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Der Israelit · 1862-11-05 · Heft 44 (5.11.1862) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
3 (1862)
Issue
Heft 44 (5.11.1862)
Date
1862-11-05
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Herr Cohen vor einiger Zeiten BuchZunter^ dem Titel „los ckeieickes^Megen?- des Ehristenthums geschWbGha von der päpstlichen^Mgiemn^aüf^deU Indexe der verbotenen Bücher gesetzt. — Man hat nun im Allgemeinen gegen die polix tische Thätigkeit des Herrn I. Cohen Nichts einzUwann Ware, 10 Mochte er Polttrkmrelben, wie und welche er wolle. Freilich ist es schon immer bedenk-., lich, wenn ein Jude sich in einen mehr oder minder religiösen Streit mischt, der für ihn als Juden doch^ nur geringes Interesse haben kann und wo dem Juden besondere Vorsicht geboten ist. Wenn aber dieser Jude zugleich Mitglied eines isr. Consistoriums, ja Hauptredakteur eines Journals' ist> i das den Pomps- Haften Namen „1a vörits Israelits" führt, so ist ein Dches^Borgehen-hreimalhedenklich^Jn feiner^ dreifachen Eigenschaft,- als Jude/ als Consiftorialmitglied,- qls, .Redcckteur.: einer jüdischen Zeitschrift - Hätte-Herr, Cohen erst dreimal sich, besinnen fallen, ehe er/seine - Feder ansetzte, um für oder gegen ^in nichtjüdisches: Princip aufzutreten. In der That wurde. auch allgemein auf die dreifache Stellung des Herrn Cohen ein: besonderer Nachdruck, gelegt,. und; die Folge-, davon, ist,- daß derselbe seine Stellung als Mitglied des Consistoriums verlieren wird und - daß er,am 23/Okt, sein Journal eingeheu. zu -lassen gezwungen - war,/ Die Art und Weise/jedoch, in welcher- Herr E/; von seinen bisherigen Lesern ' Abschied nimmt,-, verdienternsten Tadel. . Ww wollen hierauf? näher eingehen.. . Zuerst beklagt sich Herr C. über den. Mangel an' Theilnähme/ den er und sein Journal gefunden/ über den großen r. Jndifferenttsmus / - der einer jüdischen Zeitschrift ihreExistenz so sehr erschwerte Diese Klage ist leider nur zur sehr' berechtigt. - Herr C versichert dann seinS Anhänglichkeit an die- Religion Israels; er ruft aus.:: /,Dieses heilige Religion; JsraelsDvom Sinai, unsere Liebe/, unsere Größe/- unsere Stärke,--unsere Hoffnung, wir Haben sie vertheidigt, jeden Tag, wenn auch nicht mit einem Talent, das ihrer-unsterblichen Bestimmungen Würdig, wäre., so doch Wenigstens mit einer.HWebung,Aie Nichts hat entmuthigen, Nichts' haMchwächen köstnen.- Und noch heute. sind wir Le-, rM chinzugeben unser Lehen, unser Blut, unsere ganze ^ÄA^jÄr?sden,Triumph deiner. Einheit,; o du unser Gott,-, destreri/Principien, /Ddu-unser Gesetz-, deiner heiligenHache, :ö Israel" .--77. Kann kömmt Herr-C. auf. feiste/jüngste^ poMschss.l Mäftgkeitzu7/sprechen, und er fährt,fort:- - -- ' - , ' - < ... . „Wenn/man Mch . sägt, , daß ich perlgssei öder, Drß ich -st^ die Hx feit drei Jahren die ZeugeMmeiner ArbeitenuÄö Mmpse zu- Gunsten des-Glaubens /vom- Sinaigewesen, so LÜlubet/es-nDt^ 7 .- / x, // HIWenn man^euch sagt,daßHie unerschütterliche uHdMken UebWugüNgendlMPblitiker, wenn man euchfagt, daß ich nicht aufhören werde, meine Stimme zü erheben, damit Israel sich entferne von den Werken der Gewalt und der Anarchie, damit es übe Ge- WtzWeik,» Währhejt-^ Rechts und »Liebe selbst gegen ferne Gegner/ ja sKbst gegen ferne Fernde," so^glaubet das . ohne zu zögern." " „Es ist das ohne Zweifel eine schwierige Aufgabe-,. I heflW indem man aller Welt Mäßigung predigt, wird man aller Welt verdächtig und unangenehm, indem man die Leidenschaften beruhigen will, vereinigt man sie gegen sich und man ist doch uur ein Mensch und i nicht immer in der Lage, diese Gefahren verachten und ihnen trotzen zu können." ^^^Jndeffendsah^ich -vor ^mir«eine«'gxößere»Frag^ der?- gesellschaftlichen und> sittlichen ArdMUg , an wM :cherMUs.Haß gegen, eine,--religiöse Institution/ De seit .300.- Jahren von - selbst fällt vor.Mm-Fortschritte z-der Intelligenz und-der Freiheit,-dieEinflußreichsten/ die. Intelligentesten unter meinen Brüdern sich verbunden haben gegen die Interessen ihres Vaterlandes, gegen die ewige Gerechtigkeit.". - Hier sind wir bei dem Punkte ange^ langt, bei welchem/wir usts .des'.ernMsten" Tadels gegen Herrn Cohen.nicht -enthalten können.. Fühltdenn Herr Cohen nicht,, welche: schwere Anklage er gegen die ^Intelligentesten - und Einflußreichsten seiner Brüder schleudert? Wh. existirt unter uns Juden ein Haß. gegen' den Katholicismus? O , ihr Reformer und Halbreformer ,., die ihr doch immerwährend euch bemühet, die Grundsätze der Toleranz gegen Andersglaubende im Judenthume hervorzuheben,, vergeht ihr euch, von Parteileidenschaften getrieben, sö weit? Und Sie, Herr Cohen, der Sie sich nicht scheuen/den Katholicismüsals - einesinkende Religion därzüstellen, beschuldigen Ihre Brüder, daß sie eine Verbindungbildengegendie -In-" teressen des eigenen Vaterlands, gegen die Grundsätze der ewigen "Gerechtigkeit! tvodexistirt diese^Verbindung? als echter Patriot sind sie verpflichtet, diese Verbindung der Staatsgewalt anzuzeigen und für ihrh Unterdrückung zittsörgen! Aber es existirt. keine solchem Verbindung. < /Die iJuden/Frankreichs ustGaller Länder erfülleir, ihre ,Pflichten. als,, treue Anhänger des Vaterlandes Uüd^kümmern'sich nicht' um me Vorgänge.- innerhalb anderer-, Religionsgenosseyschaften. Es.-ist daher stichtzu/entschuldigen, -daß/Herr-Cohenmit- -solchen - Anklagen /gegen > seine Glauhensgenossenäufttittmstd die/Leidenschäften deh Menge?gegen-uns. erregt, - Mast sage nicht,/daßdas; Journal „la vä- , rltä..iLraLLts^^nur-»eineg kleinenr Leserkreis, habe.. : Durch/fein/jüngstes/ Auftreten. Hat-Herr, C^ein/ nicht

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