Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 12 (1871)
- Issue
- Heft 46 (15.11.1871)
- Date
- 1871-11-15
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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861 Erinnerung und Bitte. Der Unterzeichnete, welcher »"nya vor einigen Jahrzehnten eine Talmudschule dahier ins Leben rief und bisher unterhielt, hat seit ungefähr zehn Jahren sein Augenmerk hauptsächlich darauf gerichtet, daß darin solche Jünglinge unterrichtet und unterhalten wurden und werden, die sich dem Lehrsache widmen wollen, respective für die israelitische Lehrerbildungsanstalt in Würzbnrg sich vorzubereiten wünschen. Mit der Hilfe des Allgütigen war das Bemühen des Unterzeichneten von sehr gutem Erfolge begleitet, so daß nicht nur eine erfreuliche Anzahl bereits in ihrem Berufe thätiger Lehrer aus der Anstalt hervorgingen, sondern auch alljährlich der bei weitem größere Theil der in die isr. Lehrerbildungsanstalt zu Würzburg aufgenommenen Zöglinge von den dahier vorbebereiteten genommen wurde. Dieser Umstand hat nun die natürliche Folge, daß der Andrang von Zöglingen sich n“2 immer steigert, und sohin auch die an die Unterstützungskassa der Anstalt gestellten Anforderungen in demselben Verhältnisse zunehmen, während die Zuflüsse theils aus Vergessenheit, theils aus Jndifferentisums zu spärlich sind, um die nöthigsten Bedürfnisse der oft ganz mittellosen Zöglinge zu befriedigen, weshalb viele derselben genöthigt sind, in dem nahe gelegenen Würzburg Unterstützung für sich zu erbitten, welcher Umstand aus vielen Gründen eine baldmöglichste Beseitigung wünschen läßt. Wäre der Unterzeichnete noch in der Lage, sich auf Reisen zu begeben, um Unterstützungsgelder zu sammeln, so wäre natürlich dadurch am leichtesten abzuhelfen; allein da dies für ihn die reinste Unmöglichkeit ist, so bleibt ihm zur Erhaltung dieser Anstalt kein anderer Weg übrig, als an die Wohlthatigkeit seiner Glaubensbrüder auf eine solche Weise sich zu wenden, wobei er Niemandem lästig werden kann, da er nur die Gelegenheiten angibt, bei welchem man diese Anstalt bedenken kann, und das Gedeihen dieses Unternehmens dem himmlichen Vater überläßt, der mit seinem väterlichen, wohlwollenden Blicken auf diei ses timen rvo von Anbeginn schon huldvollst herabschaute und noch alle Unternehmungen rrnn knarrt» rnmn1’} gelingen ließ, ebenso wird Er auch die Herzen seines Volkes hieraus lenken, daß sie von Zeit zu Zeit, wenn sich eine Gelegenheit dazu bietet, diese Anstalt zu der weder Geldgewinn noch Ehrgeiz die Triebfedern waren, wohlwollend bedenken. I Die Wege, auf welchen man diese Anstalt beden-!ken und unterstützen kann, sind folgende: A. Momentane Unterstützungsbeiträge, und zwar: a) Ein beliebiger, wenn auch kleiner Antheil | von dem bei Hochzeiten anfallenden "itpyo; b) an Fest- und Fasttagen, wo zuweilen im eigenen Wohnorte keine Gelegenheit geboten ist, Spenden anzubringen; c) in Krankheitsfällen, wo mancher sich sehnt, eine gute und zweckmäßig angewenbete Gabe zu spenden. B. Jährliche Beiträge, aber natürlich ohne "PU; C. Legate im Betrage von mindestens Einhundert Gulden, wodurch für diejenigen, welche es selbst bewilligen, oder für die es bewilligt wird, am Jahrzeittage mit zehn Zöglingen ein "W'ts' mit vorherigem üblichem Gebete und nachfolgendem &np gelernt, sowie auch das gebräuchliche Licht angezündet und zweimal im Jahre das moeu rroin - Gebet vorgetragen wird, — und in der Thal sind solche Legate mit des Himmels Hilfe bereits schon von Mehreren gestiftet worden. Zugleich fühlt sich der Unterzeichnete verpflichtet, die gewiß angenehme Mittheilung zu machen, daß für diejenigen, welche entweder selbst Spenden zu obigem Zweck verabreichen, oder von Anderen solche erwirken, in Rücksicht auf das hohe Verdienst, welches sie sich dadurch erwerben, mehrmals des Jahres an D"nn D’i?;n EOto in der Synagoge dahier ein Gebet vorgetragen wird, dessen Inhalt ist, daß der Allgütige Ihnen ein langes, gesundes und heiteres Leben und alles erdenkliche Gute zu Theil werden lassen möge. Da nun diese Worte nicht für die Gegenwart allein bestimmt sind, sondern eine stete Erinnerung und Bitte an die cdelmüthigen Herzen Israels bezwecken sollen, so ist es unumgänglich nothwendig, daß dieselbe in allen Synagogen als ein Erinnerungszeichen angeheftet werden, weßhalb man die innigste Bitte an jeden Herrn Districtsrabbiner, Ortsrabbiner, Cultusvorstand und Lehrer richtet, sie wollen gütigst erlauben, daß diese Erinnerung und Bitte, die doch Niemanden lästig fallen kann, in ihren Synagogen für immer angeheftet werde. Wolle der Himmel seinen Beistand hiezu verleihen. Amen! Höchberg bei Würzburg im Marcheschwon 5632. Lazarus Ottensofer, Ortsrabbiner und Vorstand der Anstalt. »Mp» Fräulein Lowenthal zu *^MM| Paris, me Faubourg Montmartre Xo. 11 au second, empfehlen sich in allen Arten Equipir - Arbeiten, als Bettdecken, Tischdecken, Schonern, sowie in allen in dieses Fach einschlagenden Artikeln. Für elegante und sorgfältige Ausführung geschätzter Aufträge wird garantirt. Frau vr. Lehmann, in Mainz wird die Güte haben, dies zu bezeugen.