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Der Israelit · 1861-03-20 · Heft 12 (20.3.1861) · page 8

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Journal
Der Israelit
Volume
2 (1861)
Issue
Heft 12 (20.3.1861)
Date
1861-03-20
Page
– (sequence 8)
Language
German
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'der Erbauung in ungarischer Sprache zu eröffnen, *) was natürlich andern, der Sprache unkundigen Nabbinen gurwi als Herausforderung scheinen mußte; umsonst, die Hydra erhob von Neuem das Haupt und man stürmte aus andre Refsrmeinrichtungen; vergebens brachte der Mann seine Prinzipien zur Geltung, nein, Nichts hals, Nichts nützte — mit buchstäblichen Beweisen der Zulässigkeit aller projektirten Reformen rüstete man sich, und um den Rabbiner moralisch zu vernichten, wurden Neiormgutachten von weit und breit eingeholt, jedoch der Tod war viel barmherziger, 'äso, er starb bevor noch die Gutachten anlangten. So weit vorläufig die Geschichte, und nun zur Betrachtung. Die Neologen begrüßen jubelnd auch nur die leiseste Reformbewegung, sie nennen dich einen unaufhaltsamen Fortschritt des Zeitgeistes, die unbesiegbare Macht der Aufklärung, vor welcher das nach ihrer Anschauung so genannte Reich der Finsterniß weichen muß. Nun gut, wir wollen nicht unnütz disputiren oder weitläufig polemisircn, nein Q-ru, die Thatsachen selbst sprechen, die Zeitfolge soll lehren, was Recht, was Wahrheit! Die mit so vielt m Selbstvertrauen abgesagten, und mit so vielem Aufwande ermittelten Gutachten waren endlich da, der Mann der Thatkraft aber, das theure Oberhaupt der Orthodoxe, ach , war zu Grabe getragen, der Märtyrer seiner Ueberzengung s'm'vri wär met mehr, kein sogenannter Finsterling saß am dem Radbinatssitze, nun könnte ja die Reform in unaufhaltsamen Siegesfortschntten sich nach allen Richtungen Balm brechen, gerüstet^ gewappnet und gepanzert mit so vielen Machtsvrüchen, wer möchte da Widerstand leisten, und doch, anstatt Krastzunahme nüd Erstarkung der Neölogie sehen wir diese mit dest falben Blättern in der Hand erschlaffend unterliegen; die *) ist zum Ctauuet», mit man dem Manne Gnsrcebil-! düng absprrclrn konnte; «ine aller Wisikns^aftlittkcit? tära Predigt konnte docv unmögtick» einen sol.d eciatanten Beifall von anwesenden bcä'gelebrten Professoren des Kollegiums zur Zokac haben. Auck für sein rabbinisck'ts Anscben gewinnen »vir bereits authentischen Maßslab «siehe '2 ON). Schon aus seiner Jugend sehen w»r eine baloebistbe Application i'lrp 'Oil beifällig ausgenommen. Den Vorwurf der Weitläufigkeit musste übrigens arikb der nachmals precise rr"L"> von seinem Ohm' il'2 len lassen. "w sich gefal- Orthodoxie hingegen in dichtgereihter Phalomx mit Siegestrophäen voranrücken; der nichtige Wahn braucht nur niedergeschricben zu werden, um sich selbst zu zersetzen; aber doch, wenn das Resormgelüste als blos erdichteter Wahn, als Chimäre sich erwiesen, warum denn mußte der arme Rabbiner so ganz vereinzelt den Kampf bestehen? Weil es mitunter seiner Persönlichkeit galt, und so Mancher, nichts weniger als Reformgenoffe, an den Neckereien seine Augenweide hatte. So entstehen die Täuschungen, und man gewöhnt sich einen Angriff auf Persönlichkeiten sofort einen Prinzipienkampf zu nennen bewährte sich am deutlichsten, ja, blos als Opfer der Tücke mußte der durch Neid- und Begeiferungssucht ohnehin schwer geprüfte Mann, unter unsäglichen Herzensqualen sein sturmbewegtes, frommes Leben enden. Viele kamen zur Einsicht, Viele bereueten das begangene Unrecht aber zu spät; Viele beeiferten sich durch Versorgung der Hinterbliebenen Familie, die Unbill zu sühnen; aber ach, die Nemesis ist unsterblich; so manche Familie mußte es hart büßen, zu spät, zu spät kam die Reue. — Und steht denn Papa als Beispiel vereinzelt da? Richten wir unfern Blick nach Vonyhad, welch grelle Auftritte gab es da! welch schnöde Behandlung mußte der als pbu anerkannte L-n? letzthin Hort erfahren und erdulden, weil er in die Launen der Reform-Plänkler sich nicht fügen mochte; er, der Manu, welcher in dem soliden Eisen st adt zur Weltberühmtheit gelangte, mußte da vom frechen Hohn begeifert, seine Ehre und Würde in Schlamm getreten sehen, und wer weiß welch Erniedrigungen ihn noch erwarteten, so er es nicht vorgezogen, arm und mittellos in seine Heimath zurückznkehren, nm nach wenigen Wochen schon zu seinen verklärten, frommen Vätern in daS Reich der Ewigkeit hinzuscheideu.! Eine Reihe von Jahren ist seitdem verstrichen, und fragen wir, was hat Aonyhad durch den Abzug dieses großen Mannes gewonnen? wo sind die Symptome einer männlichen Selbsierstarkung? wo die Jndicien eines bewußtsein-durchdrungenen Strebens? wo die erzielte Harmonie? Nein, die Zerwürfnisse hat nicht der von erleuchtete Sinn des frommen Rabbiners gestiftet, die Wirren nicht sein ortho- (Hierbei zwei Beilagen.)

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