Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1862-12-24 · Heft 51 (24.12.1862) · page 8

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
3 (1862)
Issue
Heft 51 (24.12.1862)
Date
1862-12-24
Page
– (sequence 8)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
90% known words query
IRI
…/2446951-2447036-2447087--01614-2456891
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Drängt^ 'daß"erHie Bibelirn Urtext niemals gelesen - Haben kann, weil er sonst nicht Stelleruwie Genes. 3.- 4v; Samuel 2. 7: <44. aus dem Zusammenhang gerissen; Jesäi. 61, 2/ ^-,-r wwek rr3p>.mit:; svanA^eliowol:! diräessei^ (den Armen das Evangelium zu predigenll) .wiedergegeben hatte. ' Wenn Einemaber schon das - Berständniß der heil. Schrift so-viel zu schaffen macht, dann verdient die maßlose Arroganz des Mannes Bewunderung (?), daß dieser sich sogar mit einem absprechenden Urtheil über Mischna und Gemara an die Oeffentlichkeit wagt. S. 9. seiner Schrift. heißt es: s 2lisnL v8 Oewara äs: o KLnz^volL 1'balmnä növ «Latt, anvl^ telzes dsLUMäAAal u. s. w. der Talmud Ware ein Buch voll Lügen! Je nun, Hr. Geistlicher, Sie können sich saubre Begriffe von dem -^Meer des Talmuds" machen, der Sie ein Landgüstlicher sind, wie verständen Sie: also das Schwimmen? und könnten bis über die Ahnung von der Gxisterrz des Talmuds hinaus gekommen sein? — — So viä zur Abfertigung einer Schrift, die man am besten mit ignorirendem Schweigen: übergehen - sollte, wenn sie nicht bereits eine völlig unverdiente? Aufmerksamkeit von mancher Seite sich errungen-hätte, mnd die zu bekämpfen unsere Ausgabe ist. Bei dieser Gelegenheit erlaube ich? mir einige Bemerkungen über ein anderes freilich viel verdienstsicheres Werk, das auch erst vor Kurzem die Presse verließ und in den vaterländischen Blättern bereits Feme volle Würdigung gefunden haben soll;. (uns sind diese Recensionen leider nicht zu Gesicht gekommen!) Ich rede von Hrn: Dr. Josef L. Fischers Lesebuch für die obern Klaffen der israelitischen Schulen. Legen wir den Hauptton auf israelitische, iveil-es ausdrücklich so auf dem Titelblatt des Buches „Fleht, dann fragt es sich wie denn Ausdrücke als" „Der. vom Priester empor gehobene Leib des. Herrn" S. 43. oder: „zum Gnadenbilde von Lorelloibiä" Ln ein Lesebuch für israelitische Schulen gerathen .L>nnten? Hiebei will ich mich aber ausdrücklich verwahrt haben, .daß ich mit meinen Bemerkungen nicht Lm Entsernsten dem Werth des: Buches, weniger noch Lem seines Verfassers nahe treten will. Herrn F's. religiöse Ueberzeugung steht zu hoch über jedem Zweifelals daß wir die augeregten Mangel nicht einer/Lfteilich schwer verzeihlichen Eilfertigkeit -bei der Auswahl wer Lesestücke . zuschreiben - sollten. Wie erklärt Pch auch sonst die —7gewiß recht schöne.-7^ Erzählung: Das- Teufelsgemäldezu Preßburg.in einem-Lesebuch für jüdische Knaben ^'2 VN2 rch.^-2 brriV'2. Ovp.- Man vergl. hiezu Iben Esra - zu Levit.19. 4; Maimonides rr"?. p^>s. -rbrr ivn wi O'->313 i'ONQ-r /wi riQ'bv. ferner. Elijahu Rabba zum ri^rr Abschn. 62 zu Ende urrd v. A. Wohl verkennen wir die gutgemeinte Absicht des? Hrn. Fischer nicht, der spcciell für jüdische Schulen im ungarischen Vaterlande ein Lesebuch schrieb und deshalb das Jüdisch - Confessionelle mit dem Magyarischnationalen zu vereinen strebte. Aber der jüdische Geist ist? ein so hochsublimer, daß er nur mit geweihten Händen betastet werden darf. Sonst -7-- Hr. F. weiß das so gut wie ich! Schließlich sei mir gestattet, die in manche Blätter übergegangene Mittheilung über die jüngst abgehaltene Versammlung der orthodoxen Rabbinen in Abony in so weit zu desavouiren, als von diesen behauptet wurde, daß sie über eine mögliche Unterdrückung des - rasch um sich greifenden Chassidismus sich beriethen. Hingegen hin ich in der Lage nach der mir gewordenen Versicherung unseres hochwürdigen Hrn. Oberrabbinen, der selbst eines der Mitconferirenden war, diese Miltheilung als eine aus der Luft gegriffene zu bezeichnen. Jene Beräthung, die auch noch durch ihre ganze Dauer nicht einen Augenblick lang die Form eines freundschaftlichen und enggeschlossenen Gedankenaustausches abgelegt hatte, drehte sich vielmehr um eine der Oeffentlichkeit vörzulegende Rechnungsvorlage über die eingelaüfen'en Gelder für Jerusalem, während über den Chassidismus kein Wort gefallen war. Welcher orthodoxe Rabbiner sollte auch. von dem Eigendünkel befangen sein, daß er mit seinen kräftigsten Worte die Chassidim, diese Bacchanten der Andacht, bekämpfen und gar von ihrem traurigen Jrrwahne zurückzubringen vermöchte? Nur gut organisirte Schulen und echte auf wahre Religion gegründete Volksbildung können das Judenthum von diesem - seinen neuesten Auswuchs befreien, und schon die nächste Zeit muß es. lehren, ob das orthodoxe Judenthum nicht frische unversiegbare Geisteskraft genug besitzt, um nicht erst vor diesem allerdings gefährlichen Uebel, Sicherheitsmaßregeln ergreifen zu müssen. llviurLod Iwrv. -Lßrantw. Nedaktio«:Dr. LchmaA«. — der Le Ro»x^chkn HosLuchharldwng.—. D»ck vvn J. Vottsleben in Mai»z

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.