Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 11 (1870)
- Issue
- Heft 38 (21.9.1870)
- Date
- 1870-09-21
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
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XI. Jahrgang. Zweite Beilage zu Nr. 38 des Israelit. Leitender Artikel. Die MedaH. Religiöse Betrachtung zu n""i. Von H. Rackwitz, Prediger in Schivelbein. Der vornehmste Grund des Schofarblasens an ist nach der übereinstimmenden Erklärung unserer Weisen nipy.i m»ai, die Erinnerung an die Opferung Jizchaks. Die von unseren Weisen zum Vorlesen am ersten und zweiten Tage n*i gewählten Thora-Abschnitte haben zum Inhalte die Geburt und die Opferung Jizchaks; in den von unseren Weisen und heiligen Sängern, für diese beiden Tage verfaßten Gebeten und Gesängen wird an unzähligen Stellen der mpy erwähnt. Die mpy ist demnach ein angemessenes Thema zur religiösen Betrachtung am hochheiligen n*-> Feste. Gott hatte unserem großen Ahn Abraham Alles gegeben, was das Leben zu beglücken und zu zieren vermag: Einen großen Namen, ein edles tugendhaftes Weib, Reichthümer und Ehren; nur Eines fehlte zu seinem Glücke: der Erbe seiner Tugenden und Reichthümer. Aber auch dieses Glück, diesen seinen innigsten Wunsch gewährte Gott unserm Ahn im hohen Atter. Denn, als Abraham hundert Jahr alt war, gebar ihm seine Frau Sara einen Sohn. — Diesen Sohn, den Abraham über Alles liebte, für den er sein Leben freudig hingegeben hätte, befahl Gott, ihm zu opfern. Und Abraham, er zögerte keinen Augenblick, den Willen Gottes auszuführen. Drei Tage reiste er, um an den Ort zu gelangen, den ihm Gott bezeichnet. Daselbst angekommen bindet er mit eigenen Händen seinen Sohn, legte ihn auf den Altar, ergreift das Messer, um seinen Sohn zu schlachten. Da rief ihm ein Engel des Ewigen vom Himmel zu und sprach: Sttecke deine Hand nicht nach dem Knaben und thue ihm nichts; denn nun weiß ich, daß du gottesfürchtig bist, da du deinen einzigen Sohn mir nicht verweigert hast. 1. B. M. 22, 11 und 12. Und abermals ließ sich die Stimme Gottes vernehmen : Bei mir Hab' ich geschworen, spricht der Ewige, weil du dieses gethan und deinen einzigen Sohn nicht verweigert Haft, so will ich dich vor allen Sterblichen segnen und alle Völker der Erde sollen durch deine Nachkommen gesegnet werden. Daselbst Vers 16, 17 und 18. I Weil nun diese That Abrahams so erhaben, so groß und edel, von Gott selbst als groß und edel,! der höchsten Belohnung werth bezeichnet worden; darum bitten wir Gott, daß er uns, den Nachkommen Abrahams, die erhabene Frömmigkeit und den felsenfesten Glauben unseres Ahns anrechnen, daß er am pn or am Tage des Gerichtes dieser That, der mpy eingedenk, uns ein gnädiger Richter sei, an uns, den Nachkommen deS Glaubenshelden, den ihm verheißenen Segen in Erfüllung geben lasten möge. Doch wie, sollte wirklich nur zu diesem Zwecke in unseren Gebeten und Gesängen der mpy so oft Erwähnung geschehen, um bei Gott die große That unseres Ahns in Erinnerung zu bringen? Bedarf Gott der Erinnerung? Er, von dem wir in Mustaf-Gebete zu n"n rühmen: ... motyn te ... rutryo -ow nro*!-)hdd ndd -»j&t» nro» p Nein, nicht Gott, sondern wir sollen erinnert werden an die mpy, die herrliche GlaubenSthat unseres großm Ahns, zu dem Zwecke erinnert werden, um ihm nachzuahmen. Aber wie, ihm nachzuahmen? Sollten wir etwa unsere Kinder Gott opfern? Nein, nicht Gott opfern, sondern Gott weihen sollen wir unsere Kinder! Die mpy, diese große GlaubenSthat soll unS stets mahnen, „unsere Kinder dem lebendigen Gotte Israels zu weihen, nicht aber den todten Götzen der Eitelkeit und dem Mammon zu opfern! Der kostbarste und theuerste Schatz, den Eltern besitzen, sind ihre Kinder. Nicht Gold und nicht Silber, kein irdisches Gut kömmt diesem Besitze gleich. Doch, wie unsicher ist dieser Besitz! Wie leicht können wir diese Schätze verlieren! Von wie vielen Gefahren, wie vielen Krankheiten und schädlichen Zufällen sehen wir da die Gesundheit unserer Lieblinge im zarten Alter, von wie vielen Gefahren Leib und Seele im reiferen Alter bedroht! Wie aber können wir unsere Seele von diesen schweren Sorgen und Aengsten um das bedrohte Lebensglück unserer Kinder befreien? Indem wir unsere Kinder Gott weihen, sie unter den Schutz des Allmächtigen stellen. Du sollst deine Kinder Gott weihen! I. Im zarten Alter: Sobald der Jsraelite vom Schlummer erwacht ist sein erster Laut ein Dankgebet von Gott: min sobald dein Kind vom Sinnenschlummer erwacht, sobald die ersten Strahlen des erwachenden Geisteslebens hervorkrechen, mußt du dein Kind Gott anbeten, Gott danken und preisen lehren. Du sollst