnehmen: Eine gesetzliche Befreiung des geistlichen Standes von der allgemeinen Wehrpflicht findet nicht statt. Studirende der Theologie katholischen und protestantischen Bekenntnisses, Zöglinge von Missionsanstalten, dann Rabbinatscandidaten und Ordens-Novizen, welche in das militärpflichtige Alter eiugetreten sind, unterliegen deßhalb den Bestimmungen der Militär-Ersatz-- Instruction. O e st e r r. - U n g a r. onarchi e. Wien, im Elul. Mit jedem dieser Tage steigert sich das Interesse der Wiener Jehudim dem längst ersehnten Momente entgegen, in welchem ihr wackeres Oberhaupt, ihr verehrter Rabbiner, Herr Salomon Spitzer ''e, nach längerem Aufenthalte auf dem Lande wieder in ihrer Mitte, und an der Stätte, an welcher er sonst seine lehrreichen gediegenen 'Vorträge hält, erscheinen wird. Nach Monden des härtesten Kampfes um Religion und Glauben, um Aufrechterhaltung der religiösen Ueberzeugung und der freien Gewissenssache, nach den Tagen der härtesten Proben und Versuchungen, welche die Wiener Orthodoxen mit unsäglicher Ausdauer überstanden, ist es nur eine natürliche Folge, wenn sie mit einer fieberhaften Sehnsucht denr Erscheinen des Mannes entgegenharren, dem sie einzig und allein ihre bewährte religiöse Kraft, ihre unerschütterliche Glaubenstreue zu verdanken haben. Die Kunde, daß Herr Rabbiner Spitzer nach wie vor an den herannahenden hohen Feiertagen die üblichen Vorträge in der Schiffsynagoge halten werde, drang in die weitesten Kreise der hiesigen Jehudim, überall ein reges Jntereffe erweckend, und in der That dürfte der löbliche Vcrstand des genannten Bethauses kaum im Stande sein, dem täglich intensiver werdenden Andrang wegen der betreffenden Betplätze, aus Mangel an Raum, nach Genüge entsprechen zu können, da auch eine beträchtliche Anzahl bisheriger Tempelbesucher von „Drüben" sich in der Schiffschule frühzeitig auf Sitze vorgemerkt haben. Immerhin muß es auf den theilnehmenden ^ans»' -n einen erfreulichen Eindruck machen, zu hören, daß sich das bsnan co noch immer selbst in dem verschrienen Wien so maßgebend bewährt, und daß es in der vorgeschrittenen Residenz noch eine erhebliche Zahl wackerer glaubenstreuer Jehudim gibt, welche einen Mann, der sich schon mehrfach als onro vi-n erwiesen, zu würdigen und dessen Lehren zu beherzigen verstehen. Möge den Wiener Orthodoxen dieses ihr musterhaftes Verhalten gedeihliche Früchte tragen; mögen sie die lehrreichen Worte ihres würdigen Oberhauptes auch fürder beherzigen und bethätigen obmr rix 'n 3»m» o damit es dem Allerhöchsten gefallen möge, ihrem Vorhaben, einen erweiterten abgesonderten Gemeinde-Verband zu bilden, seinen väterlichen Beistand angedeihen zu lassen, crV?j? 3b hüm. v. 8. Rumänien. Bukarest, 12. Sept. Beiträge zur Erleichterug der Juden-Auswanderung haben bis jetzt geliefert: In Jassy, Frau Katharina Zoni, 275 Ducaten in einem Schuldschein der Districts-Präfectur!! Ein anderer Herr daselbst eine Quantität Stricke, um die auswandernden Juden damit zu binder!! Herr P. Botez seinen achtfitzigen Wagen, um die Juden bis zum Jafsyer Bahnhof gratis zu ttansportiren!! Alle diese Geschenke zusammen mit den „Gratis-Pässen" der Regierung bilden bereits einen vorzüglichen Auswanderungs-Fond. Bukarest, 19. Sept. Die drei wegen angeblicher Theilnahme an dem Kirchendiebstahle in Ismail verhafteten und verurteilten Israeliten sind auf Befehl des Fürsten Karl in Freiheit gesetzt worden. ANZEIGEN. WaAerstein (Bayern), im Elul. Es soll schon mehrmals in der Stadt Nördlingen vorgekommen sein, daß bei Hochzeiten von ftemden Jehudim das Festmahl vom nichtisraelittschen Gastgeber derartig besorgt wurde, daß eine isr. Person nur *iieo geschachtetes, und für's Kochen rituell hergerichtetes Fleisch, Zungen,

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