Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 2 (1861)
- Issue
- Heft 23 (5.6.1861)
- Date
- 1861-06-05
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
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EM-Beilage zu No. 23 des Israelit. Offner Srief an Hrn. Oberrabb. vr. Meise!, Herausgeber des Wochenblattes „barme!, illustk. Avdeuzeit." in Pchh. Hochwürdiger Herr! Zu unserem größten Bedauern mußten mir die traurige Erfahrung machen, daß die „illustr. Judcnzeitung" in Pesih, sonst bei Bcurtheilung jüdischer Gemeindcangclegenheiien vorsichtig. mindestens nach keiner Seite hin verletzend und beleidigend -7uns gegenüber eine unerfreuliche Ausnahme zu machen scheint. Um so unliebsamer mußte uns die Erscheinung sein, als gerade seitdem der Name Ew. Hochw. au der Spitze des Blattes als „Herausgeber" prangt, die gehässigsten Auslassungen gegen uns und besonders gegen unfern vielfach verehrten gcsinnungstüchtigen Rabbiner Hrn. Or. Gugenheimer sich mehren. Die einseitigste Beurtheilnng der Parteileidenschaft lagert seit den letzten Monaten ihre Gehässigkeit gegen uns und unfern H. Rabbiner, mit zunehmender intensiver Kraft in Verleumden und Schimpfen in den Blättern „Carmcl, illustr. Judenzeitung" ab. Erstaunt fragen wir uns, sollte dies der Rest des geistigen Materials des Carmels „der bestimmt war, den medergerissenen Altar Gottes auszubessern," sein? Nichts aber konnte uns mehr überraschen, als die Aufnahme des Artikels in No. 18, datier aus Prag, gezeichnet der die Berufung unseres H. Rabb. nach Kollin zum Gegenstände hat. lieber den Verfasser des gedachten Artikels ist eS Schade ein Wort zu verlieren. Wer mit so viel rassinirter Bosheit verleumd^; wer mit solcher Unverschämtheit die gcchriesten Namen auf den Pranger öffentlicher Beschimpfung stellt ohne seinen Namen zu nennen — der hat sich selbst gerichtet. Wir wissen, daß wir hier mit dem Schrecklichsten der Schrecken, mst einem Durchgefallenen zu Lhun haben—und mit dem wollen wir gerade nichts zu thun haben. Der Prager? Korresp. mit geschlossenem Vistr ertheilt Hrn. Nabb. G. seinen weisen Rath wie er in K..... zu amtiren habe, um in Frieden und Eintracht zu leben, und bespricht sein bisheriges Wirken in so boshafter und gehässiger Weise, wie es nur immer einem in seinem Ehrgeize verletzten Durchgefalleuen gegen einen glücklichem Berufenen, in einer jüdischen Zeitschrift neologischer Tendenz, unter dem Mantel der Anonymität möglich ist. Aber konnten Sie, Hw. Herr, auch nur einen Augenblick glauben, daß ein auf solche Weise ertheil- 1er Rath gehört werde? konnten glauben, daß ein solcher Math in guter Absicht zur Erhaltung des lieben Friedens ertheilt wurde? Die Zeit solcher naiv unschuldiger Auffassung haben wir ja längst hinter uns. Solche Notizen, solcher gute Nath aus Bußen datirt, wo sie erwiesenermaßen nicht geschrieben wurden, im „Ben Chananja" präsentirt, zur Zeit der Berufung unseres Hrn. Rabbiners von dort, waren es ja eben, die die Drachensaat der Zwietracht hier gcstreuet. 'Wie viel aber auf solche hochtrabende, absprechende Urtheile über talmudisches Wissen und rabbinische Kenntnisse zu geben sei, haben Sie ja, Hochw. Herr, selbst erfahren müssen. Wir wollen Ew. Hochw., wenn auch ungern, nur erinnern an die sich ans Berufung Ew. Hochw. nach Pesih beziehenden Artikel im „Ben Chananja" 1858 und zitiren nur einen Satz von Vielen. Im 9. Heft des gedachten Jahrganges S. 432. heißt es wörtlich: „Da die Autodidaktie des Gewählten (Hr. ve M.) bekannt ist, kann dessen Dilettantismus nicht mehr befremden. Die geschulten Talmudisten in der Gemeinde werden es am besten wissen, wie schwer cs ist, sich auch nur ein Minimum talmudischer Kenntnisse zu erwerben ohne eine Jeschiba vor sich gesehen zu haben." Damals war die CordiaUtat Ew. Hochw. mit dem Redakteur des V. CH. noch nicht hergeftellt und Ew. Hochw. befanden sich in der mehr oder minder beneidenswerthen Lage, anstatt von demselben den Dank eines Rumpf-Konscrenzchens votirt zu erhalten, seinen mit eiserner Konsequenz sortgeführten Angriffen ausgesetzt zu sein. Damals war zur Ehrenrettung Ew. Hochw. «in Freund genöthigt zu einiger Abwehr die >Nezensentcnwirthschaft" hcrauszugeben. Der geehrte Verfasser mochte wohl nicht glauben, daß nachdem sein Schützling selbst ein Parteiorgan gründen werde > — der Altar Gottes zwar noch wenig ausgebeffert : sein werde — es aber nothwendig erscheinen sollte, dem hochw. Herausgeber die Nezensentenwirthschast als nützliche Lektüre zu empfehlen. Ohne Nancüne