Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 13 (1872)
- Issue
- Heft 27 (3.7.1872)
- Date
- 1872-07-03
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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7MWM M 27 XIII. Jahrgang. E in Genlrat - Grgan für das orthodoxe Iudenthum. Herausgegeben von Dr. Lehmann in Mainz. M i l t w o ch d e n 3. I u l i 5 6 3 2 (1 8 7 2). Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Mittwochs, in mindestens 2 Bogen. Preis deS Jahrgangs 3 Thlr. pr. C. oder fl. 5. 15 kr. rh. Man abvnnirt ganzjährig, halbjährig oder vierteljährig. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Befüllungen an. Inserate 2 Sgr. die Petitzeile oder deren Raum. Oesterreichische Banknoten laut CourS. Directe Francozu sendung unter Streifband pr. Jahrgang 4 Thlr. pr. C. oder 6 fl. österr. an die Expedition franco einzusenden. Inhalt. Leitender Artikel: Die Israeliten im heiligen Lande. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Deutschland: 'Mat rrp'Aus Bayern. Berlin. Frankfurt a. M. — England: London. — Rumänien: Bukarest. — Fnrilleton: Vor fünfzig Jahren. Inöakt der ersten ISeikage:!.''ta':gsnachri:'^en und Korrespondenzen: Deu tsch la n d: Aus Bayern. Augsburg. Berlin. — Frankreich: Paris. Inhalt der zweiten Meilage: Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: O e st e r r.-U n g. Xionarchie: Pesth. — Rumänien: Bukarest. — Frankreich: Paris. — Leitender Artikel. Die Israeliten im heiligen Lande. Mainz, 25). Juni. Als vor vielen Jahren Herr Dr. Ludwig August Frankl aus Wien eine Reife nach Jerusalem gemacht hatte, veröffentlichte er eine Reifebeschreibung, der das Philipvson'sche Institut für sogen, süd. Literatur die weiteste Verbreitung verlieh. Das genannte Buch war mit den schwersten Anklagen gegen die jüdischen Bewohner des heiligen Landes und namentlich Jerusalems derart angefüllt, daß man allgemein glaubte, die Spender in Europa würden von da an und weiter den armen Glaubensbrüdern im hl. Lande ihre Unterstützungen entziehen. Merkwürdigerweise jedoch geschah das gerade Gegentheil. Das Erscheinen des Frankel'- schen Buches bezeichnet in Bezug auf die Unterstützung der armen Israeliten in Palästina einen Wendepunkt znnr Bessern. Die Nvlh und das Elend derselben wurden dadurch zur allgemeinen Kunde gebracht; wer früher gar keine Ahnung davon gehabt, entschloß sich von da an zu reichlichen Gaben, und das allgemeine Interesse für die Bewohner Palästinas ist seitdem ganz bedeutend gestiegen, so daß sich in Folge davon die Spenden zum Besten derselben von Jahr zu Jahr steigern. Einen ähnlichen Erfolg wird hoffentlich auch die „ Dse n k s ch r i s t" haben, in welcher Herr Professor Gr ätz aus Breslau und Genossen^) nach vollbrachter Reise die jüdische Bevölkerung Palästina s herabzusetzen und zu schmähen sich verpflichtet fühlen. Diese als Manuscript gedruckte Denkschrift liegt -.ms gegenwärtig vor und gibt den Haß und das Vorurtheil gegen unsere armen Brüder im heil. Lande in so unzweideutiger Weise zu erkennen, daß sie hoffentlich nirgendwo schaden wird. In Palästina, in Jerusalem herrscht noch echte, ungeheuchelte Frömmigkeit; nicht der reiche oder mit Titel und Orden geschmückte Jude genießt daselbst die größte Hochachtung, sondern der gottesfürchtige, mit Thora - Kenntniß begabte Israelit wird daielbst geehrt und mit Begeisterung ausgenommen. *) Die zwei Begleiter des Herrn Professors, Kaufleute aus Bominern, haben wohl nicht bedacht, unter welch ein Schriftstück sie ihre Namen gesetzt.