Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1863-05-27 · Heft 21 (27.5.1863) · page 9

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
4 (1863)
Issue
Heft 21 (27.5.1863)
Date
1863-05-27
Page
– (sequence 9)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
98% known words query
IRI
…/2446951-2447089-2447110--01910-2457208
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Beilage zu Rr. 21 des Israelit. Zeitungsnachrichten n. Correspondrn?rn. Deuts chland. Hamburg, den 15. Mai. Hochgeehrter Herr! Sie entschuldigen, daß ich auf mein Referat: Die Emancipation der Holsteiner Juden, nochmals zurückkomme; ein Jrrthum des Setzers in der vorigen Nummer nölhigt mich dazu. S. 223, erste Spalte fehlen vor dem Schlußsätze: „weil der Herr Rabb. u. s. w." die Worte: „ich sage kirchliche Angelegenheit, weil u. s. w." Indem ich Sie um Abdruck dieser Bemerkung in der nächsten Nummer Ihres Blattes bitte, zeichne ich mich achtungsvoll Italien. Neapel, im Mai. Zum herrannahenden Wochenfeste wird hier eine Synagoge Eröffnet werden. Man geht damit um, einen Vorsänger anzustellen. (A. I.) — Und auch einen Schochet? oder ist für einen solchen noch kein Bedürfniß vorhanden? In dem Missionsblatte Ibe lotsItiAsneS berichtet ein Herr vr. Ewald über den Zustand der Juden in Neapel. In Rom hatte derselbe erfahren, daß die Israeliten in Neapel eine Synagoge im Hause des Herrn Baron v. Rothschild eingerichtet haben. Mehrere Juden, die er in Neapel traf, verleugneten ihre Nationalität. Am Freitag Morgen begab er sich in das Haus des Herrn Baron v. R. um sich zu erkundigen, um welche Zeit der Samstag- Morgen-Gottesdienst beginne. Der Portier bedeutete ihn, das sei vorüber, vr. E. meinte, der Freitag- Morgen-Gottesdienst sei vorüber und wiederholte seine Frage nach dem Sabbat-Gottesdienste. Da erfuhr er denn zu seinem Erstaunen, daß die Juden in Neapel nur einmal im Jahre und zwar am Versöhnungslage die Synagoge besuchen; und doch wohnen circa 200 Israeliten in dieser Stadt! Freilich haben sie sich unter der vorigen Regierung nicht als Juden bekennen dürfen; aber jetzt genießen sie doch! volle Freiheit! , Ein Pole, Namens Rabbi Z—., gab dem vr. E.! dann nähere Auskunft. Baron von R ist bereits seit zwei Jahren von Neapel abwesend. Am vorigen Versöhnungstage war ungefähr >^ der Juden in der Synagoge; Rabbi Z. und seine Familie sind die Einzigen, welche Sabbatte und Festtage feiern und überhaupt nach dem Gesetze leben, am Peßach Mazzoth essen rc. „Der erste Theil vom ersten Capitel in Jesaias, sagte Rabbi Z., ist ganz anwendbar auf die Juden Neapels; nicht einmal ihre Kinder lasten sie beschneiden." Das sind trostlose Zustände! vr. Ewald meint, hier sei ein gutes Werk zu thun für einen eifervollen jüdischen Rabbiner, um seine Brüder vom gänzlichen Untergange zu retten! Herr vr. E. irrt sich; bei solchen Zuständen ist! wenig zu wollen und noch weniger auszurichten.! Wir haben das leider in Deutschland bei unfern! nichtjüdischen Juden nur zu häufig schon erfahren. Der Herausgeber dieser Blätter kömmt sehr wenig mit diesen sogenannten „Aufgeklärten" zusammen; geschieht es einmal, so hat er nichts als Herzeleid und Verdruß. So trafen wir unlängst zufällig mit einem solchen bloßen Namenjuden zusammen; was mußten wir da hören? Hohn und Spott; die Beobachter des Gesetzes seien „Narren;" jedes edle, uneigennützige Streben stei thöricht, rc. Es wurden Worte gesprochen, derentwegen man hätte die Kleider zerreißen sollen; Gott und Unsterblichkeit wurde geleugnet. Endlich fragte ein Christ, der zugegen war: „Wie kommen Sie aber bei diesen Ihren Anschauungen mit Ihrem (Reform-) Rabbiner zurecht." „O, sehr gut, entgegnete der Andere, ich besuche ihn sehr häufig mit meiner Frau und empfange auch öfters seine Gegenbesuche; da unterhalten wir uns von allen möglichen Dingen, von Politik und Theater, von Stadtneuigkeiten und vom Wetter — nur nicht von Religion." Das ist die Seelsorge der Reformrabbiner, von der sie soviel Lärm machen. Ferrara, im Mai. Hier hat sich eine Art italienischer Congreß, bestehend aus Abgeordneten der verschiedenen isr. Gemeinden versammelt, väuea-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.