Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 11 (1870)
- Issue
- Heft 21 (25.5.1870)
- Date
- 1870-05-25
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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SP t. ir I U e t o ir. Kurzes und langes Hebet.*) Bon Abr. Tendlau. Ein Schüler hatte die Lehrstunde mit einem Gebete zu eröffnen. Sein Gebet war sehr kurz. Da spotteten die Mitschüler seiner und nannten ihn den kurzen Gelehrten. „Ihr thut Unrecht!" sprach der Meister zu ihnen. „War er in seinem Gebete wohl kürzer als MoseS, der für die erkrankte Schwe- *) Nach Mechiltha Beschäl. S. 31. — Berachoth 34, ». — Ialkut Behaalotcho Nr. 720. — Nach Berachoth geschah es vor R. Elieser. — ster nur die Worte hatte:**) „„Ach Gott, heil sik doch! — "" Ein andermal wieder schien ein Schüler mit feinem Gebete nicht fertig werden zu können, und auch seiner spotteten die Mitschüler und nannten ihn den langen Gelehrten. Aber auch sie tadelte der Meister^ indem er sprach: „Hat er wohl länger gebetet als Moses, der selbst von sich erzählt:***) „„Und ich warfMich nieder vor Gott, wie gm* erstenmale, vierzig Tage rund vierzig Nächte!- V* Es kommt Alles auf Zeit und Stunde an; zuweilen mag ein kurzes Gebet, zuweilen ein langes der Lage und der Stimmung gemäß und dem himmlische« Vater genehm sein. —" **) 4 B. M. 12. 13. - ***) 5. B. M. 9. 18. — A N Z E Deffestlicher Darrk. In den so überaus traurigen religiösen Verhältuiffen bei den Israeliten der Gegenwart kann nur rin enges Sichaneinanderschlietzen der Gesetzestreuen eine Aussicht auf Besserung gewähren. Die orthodoxen Israeliten in CarlSruhe haben in anerkennenSwerthester Weise diesen Grundsatz bethätigt und wurden bafür mit Hohn und Vorwürfen förmlich überschüttet. DaS in Nr. 20 dieser geschätzten Zeitschrift von dem hochberühmten und oftbewährten Vorkämpfer für den Glauben unserer Väter, Herrn Rabbiner Hirsch in Frankfurt a. M., mitgetheilte Gutachten äst geeignet, den von Vorurtheilen Befangenen die Augen zu öffnen. Dasselbe wird seine gute Wirkung nicht verfehlen; sicherlich der beste Lohn für Diejenigen, Io für Gott und Seine heilige Lehre kämpfen. Von diesen Gedanken beseelt, beeilt sich der Unterzeichnete sowohl Herrn Rabbiner Hirsch als auch der orthodoxen iSr. RUigionszesellschaft zu CarlSruhe seinen herzlichsten Dank, in den gewiß alle gesetzestreuen Israeliten mit einftimmen, hiemit öffentlich darzudringen. Heidelberg, 20. Mai 1870. _Jonas Mayer, Agunah. Samuel Leser au? KobschowSki, welcher unter dem Namen Chajim Ehrmann aus Wilna reist, hat seine Fran und seine vier kleinen Kinder verlassen; derselbe iit bereits drei Jahre fort und hat seit zwei Jahren seiner Frau nicht geschrieben. Diese ist ihm mit zwei kleinen Kindern nachgereist und hat' bis F uld a, Kurheffen, seine Spur verfolgt, wo er vor dem sünzstverflossmen Peßachfeste gewesen. Die unglückliche, in I GEN. der größten Noth befindliche, junge Frau ist gegenwärtig in Mainz. Sollte Jemand der geschätzten ß^fet dieses Blattes den obenbezeichneten Chajim Ehrmann betreffen, so bittet man inständigst, denselben zu veranlassen, sich mit seiner unglücklichen Gattin wleder zu vereinen. Dieselbe fristet, da sie nicht betteln kantt, mit ihren fast verkommenen Kindern, in der künmerlichsten Weise ihr unglückliches Leben. — Briefe, die diese Angelegenheit betreffen, wolle man an die Redaction d. Bl. richten. Commis-Gesuch. Ein junger Mann, der im Mrnufacturwaarenfache bewandert, guter Verkäufer ist, findet sofort Placement. Solche, die perfect französisch sprechest, erhalten den Vorzug. Bewerber wollen ihre Ansprüche der Offerte beifügen. Samstag und Feiertage geschloffen. B a d-S ch w a l b a ch. 91. Kanheimer. Manufact.- Mode- und Kurzwaaren-Grschäst. ie israel. Gemeinde Arheiligm bei Darmstadt beabsichtigt einen Lehrer und Vorbeter aufzunehmen. Fixer Gehalt 250 fl. nebst 15 fl. für Heizung des Schullocals und freie Wohnung. Durch die Nähe der Residenzstadt ist dem anzustellenden Lehrer, im Falle derselbe sich musikalisch ausbilden will, Gelegenheit zur Fortbildung geboten. Zeugnisse sind an den Unterzeichneten Vorstand franco einzusenden. Simon Fs. lAalra. 'n junger Mann, militärfrei, der deutschen und fräuzöstschen Eorrespondenz, sowie der doppelten usid ‘ einfachen Bachführ'ung mächtig, sucht Placement. Reflectanten belieben ihre Adressen unter Chiffre Nr. 630 an die Exped. d. Bl. abzugeben.