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Der Israelit · 1863-09-09 · Heft 36 (9.9.1863) · page 12

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Journal
Der Israelit
Volume
4 (1863)
Issue
Heft 36 (9.9.1863)
Date
1863-09-09
Page
– (sequence 12)
Language
German
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450 „Es werde Licht!* war Gottes Ruf, Ms er einst heut' das Wettall schuf. Die Nacht wich scheu dem Sonnenglanz. „Es werde Licht!" so ruf' dir zu, Dem Geistesstuge gönn' nicht Ruh'; Dir winkt der schönste Lorbeerkranz. LresLsu. llerrmunu 'N' V2N 822 2^2 ,212 v2^ ,22,25 52Ü1N Q2N rr<2 ,N2V ,22!M '^2 r^O^N 2Nk WPO ,N22 nnr-r O5 X2PN ,21X ',2' , NW NN N2XN 2N12 'L52? -NNXLN NNM TsWN '2 ,2221 s-Hx!^!221-r2 ^,222 ^22 X2'^2^22 A n z e Unsere himmlische, das Mensckenhrrz zu tief inniglichem Gefühle heranbtldende Religion hat für das Tahinscheiden treuliebender »nd geliebter Brüder und Schwestern so naturgerecht ein Ausgießen brennenden Schmerzes im Beklagrn des oft unerläßlichen Verlustes weiblichst angerrdn't. T ieser Anordnung — aber nicht von einem momentanen sentimentalen Schauer, sondern von einer Anschauungsweise gezeugt, wie die heilige Schrift sie durch des Propheten Mund: 221 '28 '28 vernehmen läßt, will ich heute gebeugten Gemüthcs genügen. Wenn unsere Klage auch nicht stöhnet über den Verlust ein s Vaters, so bricht der Schmerz sich Bahn über das allzufrühe Hinfckeiden einer, wenn auch uns nicht lei« lichin, aber doch vielen l^r Mitmenschen durch reich gespendete Licbeswerke heißgeliebten Mutter. — Die am 10. Elul zu einem bessern Jenieits selig Entschlafene war die edle Gattin des durch sei. e aufrichtige Frömmigkeit und talmudische Gele! rsamkcit bei allen braven Israeliten unserer Gaum wohl bekannt»« Ortsrabbiners und Religionslehrers I. M. Schüler in Geroldshofen. Das Btederwcib — in der That das treue Conterfri eines OVHt war umgürtet mit einer tiefgewurzelten Gottesfurcht, die ihre Blüthen und Früchte in echt jüdischen Weibestugenden und in einem nur selten sich wiederfindcnden Gottesvertrauen, immer frisch und grün, üppig kervorsprießen ließ. — t pferfreudig stand sie ihrem Gatten zur Seite, wenn dieser dem Tborastudium sich von Herzen hirgab; willig entsagte sic irdischen Freuden und irdischem Gewinn, wenn dieser, statt dem Geschäfte, dem Tborastudium oblag; gern verließ sie die heimathlichen Fluren und den iegenen, häuslichen Hecrd, wo es ga-'t, daß durch ihres Gatten Mund die heilige Lehre in ferne Gegend gestreut werden sollte. — Nicht selten verdunkelten trübe Wolken schweren Geschickes den Horizont dieses so innig aneinander geknüpft gewesenen Eheuvd Elternpaares; aber eine durch Gottvertrauen rüstig gewappnete Gotteskämpferin stand die Edle da; rin Blick z'm Himmel — und die trüben Wolken könnt n das, seinen Sä vpfkr und seine heilige Lehre, so heißliebende Wcibrshrrz nickt entmuthigen. Eo fest gekettet an das wahre Heimathland, an die Himmelsgauen, bez»ichneten der selig entschlaf nen Erdenpilgerin Tritte und Schritte nur Handlungen reinster Menschenliebe. Die dem heiligen Thorastudium sich widmenden Knaben fanden, fern von der zart liebend«n Mutterband, in ihr ein zweites Muttrrl erz; des edlen Weibes Herz frohlockte sichtlich, wenn sie diesen zarten Schößlingen einen Liebesdienst erweisen konnte und waren das ihr süße Freuden — und an diesen Freuden wird sie stch jetzt wohl erst recht laten — wenn aus ihrer Wobnung, die ihrem Gatten anvertrautrn Knaben. als hoffnungsvolle Thrrajünger hervorgtngen. Und wenn auch schon seit Jahren schwächlich am i g e n. Körper, unterzog sie sick, willig der schweren Aufgabe, die an ihrem Tische weilenden Talmudscküler, gleich ihren eigenen Kindern, zärtlich und besorgt zu pflegen. Solche baare und wahre, dcr Menschheit und deren Erhalter gezollte Liebe konnte auch nicht spurlos an der Außenwelt verhallen; Herzen, von dem trügerischen Sch« ine der Zeit bethört, konnte sie besiegen. Eine Mirjam, so hieß die Edle, rief sie den Frauen zu : Dem Ewigen, dem Hochei habtznen, aber nicht dem Flitter, dem Moloch der Zeit müssen wir singen, nur nach dem Beifalls des Gottes unserer Väter müssen wir ringen; die Pflichten eines jüdischen Weibes, die so hehr und heilig, aus des Himmels Höhen stammend, müssen wir unbekümmert um das Urtheil der bethöre, den und bethörten Welt erfüllen! Und der Ewige segnete auch ihr Streben. Manch verführt« s Weib hnlte sie von dem leider um sich fressenden Schaden des in entblößten Haaren Gebens, aber noch mehr: Sie, die selig Entschlafene veranlaßt«! den Neubau eines Frauenbades, das unter der Leitung ihres gottesfürchtigen Gatten» 11V1 1H72N2 und entsprechend eingerichtet wurde. Ist das nicht Mutterliebe, ja d:e achte und wahre Mutterliebe, in unserer, an wahrer Gottesfurcht leider! so armen Zeit, Mitmenschen vor einem ilOtt zu bewahren? Ja sie, die selig Entscklafene verstand des erhabenen Sehers Wort: O2^1t1N l11l§ 22'2-t M'2.1. St« verstand es ihre irdische Wohnung nach dem Model der fürstlichen Ahnen zu conftruiren. Das Licht der Gotteslehre zündete sie an von Sabath zu Sabath, ihrer Hände Mildthätigk« it. wußte des Tages Segen zu fördern und die Reinheit, die echt jüdische, vermochte die Liebesstrahlen unseres Gottes ihr zu gewinnen. Mirjam, die Edle, streifte nur ab ihre irdische Hülle, um in höheren Regionen den Strom der Seligkeit zu kosten. L" '2 1^2- H Aber auck hier lebt die selig Entschlafene in unterer Mitte durck ibr Beispiel, das wir nachzuahmcn verbunden sind, fort, sowie durch ihre frommen, gottesfürchtigen Kinder, in deren Mitte ein hoffnungsvoller, das Gotteswort mit Eifer lernender Jüngling blüht, der an seiner selig entschlafenen Mutter der Waisen Worte zur Wahrheit n acht: l'VZ/O.I ^2 riv 8^) 1^'tt2 p. ö. Lerüsät in Lülsfeld riiQ.-> ^2. k. ks«, Lendershausen. Ein junger Mann, der seine Lehrzeit in einem Manufakturgeschäft in einem Landstädtchen Bayerns bestanden, und gegenwärtig seit einem Jahre in einer hiesigen Weinhandlung conditionirt, sucht per Mitte November d. Jrs., einen Posten. Branche ist einerlei. Franko ^Offerten an die Expedition suk Nr. 352.

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