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Der Israelit · 1871-09-20 · Heft 38 (20.9.1871) · page 12

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Journal
Der Israelit
Volume
12 (1871)
Issue
Heft 38 (20.9.1871)
Date
1871-09-20
Page
– (sequence 12)
Language
German
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722 Mochfchrift. Mainz, 18. September. Die Serie vortrefflicher Bilder aus dem jüdischen Leben, welche in der Kunsthandlung von H. Keller in Frankfurt a. M. erscheint, ist wiederum um ein vorzügliches Gemälde bereichert worden, Der geniale Maler, Herr Hermann Junker, hat den von dem isr. Feldprediger Herrn Dr. B l u m e n ft e i n während der Belagerung von Metz abgehaltenen Kol-Nid re- Gottesdienst zum Gegenstand einer gelungenen bildlichen Darstellung gemacht. Auch dieses, auf photographischem Wege vervielfältigte Gemälde wird gewiß in jüdischen Kreisen lebhaften Anklang und zahlreiche Käufer finden. Darmstadt, 18. Sept. Der, wie bereits gemeldet, von der orthodoxen israel. Religionsgcsellschaft hierherberufenen Rabbiner, Herr Dr. L. Marx, hat sein Amt angetreten und durch seine vorzüglichen Predigten an den verflossenen Neujahrstagen die Herzen seiner Hörer im Fluge erobert. Wir werden Vors von Mujahr 5632 eine neue Aera der Entwicklung unserer religiösen Verhältnisse datircn. Worms, 19. Sept. Die hiesige orthodoxe isr. Religionsgesellschaft schreitet langsam vorwärts und wird, wenn ihre von Herrn L e v y auf die hochherzigste Weise mit einem Koftenaufwande von circa 12,000 fl. erbaute Synagoge erst vollendet seiu wird, einen großen Theil der hiesigen Gemeindemitglieder umfassen. An den verflossenen Neujahrstagcn hat Herr Ehrmann, I ehemals Feldrabbiner der großh. hessischen Division, welcher gegenwärtig hier sein Jahr zu Ende dient, in der provisorischen Synagoge der genannten Gesellschaft gepredigt und alle seine Zuhörer begeistert. Derselbe ermahnte zu Frieden und Eintracht, wies aber mit beredten Worten nach, daß man die Wahrheit nicht dem Frieden opfern dürfe und vor Allem festhalten müsse an den Gottgeoffenbarten Gesetzen Israels und den heiligen Institutionen des Judenthums. Aus Königshütte in Schlesien schreibt man unter dem 28. August: Gegen Mitte vergangener Woche wurde von frecher Hand die hiesige Synagoge gewaltsam erbrochen und aus der Bundeslade unter anderen — nur für die jüdische Gemeinde Werth habenden — Documente die Gesetzesrollen entnommen, in Stüchcken zerrissen und in den Betsaal geworfen. Der angerichtete Schaden beläuft sich aus circa 145 Thaler. Die Nemesis hat aber den Verbrecher alsbald dem Arme der Gerechtigkeit überliefert, und sicht derselbe im Beuthener Gefäugniß feiner gerechten Verurtheilung entgegen. Derselbe, ein Arbeiter von hier, hatte bei Vollführung der Schandthat seine Brieftasche in der Synagoge verloren, in welcher sein Name verzeichnet und so sein Aufsinden ein leichtes war. — Wir wollen gern annehmen, daß der Gedanke zu diesem Verbrechen aus seinem eigenen Gehirn entsprungen ist, da von einem fanatischen Judenhaß bis jetzt, Gott fei Dank, hierorts Nichts zu merken ist. A » Z E ie isr. Gemeinde Naumburg bei Cassel sucht auf sogleich oder zum baldmöglichst cn Antritt einen^Lehver, Vorsänger und Schochet. Fixer Gehalt 150 Thlr. nebst freier Wohnung, freier Heizung im Schul- und Wohngebäude, 2 Gemeindegärten. Die Schechita ist mit 60 Thlr. veranschlagt, Synagoge, Schul- und Wohngebäude bilden ein Ganzes und sind sehr vollständig und schön eingerichtet. Nebeneinkünste ca. 30 Thlr. und steht einem tüchtigen und convenirenden Manne noch eine extra persönliche Zulage in Aussicht, und ist einem solchen auch Gelegenheit geboten circa 400 Thlr. für Privatunterricht einzunehmen. Musikalisch gebildeter Lehrer mit guter Stimme erhalten den Vorzug. Reflectirende wollen sich alsbald an den Gemeindeälteste B. Kaifer-Blüthe wenden. I G E N. Ein in Preußen approbirter Apotheker, Israelit, will sich mit einer jungen gebildeten, häuslich erzogenen Dame von angenehmen Aeußern, mit circa 10,000 Thlr. Vermögen verh. Str. Verschw. wird zugesichert. Franco Offerten unter M. P. 163 besorgt die Annoncen-Exped. von Haasenstein St Bögler in Franfurt a. M. Berichtigung. Nr. 37 des „Israelit" enthalt einen Artikel: „Aus Bad Trinach. Das Bad heißt aber nicht Trinach, sondern Teinach. Briefkasten der Redaktion. Herrn Josua Loeb in Mayen: So viel wir wissen, gehört die von H. Kiepert bearbeitete und im Verlage von D. Reimer in Berlin erschienene Karte von Palästina zu den besten.

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