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Der Israelit · 1872-02-28 · Heft 9 (28.2.1872) · page 18

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Journal
Der Israelit
Volume
13 (1872)
Issue
Heft 9 (28.2.1872)
Date
1872-02-28
Page
– (sequence 18)
Language
German
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/ 19S einer katholischen Mädchenschule eine jüdische Lehrerin angestellt hat. Zuvorkommender gegenüber den Wünschen der Klerisei erweist sich der Cultus- und Unterrichtsminister v. Stremayr. Der Bezirksschulrath von .Karlsbad (Böhmen) hatte den allgemein geachteten israelitischen Lehrer Spitz an der gemischten Schule in Lichtenstadt angestellt. Der Cardinal Fürst- Erzbischof Schwarzenberg in Prag, welchem die Function eines jüdischen Lehrers an einer überwiegend christkatholischen Schule ein Gräuel war, ließ Hrn. Spitz durch den Ortspfarrer eine lebenslängliche Pension anbieten, wenn er freiwillig auf sein Lehramt verzichte. Der k. k. Bezirkshauptmann und die übrigen Mitglieder des Bezirksschulrathh von Karlsbad ermahnten aber den israelitischen Lehrer, dem Cardinal und Erzbischof Trotz zu bieten, denn es komme jetzt darauf an, für das erhabene Princip der Gleichberechtigung aller Confesstonen einzustehen. Die katholische Klerisei wendete sich aber an den Landesschulrath und dieser an das Cultus- und llnterrichsministerium, dessen Chef Hr. v. Stremayr und dessen „geistlicher Rach" in katholischen Angelegenheiten der Weihbischof Kulschker, der Adjutor des Cardinals und Fürst-Erzbischofs Rauscher, ist. Dr. theol. Kutschker ertheilte dem Cultus- und Unterrichtsminister v. Stremayr den nölhigen Rath; auch der Minister des Innern Baron Lasser gab seinen Rath und der Schluß lautete: Der Lehrer Spitz hat ein Lehramtszeugniß, welches für eine israelitische Schule ausgestellt ist und folglich auch nur für eine solche giltig ist. Er muß daher seine Stelle an der Lichtenstadter Schule niederlegen und mag sehen, wie er zu einer andern gelangt. (Ff. Zt.) Prag. Gerichtsauskultant Dr. Dub, Israelit, ist zum Adjunkten beim Prager Landesgericht ernannt worden; der erste Fall in Prag, daß ein Jude zum Richter ernannt wird. D o n a u f ü r st e n t h ü m e r. Bukarest, 14. Febr. Der Wiener „Presse" wird telegraphirt: Laut officielleM Bericht aus Jsmaila wurden dort 250 Juden verwundet; der Fürst ist hierüber sehr entrüstet. Die Proclamirung des Belagerungszustandes in drei Diftricten ist wahrscheinlich. — Demselben Blatte wird vom 13. b. gemeldet: Die Regierung wurde vom amerikanischen General-Consul angegangen, eine Vorlage cinzubringen, wornach Ercedenten bei Judenkrawallen der standrechtlichen Behandlung unterworfen sein sollen. A N Z E in Cand. phil. wünscht eine Hauslehrerstelle. Derselbe war bereits mit bestem Erfolge wirksam und ist in sprachlichen wie Real-Fächern gleichmäßig erfahren. Gefällige Offerten 8ul, Nr. 512 besorgt die Expedition d. Bl. /S&in junger definitiv angestellter und gut situirter israel. Lehrer, im Besitze eines Privatvermögens von 1000 Gulden, sucht eine seinen Verhältnissen entsprechende Lebensgefährtin. Franco-Offerten, womöglich mit Photographie, die auf Wunsch retournirt werden, nebst Vermögensangabe, wolle man vub Chiffre D. 3056 versiegelt zur Beförderung an den Auftraggeber, au die Annoncen-Expedition von Rudolf Mosse in Frankfurt a. M. richten. Discretion Ehrensache. in gewandter Commis, der auch der französischen Sprache mächtig ist, lvird am Niederrhein zu engagiren gesucht. Franco-Offerten unter 61. 514 besorgt die Exped. d. Bl. I G E N. Volontäre - Stelle gesucht für einen jungen Mann, 18 Jahre alt (Jsr.), der bereits mehrere Jahre im elterlichen Geschäfte thätig war, in einem Bank- oder Frucht - Geschäft, wo er am Sabbat und an Feiertagen frei hat. Gefällige Offerten unter T. D. 658 wolle man an die Annoncen - Exped. von Haasenstein & Vogler in Cöln richten._ Bad Kifsingen. Unterzeichneter erlaubt sich den Fremden, welche diese Saison das Bad Kissingen mit ihrem Besuche beehren, seine Dienste anzubieten in Betreff von Wohnungen, sowie Vermiethung von Verkanfslokalen, Besorgung von Plakaten und sonstigen Zetteln, sowie auch mein Bestreben sein wird, auf das Beste und Billigste jeden Auftrag zu vollführen. Zahlreichen Aufträgen entgegensehend zeichnet S. Friedländer, _ Lohndiener, Fremdenführer und Colporteur. c^ür meine Herrengarderobe-Fabrik, Manu- O factur- und Mode-Geschäft suche ich möglichst noch zu Oftem einen Sohn rechtlicher Eltern als Lehrling. Reflectanten wollen sich wegen der Bringungen direct an mich wenden. S. Blurnenthal in Springe bei Hannover.

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