Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 1 (1860)
- Issue
- Heft 27 (28.11.1860)
- Date
- 1860-11-28
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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327 persische Stadtbietet mehr Gegenstände für die Alterthums - Forschung dar! Das Grab Mardechais und Esters liegt im Mittelpunkte der Stadt, auf der Vorderseite einer der Synagogen, wird hoch «verehrt und im besten Zustande erhalten. Das Nachfolgende ist die Uebersetzung.der Inschrift über dem Dome dieser Gräber: „Donnerstag den 15. des Monats Adar im Jahre 4484 nach Erschaffung der Welt, wurde der Bau dieses Tempels über den Gräbern des Mardechai und der Ester durch die Hände zweier wohlthätiger Brüder, Elias und Samuel, Söhne des verstorbenen Jsmael von Kachan, beendigt." Ferner in seinen „ Carawanen und Wanderungen" sagt: Es sind jetzt elf und ein halb Jahrhunderte seit der Erbauung dieses Monuments. Die Grabmäler sind von ziemlich hartem Holze, welches vom Einflüsse der Zeit wenig leidet, gemacht. Sie sind mit noch sehr lesbaren hebräischen Inschriften, von welchen Herr John Malkolm die folgende Uebersetzung gegeben hat, bedeckt: Zu jener Zeit war in dem Palaste zu Susa ein gewisser Jude mit Namen Mardechai, ein Sohn des Jai'r, des Schimi, des Kisch, eines Benjaminiten; denn Mardechai der Jude war der Zweite unter dem Könige Ahasverus, ein unter den Juden sehr ausgezeichneter Mann, welcher der höchsten Achtung bei seinem eigenen Volke genoß, ängstlich besorgt war für ihre Wohlfahrt und den Frieden von ganz Asien zu befördern suchte. 4. 0. N a ch s ch r i f t. Frankfurt a. M Aus den Zeitungen werden Sie den Tod des vr. I. M. Jost Hierselbst erfahren haben. Die verschiedene Beurtheilung, welche dieser Gelehrte von vielen Seiten erfährt, und die Würdigung dessen, was er dem Judenthum geleistet oder'geschadet, scheinen Manchem von unserer Partei einen fälschen Begriff von der Stellung beigebracht zu haben, welche vr. Jost dem Judenthume gegenüber einnahm. Ohne auf eine Kritik seiner Werke und seines Wirkens einzugehen, halten wir es für nicht überflüssig, darauf aufmerksam zu machen, daß seine nicht nur gegen mündliche und schriftliche Lehre, sondern gegen die Juden überhaupt parteiisch geschriebene Gesch. des Judenthums um so mehr den Abfall hervorrief, als das Ansehen groß war, in welchem bis vor wenigen Jahren dieses Werk in Deutschland stand. War Jost auch ein Gegner der Stein'schen Richtung, so hat nichts desto weniger sein Leben dem Judenthume nicht angehört; er gehört selbst zu deinen, die es bekämpften, nur mit andern Waffen. Mag I. ferner sich gegen die Orgel noch so scharf ausgesprochen und dem altherkömmlichen Gottesdienste, — wie er sich auch gegen Einsender dieser Zeilen äußerte — den unbedingten Vorzug vor dem theatralischen Gepränge eingeräumt haben, „da die alten Weisen so süße Erinnerungen an feine Jugend in ihm hervorriefen," so waren die Gründe dafür doch nur rein individuell, und lagen einfach in seinem gesunden Menschenverstände. Sein Hinscheiden ist kein Verlust für das Judenthum. Hätte vr. Jost im Gebiete der jüdischen Literatur nie etwas geschrieben, so würde er sich die Achtung unverkürzt gesichert haben, die man ihm als Mensch zollen mußte. Denn er war leutselig und freundlich, im Umgänge liebenswürdig, gegen Jedermann gefällig, und worin seine Gesinnungsgenossen noch viel von ihm lernen können — er war ein Feind des Fanatismus, indem er die Freiheit zu handeln, die er für sich in Anspruch nahm, gern auch Andersdenkenden einräumte. Diese wenigen Bemerkungen mögen genügen, um das Verhältniß anzudeuten, in welchem Vr. Jost,zur jüdischen Orthodoxie gestanden. — A n z e i ge n. Eingesandt. Dem freundlichen Nachweis eines respektablen Geschäftsfreundes verdanke ich die Benutzung des in Breslau auf dem Carlsplatze, Ecke Goldne Radegasse No. 7, belegenen SStslxsrui des Herrn H. Cohn, welches ich dem geehrten reisenden rabbkers Tiktin ^als eine streng koschere LNL7 '^2 Hamburg, rm November 5621. ^eisen-er.