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Der Israelit · 1870-08-10 · Heft 32 (10.8.1870) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
11 (1870)
Issue
Heft 32 (10.8.1870)
Date
1870-08-10
Page
– (sequence 6)
Language
German
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602 erziehen zu kaffem Der Board hat das Gesuch zuruckgewiesen. Wenn eS vielleicht auch nicht in der CompeteNz dieses Vereins liegt , für einen solchen Zweck Gelder zu verausgaben, nichtsdestoweniger liegt unfern engl. Glaubensgenossen ebensogut diese Pflicht ob wie den deutschen und französischen Juden, die bereits schon eine beträchtliche Anzahl russischer Waisen adoptirt haben. Rußland. Petersburg. In den 10 Gouvernements unterhalt die Regierung 2014 Schulen, in denen 121633 Kinder, darunter 6002 israelitische. Unterricht erhalten. (Hamagid.) Von der russischen Grenze. Die im Gouvernement Siedlce (Polen) belegene Stadt Lukow ist am 4./16. d. von einer furchtbaren Feuersbrunst heimgesucht worden. Auch viele Juden gehören zu dcn Abgebrannten, von denen die Meisten fast gar nichts von ihren Habseligkeiten retten konnten. Das Feuer soll in der Synagoge entstanden sein. (Schles. Ztg.) Donaufürftenthümer. Bukarest, 21. Juli. Die Thätigkeit der eben geschlossenen Kammersession läßt sich in 4 Punkte zusammenfaffen: 1. Verification der Wahltitel und Wahl der Bureaus. 2. Annahme des Jonesco'schen Antrages: „Das Land möge in seiner traditionellen Neutralitäts-Politik und Sympathie für die lateinischen Volksftämme verharren." 3. Erklärungen des Kriegsministers Manu über den Zustand und die Schlagfertigkeit der Armee, welche Erklärungen zwar in geheimer Sitzung abgegeben wurden, von denen man aber doch weiß, daß sie die rumänische Armee für außer Stande erklärten, sich mit irgend einem auswärtigen Feinde zu messen. 4. Annahme des Gesetzes, nach welchem die Juden nicht zuPachtungen von Staatjsgütern zugelassen werden dürfen. ' Schweden. Stockholm Vor einem Jahre ließ sich dahier ein polnischer Jude taufen, nachdem er sich von seiner Frau hatte scheiden lassen. Vor Kurzem kam er zum hiesigen israel. Prediger und theilte ihm mit, daß er diesen Schritt bereue und wieder zum Judenthum zurückkehren wolle. Der Prediger konnte aber nichts in der Sache thun, da es in Schweden'verboten, daß ein Christ zum Judenthum übergeht. Nuymehr hat der Convertit in einer hiesigen Zeitung einen Brief veröffentlicht, in dem er seine früheren Glaubensgenossen vor ähnlichen Schritten zu warnen sucht. (Hamagid.) P a l ä st i n a. In Texas haben Grundsteinlegungen zu zwei Synagogen stattgefunden, am 9. Juni in G a l v e st o n, am 16. in Houston. Jene ist die erste Synagoge in Texas überhaupt. (Wochenschr.) Australien Sydney. Vor einiger Zeit entstand hier durch anhaltendes Regenwetter eine große Ueberschwemmung, durch die viele hiesige Einwohner in große Noth kamen. Auch hier waren es unsere Glaubensgenossen, die zuerst den Nothleidenden Hilfe verschafften. (Jew. Rec.) Sydney. Herr Louis Philips, Secretär der hiesigen jüdischen Sabbatschulen, wurde zum Friedensrichter ernannt. (Jew. Rec.) Feuilleton. Säen und Ernten. VIII. Vergewaltigung. Schon traf man in B. Vorbereitungen zum Empfange des Dr. A., als ein Regierungsrescript einlief, welches der getroffenen Wahl die Bestätigung versagte. Eingezogenen Erkundigungen zufolge, hieß eS in dem erwähnten Rescripte, gehöre Or. A.. der sogenannten orthodoxen Richtung an, einer Richtung, welche den Ideen der Neuzeit widerstrebe und der beabsichtigten vollständigen Emancipation hinderlich sei; man gebe daher dem Vorstande auf, eine andere Wahl zu treffen und einen erleuchteten Rabbiner zu berufen, der die jüdischen Speise-, Ehe- und Sabbatgesetze für nicht mehr verbindlich erkläre, vielmehr dieselben nach den Staatsgesetzen zu modificiren bereit sei. Der Vorstand remonstrirte augenblicklich; er führte in seinem Antwortschreiben aus, daß das jüdische Religionsgesetz durchaus nicht im Widerspruche mit dem Staatsgesetze stehe, daß Speise -, Ehe - und Sabbatgesetze der Emancipation nicht hinderlich seien,

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