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Der Israelit · 1861-03-13 · Heft 11 (13.3.1861) · page 8

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Journal
Der Israelit
Volume
2 (1861)
Issue
Heft 11 (13.3.1861)
Date
1861-03-13
Page
– (sequence 8)
Language
German
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134 christlicher Konfession durch die Polizei in des- Magistratsgebäude und von da nach voransge''chickter eindringlicher Ermahnung zum Geistlichen abgeführt. Dieser verbot ibnen auf das Entschiedenste das Dienen bei Juden nnd letzte als letzten Termin, bis zu welchem sie zur Vermeidung körperlicher Strafen ihre gegenwärtigen Dienstgeber verlassen müssen, den 1. März fest. Diele Tbatsachen stellen nicht vereinzelt da." Tyrrian, Ende Febr. Sie haben, geehrter Herr Redakteur, der Schule stets die regste Ausmerk samkeit zugcwendet und mit Recht lebren ja bereits unsere Weisen, das; den Lehrbäuiern eine grössere Heiligkeit als selbst den Gotteshäusern zukomme. Von unserer Gemeinde jedoch wird diese so bochmich tige Lehre nicht verdientermaßen beherzigt. Nicht als ob dieselbe etwa unserer Schule keine materielle Unterstützung „„gedeihen liege, vielmehr must im Gegentbeile lobend erwähnt werden, dast der Schule von Seiten der Gemeinde jübrlich eine Dotation von 42«> fl. öst. W. znfliestt^und weiter hinaus zu gehen kann ihr bei ihrem beschränkten Kreise nicht zugemuthct werden. Aber es ist uns ein religiöses Bedürfnis zwei zu besitzen, nnd'hat die Gemeinde Mittel genug, die Kosten hiezu zu bestreiten. Welche Anforderungen werden nun au dieselben gemacht? Der eine hat am Sabbat und an Festtagen vorznbetchs, sich an Hochzeitsfesten hören zu lassen, kurz überall zu fungircn, wo eS was Zum Singen gibt; der andere aus der Thora vorznlesin u. s. w. — Da beide Stellen nun neu zk besetzen sind, w er-! achten mir cs als unsere Psiicht, mit folgendem Vor schlage hervorzutrcteu. An der hiesigen vierklasssgeu Schule wirken drei Lehrer, die zwar sämmtlich tüch-' tige Pädagogen sind; aber, die von ihnen zu leistende' Arbeit steht mit ihren physischen Kräften in 'unglem chem Verhältnisse. ein Umstand, der für daS Gedeihen der Schüler nur nachtheilige Folgen haben kann. Wie wäre cs nun, wenn die beiden erwähnten Stelle,! durch solche Individuen besetzt würden, von denen der eine ein tüchtiger Baal Kore wäre, ferner eine klare, belle und deutliche Stimme besäße, nutz was die Hauptsache ist, mit Berständniß vorzubeten vermag — daS Singen ist von untergeordneter Bedeutung — und der andere befähigt wäre den Elementarunterricht zu erlheilen? — Pslmoni, Schulvorstand. Dcbreczin. VII. Q Eine Rüge verdient unsere Gemeinde, ein großer Ucbelstand findet sich, dessen Bestand so viele Ver nachlässignngen in Folge hat. — Ich sah irgendwo eine Hypothese des Inhalts: Gründen irgendwo die Franzosen eine Eolouie, ist dus erste, woraus ne ihr Augenmerk richten, die Gründung eines Theaters; die Deutschen trachten bei Gründung einer Eolonie zuerst nach einen, Brauhaus; die Engländer gründen vor Allem eine Bank, die Israeliten — ein Gotteshaus!! — Wahrlich, dies kennzeichnet hinlänglich den Charakter einer jeden Nation und jede Rational-Liebhaberei. In unserem Debrcczin aber bewahrheitet sich diese Hypothese durchaus nicht. Hier sind die Lokalitäten zur Snnagoge nnd zur Schule gcmicthet und wird nicht weniger als MM, sage eintausend Gulden Eono.- Münze als Mieihzins bezahlt, und der Erbanung einer Lnnagoge steht in der weitesten Aussicht. Die hiesigen Gemeindemitglieder sind etwa sehr mittellos, sollte man glauben? — O nein.' Es fehlt an energischem Zusammenwirken, an der Identisikazion der Meinungen, an harmonischer Vereinigung. Die Folge davon ist, das; bier die ganze Woche hindurch, weder des Morgens „och des Abends ein Minjan zum Gottesdienste zusammenkommt, nnd wenn ja Montag und Donnerstag Ir uh mit Minjan gebetet wird, ist es hie und da ein Znfalt, dast es zehn Menschen zugleich einfällt, loch einmal in der Woche den Tempel' zu besuchen, denn mehr als zehn sind gewiß nicht zugegen. Wolle daher unser löbl. Vorstand von den bisher sehlgeschlagenen Versuchen sich nicht abichrecken lassen, mit allem möglichem Eifer das allen neuorganisirteu Gemeinden als erste Pflicht anfcrlegte Unternehmen befördern, und der Beistand Gottes wi,d gewiß nicht ansbleibcn. Ul. Schönfrld. Martinsberg. Tie Geschrvorneu unseres Ortes erklärten sich vor einigen Tagen für Aufhebung der Gewerbefreiheit; dieser Beschluß traf unter Andern den israelitischen Stechviehschlächter Lazar Arnstein, welcher aus Grund der Gewerbefreiheit von 1850 sein Gewerbe eröffnet hatte, hart. Er wollte nach obiger Beschlußfassung der Geschwornen wenigstens die Kälber, die er noch im Stalle hatte, aus- (Hierbei eine Beilage.)

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