Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 8 (1867)
- Issue
- Heft 39 (25.9.1867)
- Date
- 1867-09-25
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
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680 (Eingesandt.) Felegyhaza (Ungarn). In Nr. 31 und 33 der „Neuzeit" fand es ein hiesiges, vereint mit einem in Jrsa wohnenden Individuum für gut, mit ordinärem Geschwätze — daS allein den Cbaracter der Einsender zu kennzeichnen genügt — Schmähungen über die Häupter mancher ehrw. Radbinen Ungarns auszuschütten. Hauptsächlich waren jene Einsender aber darauf bedacht, das Ansehen unseres verdienstvollen Rabbiners in den Augen der Welt zu erschüttern, indem sie demselben allerlei compromittirende lügenhafte Thaten zur Last legten. Da es nun der Herr Rabbiner, eingedenk der Worte yttn nsp v'M->v, mit seinem religiösen Gefühle nicht vereinbarlich findet, die betreffenden Lügenverbreiter — deren Personen, Character und vorgeschrittene (?) Bildung ifjm wohlbekannt sind — behördlich belangen zu wollen, so finden wir uns veranlaßt, in den Spalten dieses weitverbreiteten Blattes der Oeffentlichkeit nachstehende Erklärung abzugeben. Der Herr Rabbiner war wohl mit dem Verrichten des Gebetes für Se. Majestät den König und das Vaterland in ungarischer Sprache nicht einverstanden, wie es auch die angesehensten Gemeindeglieder nicht waren. Nicht die schwache Vaterlandsliebe jedoch war Ursache dazu, sondern weil dasselbe von den übrigen Gebeten, welche Dank dem Allmächtigen in unserer Synagoge bisher keine Reformen erlitten, absticht, und weil wir ferner nicht begreifen, warum wir das Gebet für's Vaterland nicht auch in unserer heiligen Sprache, in der wir doch für uns bitten, verrichten sollen, wiees bisher der Fall gewesen. Der Vorstand und nicht der Herr Rabbiner, wie jene Einsender anqcben, setzte es durch und so wird da« Gebet ungarisch verrichtet. Sonderbar ist noch: Jene Einsender scheuen sich nicht anzugeben, der Herr Rabbiner habe die Sache vor die Behörde gebracht, während im Gegentheile sie, die vermeintlichen Vorwärtsschreiter, es waren, die sich als treue Vaterlandssöhne dadurch auszeichnen wollten, indem sie im Kaffer Hause bei offenem Tribunale — woselbst täglich über das Wohl der Gemeinde verhandelt wird — jedem Nichtjuden, der ihnen nur das Ohr leihe» wollte, die Anzeige machten, wie sehr ihr Bestreben auf den Fortschritt und die Magyarisirung, und das des Herrn Rabbiner- und mancher der angesehensten Germindemitglieder dagegen gerichtet ist. — Jene Einsender unterlassen es ferner nicht, den Herrn Rabbiner deS Eigennutzes und des Pietismus zu beschuldigen. Was Elfteres betrifft, so hat die hiesige Gemeinde genügende Beweise seiner Uneigennützigkeit, feiner Selbstaufopferung überall, wo es sich darum handelt, das religiöse Interesse zu fördern. Was hingegen daS Letztere betr,fft, fo ist das Ansehen und die ungeheucht lte Frömmigkeit des Herrn Radbinen in den religiösen Kreisen nah und fern viel zu geachtet und bekannt. als daß es eine solche Feder alteriren könnte. Einsender fällen auch ein Urtheil über das ungramm. Deutsch Seiner Ehrw.; das wollen wir nicht strafen, denn ersterer Artikel überhaupt beweist genügend der Einsender Urtheilsfähigkett. Zum Schluffe wollen wir nur noch erwähnen, wie der Redacteur der „Neuzeit" — der nicht nur Orthodoxe, sondern seit neuerer Zeit auch Neologen angreift, letztere, weil sie zu wenig und nicht nach seinem Geschmacke reformiren — gern die Hand bietet, wie immer geartete Unwahrheiten in seinem Blatte zu verbreiten, wenn diele nur geeignet sind, daS Ansehen ehrwürdiger Männer zu compromittiren. Mag Vorstehendes dazu dienen, die „Neuzeit" und ihre Correipondenten in das gehörige Licht zu stellen. Mehrere Gemeindemitglieder. Israelitisches Handels-Institut & Uenstonat Brüssel, Belgien, 348—350 Chaussee d’Etterbeck, dem Thiergarten gegenüber. Diese Anstalt kann sich in Beziehung ihrer Leistungen den besten Handelsschulen Deutschlands zur Seite stellen. Was die schnelle und gründliche Erlernung der drei Haupthandelssprachen, französisch, englisch und deutsch, sowie der Handelswiffenschaften betrifft, wird sie nicht leicht von einer andern Lehranstalt erreicht. Die Resultate, die sie in dieser Richtung bereits erzielt hat, geben Zeugniß davon. Alle junge Leute, welche die Anstalt bis jetzt verlaffen haben, fanden die beste Ausnahme in Bank- und Engroskäufern. Dem Unterricht in den Religionsfächern wird die gebührende Aufmerksamkeit gewidmet. — Für die materielle Wohlfahrt der Zöglinge ist auf das Gewiffenhasteste gesorgt. Die lüsten Referenzen. Das Schuljahr beginnt am 28. Oktober. _Der Direktor L. Kahn, Pr. Müngros- Verhauf von allen Sorten ParadieSrAepseln, Original- Verpackung, mit Certificat. Marokkaner, per Kiste von 25 Stück 46 Thlr. Calabreser, per Kiste von 25 Stück 12 Thlr. Grüne Palmzweige, per Kiste von 25 Stück 14 Thlr. bei M. C. Pesack in Altona und I. P. M. Cohn in Hamburg. Bei guten Referenzen 6 Monat Ziel. e^ür ein Berliner Getreide - CommisftonSr O gescbäft, welches Sonnabend geschloffen ist, wird ein Lehrling gesucht. Franko - Offerten sub R. 159 besorgt die Annoncen-Expedition von Rudolph Mosse in Berlin.