Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 9 (1868)
- Issue
- Heft 21 (20.5.1868)
- Date
- 1868-05-20
- Page
- – (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/2446951-2447343-2447363--06164-2461705- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Wissenschaftliche Beilage ju Ile. 21 -es Israelit. Literarisches. rwn ijb nia-am m^snn bPa nTO# T?D "vtd Dy nnnns* ly nrvGW'D nnsnrii nncyoro rwansn WBDim nvjyrfc rrnnom nirapp icp m*a inpyi nnnx mw ^3 PN 2DM “IMJ1? pp^ pr» ttdoi -oino San . fjva-n irvSan ny rpuci rwci maaro on *]dp m-i« \2 pny >ffy Rödelheim, Druck und Verlag von Lehrberger u. Comp. 1868. in 4, 8. XX und 804 und 88 Für die vielfachen Aenderungen, welche der Text deS Gebetbuches im Laufe der letzten Jahrhunderte erlitten hat, i) lassen sich folgende Hauptpunkte aufstellen: a. Angeberei und Cen sur, die zur Verstümmelung, Ausmerzung und Umschreibung gewisser Stellen zwangen. Da mußte nicht allein n 'Jry N/P umschrieben werden, in sittlicher (?) Fürsorge gestattete man auch nicht die Ausnahme des Segensspruches r;PN 'Jpy t^p, wie aus Dr. Steinschneider, Catalog der Bodleiana, pag. 385 zu ersehen ist. b. Einfluß der kabbalistischen Richtung, welcher sich vorzüglich in der Bereicherung des Siddur mit neuen Gebeten äußerte. Mehrere Gebete anö dem py nyp, verschiedene py~i das aus dem “m: stammende p-o rrep, die Einleituugöformel pic >jnn vor dem Segensspruche der DiLQ, der Vers an “,cwi vor dem Tachnun haben ihre Ausnahme jenem Einflüsse zu verdanken, gegen den u. A. auch der Verfasser des y.^ rg-ND'3 au mehreren Stellen seiner berühmten Respousen ankämpst. Auch das Streben, eine gewii'w Anzahl von Wörtern in jedem der 18 Segenssprüche herzustellen, um dem entsprechend diesen oder jenen Schristvers dem Segensspruche parallel zu bringen, hat manche willkürliche Aenderung in der rccipirten Formel hervvrgerufen; man vergleiche hierüber or.-mai«, citirt im >gm' D'3 des eia nivr aic § 113 Ende. c. Sabbatai Zebi'S Bewegung, deren Anhänger eigene Gebetbücher drucken ließen — in Steinschneiders Catalog die Nummern 3032, 3034, 3O37 — auch mehrfache Aenderung n im Gebetswesen und in den Gebeten selber Vornahmen. Auch von den Gegnern des Pseudo-Messias gingen einige Aenderungen aus, um jede Gelegenheit 'für eine Anerkennung desselben, die durch Mißdeutung mancher Stellen im Gebete geschafft werden könnte, zu beseitigen. So ersieht man auö dem interessanten Brief des Salomo Dubno — mitl) Eine nähere Darstellung hat Zimz in den Riten von Seite 147 an in seiner prägnanten Weise gegeben. getheilt in Dr. Auerbach's Geschichte der jüdischen Gemeinde zu Halberftadt, S. 181 — daß der Satz cipn ‘.Py nrui an.ap xnpa na in dem Gebete beim Oeffnen der heiligen Lade an den Festen, welcher sich aus den im Jesaja 12, 2 verheißenen Messias bezieht, von den Anhängern des Sab. Zebi eingeschoben wurde, und zwar in der ursprünglichen Fassung 12 cpn vS‘i-3 „an ihm, an Sab. Zebi nämlich, soll sich diese Verheißung erfüllen". Später habe man, weil es schwer fiel, die ganze Phrase, ohne Aussehen zu erregen, aus den gedruckten Gebetbüchern zu tilgen, es für räthlich gehalten, bloß das;a in na zu verwandeln. So berichtet auch Salomo Geiger im rPnp naa S. 63 und 108, daß das nach Miuhag Frankfurt a. M., im Gebete am Freitagabend übliche 722' ’snw statt “Cp 'Pipe aus der Zeit herrühre, in der Sab. Zebi's Anhänger herausgebracht hatten, daß der Zahlenwerth von “cp 'Pipe dem von 'er.' ’rap gleichkcmme. Ferner vermuthet Sal. Geiger (S. 108) den Grund des in Süddeutschland üblichen Gebrauchs, den Satz V-P ra^ay h oawj wegzulassen, in dem Umstande, daß die Anhänger des Sab. Zebi mit diesem lauten Rufe ihren Glauben an den Pseudo-Messias manifestirtcn, indem sie deuteten: „-cp r.way iPHiw! ,i" mit dem Worte nway nämlich aus *ay zielend. Auch eine Abweichung in der Formel der .apnp am .i"i und a"' bringt Sal. Geiger mit jenem Streben in Verbindung-, den Anhängern des Sab. Zebi jede Gelegenheit sür eine öffentliche Anerkennung ihres Meisters zu nehmen. - d. Unwissenheit der Editoren hat manchen ungehörigen Zusatz iu den Text deS Gebetbuches hineingetragen, so das airo ")mnai am Schlüsse nach der rrvp und des ij’Vy Gebetes, entlehnt vom Schlüsse der nra?c im Mussaf des n"a, so auch das;cx new (statt;cx allein, ohne new, wie im Siddur des Amram Gaou. in der Tefilla-Ordnung des Rambam und im Machsor ed. Bologna 1537) am Schlüsse der leisen Tefilla, entlehnt vom Kaddisch und dem Tischgebet, hier wie dorr vom Vorbeter ausgehend. — e. Druckfehler,2) für deren Schuld au der Verunstaltung und Entstellung des Gebetstexteö wohl nicht nähere Belege nölhig sind; man braucht beijpielswcise nur in der großen Machsor- Ausgabe, ed. Sulzbach 1734, auf jeder beliebigen Seite einige Zeilen zu lesen, um zu sehen, wie Text 2) Was auch in unserer Zeit in diesem Artikel durch die Gennssenslosigkeit der Correctoren geleistet wird, besonders in den Osficms der östlichen Länder, darüber nur zwei, aber bedeutungsreiche Belege. In einem Siddur (w lche Ausgabe es war, ist mir entfallen) fand ich statt ,!>r>> das erste Wort mit iiu'». In dem JalkUt, cd. Lemberg v. 1. 1656, Theil H., Psalm 9 statt o’ 2 br> h inz p"» O 'r> liest man ‘i 73X> * ri —