Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 3 (1862)
- Issue
- Heft 7 (12.2.1862)
- Date
- 1862-02-12
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/2446951-2447036-2447044--01164-2456398- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
s. Z«rrga»g. 7. Der Israelit Li» GeWüxerZsVKM für das orthodoxe JadenthUM. HerauSsr-rde» »« Dm. Le-urann in Mainz. Mainz, dev 12. Februar 5622. (1862.) Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Mittwoch-, in mintestenS 1 Dogen. Preis de- Jahrgang-: ff. 2. 30 kr. ich Halbjährig ff. 1. IS kr. rh. Vierteljährig 36 kr. rh. Alle Bucl hanblungen und Postämter nehmen Bestellungen an. Oesterreichtsche Banknoten laut Lour-. Diese Zeitung wird nur in Verbindung mit dem „Jsr. Anzeigeblatteabgegeben. Sollte direkte Frankozusendung unter Streifband gewünscht werde«, so sind an die Spedition pro Jahrgang 3 Lhlr. L. oder L fl. IS kr. rh. oder 6 fl. Sperr, ftanks elnzusende». Inhalt. Betten-e Artikel r Am siebenten Adar, von Jakob Sisner, RabbinatLvrrwefer zu Agram. — Ortbodox-isr. Bibelanpolt. Ban jüdischer Armen- und Pilgerwohnungrn in Jerusalem- SettongSnachrichten und Correspondenzen: Deutsch la nd: Main;, aus dem badischen Amte Ettenhelm, aus Baden, auS Baden, Würzburs, Hamburg. — Preußen: Dnlln, Berlin. — Oesterreich. Laiserstaat: Prag, Pesth, Bonyhad, Eisenstadt. -7- Rußland: Petersburg. Inhalt des isr. Änzeigeblattcs. LettnngSnacheichten und Correspondenzenr Oesterr. Katferstaat: Eisenstadt. — Preußen: ttönigsirrg. LeLten-e Artikel. Am Zedenten Aäsr. Von Jakob EiSnrr, RabbinatSrerweser in Agram. Der 7. Adar ist bekanntlich der Geburis- und Sterbetag Moschehs, des göttlichen Mannes. Einem frommen Gebrauche zufolge wird dieser Tag als Tastlag deodochtlt. Von der Religion aber ist für denselben weder ein Fasten noch sonst eine Feier geboten oder vorgeschriebe». Mit Recht dürfte man fragen: Wie? Der Tag, an de r der Mann das Licht der Welt erblickte, welcher ^r Welt taS Licht angezündet, sollte nicht ein Freudentag für ewige Zeiten sein? Und wieder könnte man fragen: Sollte nicht der Sterbetag eines solchen Mannes ein Trauertag für alle Zeiten sein? Man wird wohl entgegnen: Das freudige Ereigniß dieses Tages wird durch daL traurige anfge-! hoben, und darum wird keines von Lewen gefeiert. Damit wäre aber unsere Frage noch nicht beantwortet; denn auch der Sterbetag Gedaliah'S fällt auf das Neujahrsfest und blieb deßhalb doch nicht unbeachtet, sondern es würde für den folgenden Tag ein Fasttag vorgeschrieben. Hätte nun der GeburtS- und Sterbetag Moscheh's nicht auf gleiche Weife gei feiert werden können? Gehen wir aber auf die Sendung Moscheh'S näher ein, so wird sich dieses Näthsel von selbst lösen. Moscheh war unstreitig der bedeutendste Man», den nicht nur unsere, sondern auch die Geschichte der Menschheit überhaupt aufzuweisen hat, und zwar darum, weil durch ihn das göttliche Gesetz, die Thora, der Menschheit gegeben wurde. Diese Thora war aber für das Menschengeschlecht vom Anbeginn bestimmt, ja nach dem Talmud war sie lange vor , der Schöpfung der Welt bei Gott schon vorhanden. So sonderbar dies auch klingen mag, so natürlich ist es doch. Wir halten jeden Menschen für einen ' Thoren, der Etwas unternimmt, ohne das Ziel von vornherein vor Augen zu haben. Wie wäre nun ein so zweckloses Beginnen vom allweisen Weltschöpser - anzunehmen? Folglich muß Gott sich das Ziel der Schöpfung schon vorher gestellt haben. Welcheist